Start Erneuerbare Energien Furcht vor Marktbeherrschung auf dem Energiemarkt

Furcht vor Marktbeherrschung auf dem Energiemarkt

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Die Öko-Energieversorger Naturstrom und Lichtblick fürchten eine Marktbeherrschung auf dem Energiemarkt durch die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch E.ON. Diese hatte die Europäische Kommission jüngst im September genehmigt. Durch den Tausch von Geschäftsbereichen teilten die beiden Großkonzerne den deutschen Energiemarkt im Handstreich neu untereinander auf, monierte Naturstrom am 18. September 2019 hierzu. Der Genehmigungsbeschluss der EU-Kommission sieht vor, dass RWE den kompletten Kraftwerkspark von Innogy und E.ON sowie eine Beteiligung an E.ON in Höhe von 16,7 Prozent erhält. E.ON bekommt das Endkundengeschäft im Strom- und Gasbereich, den Betrieb von Strom- und Gasnetzen sowie Zukunftsgeschäfte wie Energiedaten oder Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

Einzigartige Marktbeherrschung in Deutschland

„Der Zusammenschluss der zwei mit Abstand größten deutschen Energiekonzerne ist eine weitere Zäsur für den deutschen Energiemarkt. Wettbewerb und Innovation werden auf der Strecke bleiben – Verbraucher und der Industriestandort Deutschland insgesamt die Zeche zahlen müssen“, erklärt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft der LichtBlick SE. „Eine solche Machtkonzentration hat es im deutschen Energiemarkt noch nie gegeben.“ Die Genehmigung des Deals sei „ein schwerer Rückschlag für den Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt und konterkariert die vor 20 Jahren begonnene Liberalisierung in diesem Feld. Der neue Zuschnitt von E.ON bringt diesem Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung ein, zum Nachteil anderer Energieanbieter wie Stadtwerken und Ökostromversorgern, vor allem aber dann mittelfristig für Millionen von Haushalts- und Gewerbekundinnen und -kunden“, warnt NATURSTROM-Vorstandschef Dr. Thomas E. Banning.

Wettbewerb außer Kraft

E.ON werde in der Energiebelieferung an Endkundinnen und Endkunden und beim Betrieb der Strom- und Gasnetze das dominierende Unternehmen in Deutschland sein. Mit der Übernahme der Innogy-Kundinnen und -Kunden könne E.ON inklusive aller seiner Beteiligungen rund 16 Millionen Stromkundinnen und -kunden beliefern. Für rund 67 Prozent der Abnehmer in Deutschland werde der E.ON-Konzern zum Grundversorger. Außerdem seien gemessen an der Leitungslänge über 50 Prozent der Verteilnetze in der Hand des Konzerns. „Es muss damit gerechnet werden, dass E.ON Schritt für Schritt viele unabhängige kommunale und mittelständische Anbieter binnen weniger Jahre aus dem Markt verdrängt, andere zumindest zurückdrängt“, so Banning weiter. „Das kann dazu führen, dass Stromkundinnen und -kunden in manchen Regionen zukünftig nur noch die Wahl zwischen unterschiedlichen E.ON-Töchtern und -Marken haben – der Wettbewerb wäre außer Kraft gesetzt, die Endverbraucherinnen und Endverbraucher müssten in der Folge mit steigenden Strompreisen rechnen.“

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