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Kohlendioxid auf neuem Rekordniveau

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Quelle: World Metrological Organization

Der Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre erklomm 2016 ein neues Rekordhoch, berichtete die Weltwetterorganisation WMO Ende Oktober 2017 in ihrem aktuellen Treibhausgas-Bulletin. Die CO2-Konzentration stieg demnach im letzten Jahr auf 403,3 Teilchen pro Million Teilchen (ppm) gegenüber dem Vorjahr mit 400 Teilchen pro Million Teilchen. Der jüngste Zuwachsrekord mit deutlich unter 2 Teilchen pro Million Teilchen stammte aus dem Jahr 2013. 1996 betrug die Konzentration erst 362 Teilchen pro Million Teilchen. Die US-Klimabehörde NOAA hatte im August 2017 für das vergangene Jahr eine CO2-Konzentration von 402,9 Teilchen pro Million Teilchen gemeldet. Die WMO führte hier Messungen von doppelt so vielen Stationen wie die NOAA durch, sagte WMO-Klimaforscherin Oksana Tarasova. Als Grund für den rapiden Anstieg nennen die Klimaforscher Aktivitäten von Menschen und Wetterphänomene wie El Niño mit seinen erhöhten Ozeantemperaturen und Dürren in den Tropen. Eine wachsende Bevölkerung, intensive Landwirtschaft, zunehmende Landnutzung und Abholzung sowie die Industrialisierung mit erhöhtem Energiebedarf aus fossilen Brennstoffen trugen laut Bulletin zu solch hohen CO2-Werten in der Atmosphäre bei.

Rapide Einschnitte bei Kohlendioxid nötig

Bis 1750 im vorindustriellen Zeitalter lag die Konzentration mindestens 800.000 Jahre konstant unter 280 Teilchen pro Million Teilchen. Der weltweite Ausstoß von CO2 war zwar in den letzten drei Jahren praktisch konstant, aber die Konzentration in der Atmosphäre wächst auch bei einem gleichbleibend hohen Ausstoß. Der Strahlungsantrieb durch alle Treibhausgase sei seit 1990 um 40 Prozent gestiegen, davon allein 2016 um 2,5 Prozent, ist im Bulletin nachzulesen. „Ohne rapide Einschnitte bei CO2- und anderen Treibhausgasemissionen steuern wir bis Ende des Jahrhunderts auf gefährliche Temperaturanstiege zu, die deutlich über den Zielen des Weltklimaabkommens von Paris liegen. Künftige Generationen erben einen deutlich unwirtlicheren Planeten“, warnte daher WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Das neue Treibhausgas-Bulletin der WMO soll mit dem neuen Bericht des UN-Umweltprogramms (Unep) über Fortschritte bei der Reduzierung der Treibhausgase als Grundlage für die Weltklimakonferenz in Bonn ab 6. November 2017 dienen. Im Emissions Gap Report des Unep steht, was die Weltbevölkerung tun muss, um die Erderwärmung, wie im Weltklimavertrag von Paris festgelegt, bis Ende des Jahrhunderts auf unter zwei Grad zu begrenzen.

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