Start Erneuerbare Energien Mit Dampf Regelleistung vermarkten

Mit Dampf Regelleistung vermarkten

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Bildquelle: Enerstorage

Seit Oktober 2015 ist Enerstorage am Regelleistungsmarkt präqualifiziert. Der Power-to-Heat Pionier ist damit der dritte neue Anbieter für Sekundärregelleistung in diesem Jahr. Von insgesamt 60 zugelassenen Unternehmen und Stadtwerken bietet rund die Hälfte Sekundärregelleistung an, die innerhalb von 5 Minuten abrufbar sein muss und von den Übertragungsnetzbetreibern wöchentlich ausgeschrieben wird. Enerstorage stellt hier momentan ausschließlich negative Regelleistung an. Derzeit sind es 20 Megawatt in vermarkteter Sekundärregelleistung mit ganzjährig sichergestellter Bescherung in den Netzgebieten der Übertragungsnetzbetreiber 50hertz und TenneT. Geplant ist, ab 2016 auch positive Regelleistung anzubieten. Außerdem läuft die Präqualifizierung, um bei der täglichen Ausschreibung zur Minutenregelleistung mitbieten zu können. Sie ist innerhalb von 15 Minuten bereitzustellen. Wie bei der Sekundärregelleistung ist dem Netz negativ Strom zu entziehen, wenn die Nachfrage geringer ausfällt als die eingespeisten Strommengen. Umgekehrt erfordert eine starke Nachfrage positiv eine höhere Stromeinspeisung ins Netz, damit die Frequenz von 50 Hertz stabil bleibt.

Mit Netzstrom Dampf erzeugen

Seit 2012 konzipiert, finanziert und vermarktet Enerstorage Power-to-Heat-Anlagen an Industriestandorten mit großem Wärmebedarf von mindestens 10 Megawatt.

Bildquelle: Energstorage
Bildquelle: Enerstorage

Elektrodendampfkessel von Enerstorage wandeln Strom in Dampf um, aus dem Wärme gewonnen wird. Ist zu viel Strom im Netz, können 50hertz und TenneT die Power-to-Heat Kessel einschalten, so dass weniger Dampf und Wärme aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Gas erzeugt werden muss. Das schont das Klima, und sorgt für Ausgleich im Stromnetz gleichermaßen. Da sich die Elektronenkessel schnell und präzise Regeln lassen, eignen sie sich in einem besondern Maß für die Erbringung von Regelleistung. Bei der Vermarktung von Power-to-Heat-Anlagen unterstützt Enerstorage als frisch präqualifizierter Regelelistungsanbieter Unternehmen nicht nur im Rahmen des eigenen entwickelten Contractingmodells, sondern vermarktet auch Bestandsanlagen seiner Partner und Anlagen von weiteren Unternehmen.

Dampf kann Netz stabilisieren

Im zunehmend volatilen Strommarkt können laut Enerstorage Unternehmen mit hohem Energiebedarf mit Hilfe eines umfassenden Energiemanagements ihre Energieversorgung und ihren Energieverbrauch aktiv steuern und dadurch Kosten senken und dazu noch ihre Flexibilitäten gewinnbringend am Regelleistungsmarkt vermarkten. „Weil das aber nicht zu ihrem Kerngeschäft gehört, wissen die meisten Unternehmen nicht, welche ungenutzten Chancen sie hier haben“, sagt Assmann. „Hier liegen große Erlöspotenziale brach.“ Nach seinen Schätzungen bietet erst rund ein Drittel aller Industrieunternehmen in Deutschland ihre Flexibilität am Regelleistungsmarkt an. Insgesamt habe die deutsche Industrie erst einen Anteil am Regelleistungsmarkt von unter 10 Prozent. Theoretisch möglich hält Assmann einen Anteil von über 50 Prozent. Große ungenutzte Flexibilitätspotenziale wiesen Chemieindustrie, Abfallwirtschaft und Papier- und der Lebensmittelindustrie auf. Im Contracting-Modell vom Dienstleister Enerstorage hätten Unternehmen die Möglichkeit, ohne selbst zum Beispiel in eine zehn Megawattanlage zu investieren, direkt Mehrerlöse von über 100.000 Euro pro Jahr zu erzielen, während dies in der Vermarktung von Bestandsanlagen je nach verfügbaren Flexibilitäten stark variiert. Hierbei schließt Enerstorage Lasten von Unternehmen zu Pools zusammen und bietet sie gebündelt am Regelleistungsmarkt an, wenn ihre zu vermarktbaren Flexibilitäten nicht die erforderliche Größenordnung erreichen.

Zukunft für Dampf

In Sachen Preisverfall am Regelleistungsmarkt gibt sich Assmann optimistisch: „Enerstorage geht mittelfristig von einer Erholung des Marktes aus. Aufgrund der geringen Investitionskosten von Power-to-Heat-Anlagen und der schlanken Organisation kommen wir auch mit dem aktuellen Preisniveau gut aus.“ Um  mehr industrielle Flexibilitäten zu erschließen, müssten vor allem regulatorische und preisliche Hürden beseitigt werden, macht Assmann außerdem deutlich. „Nebenkosten und Umlagen müssen genauso wie die Börsenpreise flexibel sein. Ansonsten wird das Stromangebot künstlich hochgetrieben, weil sich erst bei sehr hoher Energieeinspeisung das Flexibilitätsmanagement lohnt.“ Das stehe dem notwendigen Wettbewerb und der sinnvollen Nutzung von Stromüberschuss entgegen. „Wir sehen die Regelenergiemärkte zunächst einmal als geeignete Pilotmärkte für unsere Power-to-Heat-Anlagen. Von Vorteil ist beispielsweise, dass die aktuell noch hohen Stromnebenkosten im Arbeitspreisgebot berücksichtigt werden können. So können Industrieunternehmen hier schon heute Mehrerlöse erwirtschaften und gleichzeitig ihren Beitrag zur Stabilität der Netze und zur Energiewende leisten“, so Assmann. Mittels Contracting hätten diese keinen Aufwand und kein Risiko.

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