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Intelligente Netzallianz für weniger Kupfer

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Bildquelle: Siemens

Siemens und die Allgäuer Überlandwerk GmbH (AÜW) schlossen eine Netzallianz und wollen mit ihrem Gemeinschaftsunternehmen egrid die Ergebnisse aus den beiden gemeinsamen Smart-Grid-Forschungsprojekten IRENE und IREN2 in Wildpoldsried kommerziell umsetzen. Wie der deutsche Technologiekonzern am 24. Februar 2017 vereinbarten die Unternehmen, dass Siemens 49 Prozent der Anteile des AÜW-Tochterunternehmens egrid applications & consulting GmbH übernehmen wird. Diese Transaktion stehe allerdings bis zur Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden unter Vorbehalt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll innovative Beratungsangebote für Verteilnetzbetreiber anbieten und bestehende Angebote kontinuierlich weiterentwickeln. „Intelligenz statt Kupfer“-Lösungen für den smarten Netzausbau seien dabei den Fokus, wenn es darum geht, große Leistungen aus dezentralen Erzeugungsanlagen einzubinden und Verteilnetze intelligent zu steuern.

Große Reserven für Netzallianz in der Praxis

„Die Ergebnisse der beiden Forschungsprojekte IRENE und IREN2 haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Das freut mich sehr und ist ein idealer Startpunkt für das neue Joint Venture. Andere Netzbetreiber werden jetzt von unseren Lösungen zur dezentralen Einspeisung und Speicherung profitieren können. Aus der Praxis und für die Praxis. So fördern wir gemeinsam mit dem Allgäuer Überlandwerk aktiv die Energiewende“, sagte Michael Schneider, Leiter des Geschäftssegments Power Technologies International (PTI) in der Siemens-Division Energy Management. Michael Lucke, Geschäftsführer vom AÜW  ist überzeugt, dass die Ergebnisse aus Wildpoldsried und weiteren Kunden der egrid zeigten, dass das Stromnetz wesentlich größere Reserven habe, als gedacht. „Diese Erkenntnis und das Wissen darüber, warum das so ist, bildet die Grundlage für unser Gemeinschaftsunternehmen mit Siemens.“

Ökostromerzeugung höher als Bedarf

Die Menge der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist in Wildpoldsried fünfmal höher als der Eigenbedarf des Dorfes. Während der Laufzeit des ersten Projekts IRENE (Integration regenerativer Energien und Elektromobilität) von Mitte 2011 bis Ende 2013 bauten Siemens und AÜW zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft daher in der Allgäuer Gemeinde ein Smart Grid auf, um Stromerzeugung und -verbrauch auszubalancieren und so das Netz stabil zu halten. Von 2014 bis 2017 läuft jetzt das Forschungsprojekt IREN2 (Zukunftsfähige Netze für die Integration Regenerativer Energiesysteme), in dessen Rahmen der optimale Betrieb von autarken Inselnetzen und topologischen Kraftwerken wissenschaftlich untersucht und praktisch erprobt wurden. Neuartige Netzstrukturen und deren Betriebsführung nach technischen und wirtschaftlichen Kriterien werden laut Siemens untersucht, um herauszufinden, wie sich Energiesysteme mit verteilter Stromerzeugung und zusätzlichen Komponenten technisch und wirtschaftlich optimieren lassen. Dementsprechend bot das Allgäuer Forschungsfeld Wildpoldsried für die Partner der Netzallianz die besten Voraussetzungen, theoretische Ergebnisse an einem realen intelligenten Energiesystem verifizieren zu können.

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