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Mehr smart macht’s möglich

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Diese intelligente Fernwirkeinheit liefert Informationen, mit denen der dezentrale Regionalcontroller im Umspannwerk Niederstetten die Spannungsregelung, das Störungsmanagement und die Kommunikationsanbindung sicherstellt.
Bildquelle: Siemens

Alles, was smart ist, hat Konjunktur. Informationen erleben auf Datenautobahnen den Geschwindigkeitsrauch. Analoge Zahlen auf Strom- und Gaszählern wirken wie Zeugen einer vergangenen Zeit. Sie können inzwischen per Smartphon-App pixometer vom Spezialisten zur automatisierten Datenerfassung pixolus digitalisiert werden. Die Energiewelt sucht wie andere Branchen auch Anschluss an die allumfassende Digitalisierung. Virtuelle Kraftwerke und Netze können fernab ihrer Standorte gesteuert werden. Ende Oktober 2015 nahmen Siemens und Netze BW Ende Oktober 2015 im baden-württembergischen Niederstetten eine neuartige Automatisierungslösung für das Mittelspannungsnetz in Betrieb. „Bei dem Projekt zum Thema intelligente Verteilnetze geht es darum, eine Lösung zu finden, die es ermöglicht, mehr dezentrale und erneuerbare Energiequellen ins Netz zu integrieren, ohne die Netzstabilität zu gefährden und vorhandene Leitungen höher auslasten zu können“, informierte der deutsche Technologiekonzern. Dazu sollen Störungen im Netz schneller erkannt und eingegrenzt werden, um das Netz wieder freizuschalten. Jetzt läuft eine einjährige Pilotphase. Mit optimierter Technik soll danach ein flächendeckender Einsatz der neuen Netzautomatisierungslösung möglich sein.

Herzstück smarter Verteilnetze

Herzstück der verteilten Netzintelligenz ist ein dezentraler Regionalcontroller, der als Automatisierungseinheit und Mikrorechner im Umspannwerk Niedersetzen installiert ist.

Verteilte Netzintelligenz: Herzstück ist ein Regionalcontroller, der, als Mikrorechner im Umspannwerk Niederstetten eingebaut, das unterlagerte Mittelspannungsnetz überwacht und steuert. Dafür erhält er Messwerte aus 14 Ortsnetzstationen, auf deren Grundlage er Fehler im Netz frühzeitig erkennt und mit geeigneten Schaltmaßnahmen behebt. Zudem kann die Spannung im Verteilnetz besser gesteuert werden, um noch weitere dezentrale Erzeugungsanlagen zu integrieren. VLR: Voltage line regulator (Spannungsstrangregler)/ NOP: Normally open point (Trennstelle).
Quelle: Siemens

Der Controller steuert und überwacht das Mittelspannungsnetz. Er basiert auf einem Sicam-Automatisierungssystem von Siemens und stellt die Spannungsregelung, das Störungsmanagement und die Kommunikationsanbindung sicher. „Neben der Automatisierungstechnik vor Ort gibt der dezentrale Regionalcontroller die verdichteten Daten aus den intelligenten Feldgeräten an das zentrale SCADA-System (Supervisory Control and Data Acquisition) weiter“, heißt es bei Siemens. Um Fehler frühzeitig zu erkennen und mit geeigneten Schaltmaßnahmen zu beheben, erhält der Controller Messwerte aus 14 Ortsnetzstationen.

Smarte Spannungssteuerung

Zudem kann nach Aussage von Siemens die Spannung im Verteilnetz besser gesteuert werden, um noch mehr dezentrale Erzeugungsanlagen zu integrieren. Dafür ist eine Weitbereichsspannungsregelung mit zwei Mittelspannungsstrangregler-Transformatoren, inklusive Power-Quality-Messung auf der Primär- und der Sekundärseite installiert worden. Die Spannung kann in den Netzsträngen über die Mittelspannungsstrangregler so eingestellt, dass sowohl die Anforderungen der Industrieverbraucher erfüllt werden als auch die Einspeisung von dezentralen Stromerzeugern uneingeschränkt möglich ist. Die Spannungsregler bekommen ihre Stufbefehle vom Regionalcontroller auf Basis der verteilten Spannungsmessung im Mittelspannungsnetz. „Mit intelligenten Stromversorgungsnetzen werden wir die Energiewende meistern. Die Technik dafür gibt es längst. In Niederstetten zeigen wir, wie sich mit bewährten Produkten und Systemen aus unserem Automatisierungs-Portfolio bestehende Verteilnetze fit für die Zukunft machen lassen“, sagte Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Energy Management.

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