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Damoklesschwert US-Sanktionen

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US-Sanktionen stören das Investitionsklima in Russland.
Quelle: AHK Russland

„Die beschlossenen aber noch nicht angewandten Sanktionen schweben wie ein Damoklesschwert über den deutschen Unternehmen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der deutsch-russischen Außenhandelskammer AHK, Matthias Schepp Mitte September 2017 in Moskau auf der Pressekonferenz zu einer aktuellen AHK-Umfrage. „Die deutsche Wirtschaft in Russland lehnt das unilateral beschlossene US-Sanktionsgesetz ab“, brachte AHK-Präsident und Vorstandsvorsitzender des österreichischen Mineralölkonzerns OMV, Rainer Seele, das Umfrageergebnis auf den Punkt. An der Befragung nahmen laut AHK 193 Unternehmen mit Russland-Geschäft teil. Auf die Frage: „Wie beurteilen Sie die neuen US-Sanktionen gegen Russland?“ antworteten 97 Prozent mit: „eindeutig negativ“ oder „eher negativ“. Über die Hälfte der befragten Unternehmen (52 Prozent) gaben an, von den Sanktionen potenziell betroffen zu sein. Zwei Drittel erwarteten dadurch Umsatzeinbußen, 12 Prozent schwere.

US-Sanktionen gegen Nord Stream 2

Die US-Strafmaßnahmen richteten sich gegen Energieunternehmen und hier insbesondere gegen das Pipelineprojekt Nord Stream 2, das russisches Gas in die EU transportieren soll, heißt es bei der AHK. 38 Prozent der befragten Unternehmen erklärten, indirekt über Zulieferer und Kunden getroffen zu werden. Folglich beeinträchtigten die Sanktionen unter anderem deutsche Firmen im IT-, Beratungs-, Finanz-, Logistik- und Messebereich. „Die neuen US-Sanktionen haben eine breitere Wirkung über den Energiesektor hinaus“, schloss daraus AHK-Vorstandschef Schepp. Bei der Finanzierung zum Bau von Nord Stream 2 wirke sich das bereits aus, machte Seele deutlich. Die Projektteilnehmer könnten den geplanten Umfang von 70 Prozent nicht über Bankkredite aufbringen und müssten daher womöglich mehr eigene Mittel aufbringen. Zusammen mit Shell, Uniper, Wintershall und Engie sicherte OMV dem russischen Gaskonzern Gazprom in einem Abkommen letzten April zu, die Hälfte des 9,5 Milliarden Euro teuren Projekt in der Ostsee zu finanzieren. Zwei neue Leitungsstränge sollen ab Ende 2019 die Transportleistung im Jahr auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas verdoppeln.

 

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