Start China Baustart von Turkish Stream mit Risiko

Baustart von Turkish Stream mit Risiko

Gazprom drückt bei Turkish Stream auf's Tempo

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Zum Baustart beordert
Bildquelle: South Stream Transport

Obwohl Gazprom aus Ankara noch keine schriftlich verbindliche Zusage zum Verlegen der Turkish-Stream-Gasleitung durch türkische Hoheitsgewässer bis an den Bosporus auf europäischer Seite hat, hat der russische Gaskonzern den Baustart für Juni angesetzt. Zwei Pipeline-Verlegeschiffe der italienischen Baufirma Saipem seien beauftragt, mit den Verlegearbeiten in seichten Gewässern des Schwarzen Meeres zu beginnen, bekräftigte Gazprom-Vorstand Oleg Aksjutin auf der Pressekonferenz seines Konzerns in Moskau am 19. Mai. Dies spricht dafür, dass Gazprom mit dem Verlegen von Turkish Stream auf’s Tempo drückt. Derweil wartet der staatlich türkische Gasimporteur Botas auf seinen Preisnachlass von Gazprom. Zugleich liegt weder eine Baugenehmigung von der Türkei vor noch kann von einem abgestimmten Vorgehen mit der Europäischen Union die Rede sein. Denn Europa favorisiert den Südlichen Gaskorridor, auf dem Gas aus dem Kaspischen Meer in Aserbaidschan über die Türkei nach Italien transportiert werden soll.

Kilometer zum Schwarzen Meer und in Ostsibirien

Gazprom seinerseits will Turkish Stream offenbar im Gespräch halten, schließlich sind auf dem russischen Festland in die Einrichtung der Zubringerinfrastruktur bereits erhebliche Investitionen geflossen. 472 Kilometer Gasleitung des Südkorridors sind für den Transport in den Küstenort Anapa am Schwarzen Meer fertig gestellt. Hier entsteht außerdem eine der weltweit größten Kompressorstationen mit einer Leistung von 448 Megawatt im Endausbau.

Bildquelle: Gazprom
Grafikquelle: Gazprom

In Ostsibirien sollen in diesem Jahr indessen maximal 50 Kilometer der rund 4000 Kilometer langen Gasleitung Kraft Sibiriens verlegt werden, erläuterte Aksjutins Vorstandskollege Witali Markelow. Für 2015 erwartet sein Unternehmen ein Produktionsvolumen von 450 Milliarden Kubikmeter Gas. Anfang Mai hatte Markelow in einem Interview noch von 485,4 Milliarden Kubikmeter Gas gesprochen. Im Jahr 2014 förderte Gazprom 443,9 Milliarden Kubikmeter Gas und somit 9 Prozent weniger als im Vorjahr.

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