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Gasversorger in Deutschland machen Kasse

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Bildquelle: EnergyComment

Die Kosten der deutschen Gasversorger für den Gaseinkauf hätten nachgegeben, schreibt Steffen Bukold von EnergyComment in seiner aktuellen Gaspreisstudie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen. Demnach fielen die Preise für Gasimporte von 2,95 ct/kWh im ersten Halbjahr 2012 auf durchschnittlich 1,96 ct/kWh in der Periode Juli bis Oktober 2015. Die Beschaffungspreise über die Gashubs beliefen sich im Vergleich dazu von Juli bis Oktober 2015 auf 1,88 ct/kWh. Die sinkenden Großhandelspreis kämen jedoch nicht beim Verbraucher an, ist der Ergebnis in der Studie. Seit Jahresbeginn 2014 habe sich die Bruttomarge, sprich der Abstand zwischen Importpreisen und Verbraucherpreisen merklich erhöht. So hätte bei unveränderter Marge der durchschnittliche Tarif 2014 auf 6,07 ct/kWh sinken müssen. Doch blieb er 2014 praktisch unverändert bei 6,52 ct/kWh. Dies setzte sich im laufenden Jahr 2015 fort. „Das abermalige Absacken der Gasimportpreise hätte zu einem Verbraucherpreis von 5,72 ct/kWh führen müssen – bei konstanter Marge gegenüber 2013. Tatsächlich gaben die Preise nur geringfügig auf 6,38 ct/kWh nach – eine Lücke von 0,66 ct/kWh gegenüber dem Sollwert“, konstatiert die Bukold in der Studie.

Gasversorger sorgen langfristig vor

„Die in dem Papier unterstellten niedrigen Beschaffungskosten sind in der Realität so nicht erzielbar. Der Autor wählt für seine Berechnungen faktisch die Preise im kurzfristigen Gashandel – dem so genannten Spotmarkt“, kritisiert der Bundesverband der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft BDEW die Studie am 28. Dezember 2015. Auf dem Spotmarkt würden Gasmengen gehandelt, die spätestens am nächsten oder übernächsten Tag geliefert werden müssten. Damit gehe der Autor davon aus, dass Gasversorger ihre Gasmengen erst wenige Tage vor der Lieferung an die Kunden einkauften. Dies sei „eine Hochrisikostrategie für die Unternehmen und die Verbraucher.“ Der kurzfristige Handel diene dazu, kurzfristige Schwankungen bei der Nachfrage nach Gas auszugleichen wie etwa in Kälteperiode. „Maßgeblich für den Gashandel sind auch aus Gründen der Versorgungszuverlässigkeit längerfristig gehandelte Gasmengen – so genannte Terminprodukte“, erklärt der BDEW zur Beschaffungsstrategie der Gasversorger. Denn Erdgas werde längere Zeit im Voraus eingekauft. „Die Preise auf diesem Markt sind wesentlich weniger stark gesunken als die Spotmarktpreise, die der Studienautor gewählt hat.“ Außerdem hänge der Endkundenpreis nur zu etwas mehr als der Hälfte von den Beschaffungskosten ab. Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben auf Erdgas schlügen sich hier nieder.

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