Start Erneuerbare Energien Klimaschutz mit Erdgas und Kohleausstieg

Klimaschutz mit Erdgas und Kohleausstieg

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Quelle: Enervis

„Ohne einen beschleunigten Kohleausstieg ist eine effiziente und effektive Dekarbonisierung von Strom und Wärme nicht möglich. Der Kohleausstieg ist daher energiewirtschaftlich und politisch vorrangig“, steht ganz oben in der Ergebniszusammenfassung der aktuellen Studie zum Klimaschutz durch Sektorenkopplung, die Autoren vom Energieberater enveris  am 21. März 2017 in Berlin vorstellten. In ihren sechs Szenarien zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes durch Voll- bzw. Teilelektrifizierung – mit und ohne Power to Gas kamen sie zudem zum Ergebnis, dass Erdgas bis mindestens 2040 die kosteneffizienteste CO2- Vermeidungsoption für Wärme und bis 2050 und darüber hinaus ein kosteneffizienter CO2-armer Energieträger für Backup-Kraftwerke darstelle. Um die Klimaschutzziele kosteneffizient zu erreichen, müsse Technologieoffenheit herrschen. Demnach stellt die Gasinfrastruktur laut Studie eine wichtige Flexibilitätsoption für die Flankierung der erneuerbaren Energien dar. Eine dekarbonisierte Welt mit Power-to-Gas könne volkswirtschaftlich günstiger sein als eine Welt ohne Gas. Auftraggeber der Studie sind DEA, EWE, Gascade, Open Grid Europe, Shell, Statoil, Thüga und VNG.

Kohle für sicheren Strom unverzichtbar

Demgegenüber sieht die Stadtwerkekooperation Trianel ihr Steinkohlenkraftwerk Lünen als Eckpfeiler einer sicheren Stromversorgung, das im letzten Jahr gegenüber 2015 bei den Betriebsstunden und somit beim CO2-Ausstoss zulegte:

 2015

Betriebsstunden

4.553

CO2-Ausstoß

2.078.468 Tonnen

 2016

Betriebsstunden

7.524

CO2-Ausstoß

3.429.206 Tonnen

„Die Nachfrage nach flexibler Stromerzeugung wächst und wirkt sich positiv auf die Auslastung unseres hocheffizienten Kraftwerks aus“, sagt Stefan Paul, Geschäftsführer der Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH & Co. KG jetzt im März. Im zurückliegenden Jahr erzeugte das moderne Steinkohlekraftwerk am Lüner Stammhafen rund 4,68 Milliarden Kilowattstunden Strom und steigerte dadurch die Jahresauslastung auf rund 86 Prozent. Zugleich stellte das Lüner Kraftwerk verstärkt Regelleistung zur Erhaltung der Netzstabilität bereit und trug so zur Versorgungssicherheit bei. „Moderne konventionelle Kraftwerke wie TKL flankieren den Ausbau der Erneuerbaren und spielen als Brückentechnologie weiterhin eine entscheidende Rolle“, so Paul. Für das Betriebsjahr 2017 und die folgenden Jahre rechnet sein Unternehmen mit einer weiter steigenden Bedeutung des Kraftwerkbetriebs für die Versorgungssicherheit und Systemstabilität. Ein beschleunigter Kohleausstieg dürfte dieser Bedeutung wohl entgegen stehen.

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