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Elektrofahrzeuge stabilisieren Stromnetze

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INEES-Projekt von LichtBlick und VW. Frau Dr. Andrea Schirrmacher vom Frauen-Gruenderzentrum in der Anklamer Strasse in ihrem E-Up.
Bildquelle: LichtBlick

Der Abschlussbericht zum Forschungsprojekt Intelligente Netzanbindung von Elektrofahrzeugen zur Erbringung von Systemdienstleistungen INEES bescheinigte, dass Elektrofahrzeuge Netzschwankungen mindern. Ihn legten die Kooperationspartner – Volkswagen AG, LichtBlick SE, SMA Solar Technology AG sowie das Fraunhofer Institut Windenergie und Energiesystemtechnik IWES jetzt Mitte Juni 2016 vor. Über die zentralen Studienergebnisse informierte LichtBlick in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Forschungsergebnisse zeigten demnach, dass es technisch möglich sei, durch die Einbindung von Elektrofahrzeugen Netzschwankungen aufzufangen. Dies soll künftig bei der Verknüpfung  von Elektromobilität mit der Energiewirtschaft helfen, heißt es bei LichtBlick. Im grundlegenden Wandel der Energiewende erzeugten immer mehr lokale, flexible Einheiten (z.B. Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke etc.) Strom, die jedoch von unterschiedlichen Faktoren wie Sonneneinstrahlung oder Windaufkommen abhingen. Dies führe zusammen mit dem variierenden Stromverbrauch zu zusätzlichen Schwankungen im Stromnetz. Da Batterien in Elektrofahrzeugen über ein großes Speicherpotenzial verfügten, könnten solche Schwankungen ausgleichen.

Pool für Elektrofahrzeuge noch unrentabel

Im Rahmen des INEES-Forschungsprojektes wurde LichtBlick zufolge in der Zeit vom 1. Juni 2012 bis Ende 2015 untersucht, ob durch einen Pool von Elektrofahrzeugen eine ausgleichende und stabilisierende Wirkung auf die Stromnetze erreicht werden kann. Hier bildeten gepoolte Batterien von Elektrofahrzeugen einen verbrauchsnahen Stromspeicher signifikanter Größe, der sich zum Ausgleich von Schwankungen im Stromnetz eignete. Fahrzeuge konnten dabei sowohl Strom laden, als auch Energie zurück in das Stromnetz einspeisen. Hierzu erfolgte ein einjähriger Flottenversuch, in dem die Kooperationspartner ihre technologischen Lösungen einbrachten. So entwickelte das Solartechnikunternehmen SMA eine als Experimentiersystem konzipierte bidirektionale DC-Ladestation und fertigte eine Kleinserie von 40 Geräten. Die Volkswagen AG stattete 20 e-up!1 mit einer bidirektionalen Ladefunktion aus und baute eine Kommunikationsanbindung zwischen Ladesteuerung und Volkswagen-Backend ein. Als Nutzerschnittstelle diente eine eigene Mobiltelefon-App. Die Teilnehmer des Flottenversuchs erhielten dadurch Informationen, wie sich ihr persönliches Fahrverhalten und die Anforderungen des Strommarktes miteinander verbinden lassen. „Sie haben ihre Fahrzeugbatterie zur Unterstützung des Stromnetzes freigegeben und dabei grundsätzlich keine Einschränkungen in ihrer alltäglichen Mobilität festgestellt. Dazu hat auch das im Projekt entwickelte Anreizsystem in Form einer SchwarmStrom®-Prämie beigetragen. Diese haben die Teilnehmer erhalten, sobald sie einen Teil ihrer Batteriekapazität für die energiewirtschaftliche Nutzung freigaben“, erläuterte LichtBlick zum Vorgehen im Flottenversuch. Das Energie- und IT-Unternehmen hat die Elektrofahrzeuge über seine Steuerungssoftware SchwarmDirigent® in den Energiemarkt eingebunden und stellte im Ergebnis fest: „Elektrofahrzeuge können mit hoher Sicherheit und kurzer Reaktionszeit eine Leistungsreserve für das Stromnetz bereitstellen.“ Allerdings zeigte die energiewirtschaftliche Analyse, dass die Erbringung von Regelleistung durch einen Elektrofahrzeugpool unter derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht rentabel sei. Geplante Gesetzesänderungen, technische Weiterentwicklungen und der Wandel des Energiesystems könnten in Zukunft indes für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen.

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