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Neue Diskussionen zu Gleichstromverbindungen

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Bayern kritisierte die Pläne für Stromtrassen.
Bildquelle: Bayerisches Wirtschaftsministerium

Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT, TransnetBW und 50Hertz veröffentlichten am 27. September 2016 Vorschläge für mögliche Erdkabelkorridore der Gleichstromverbindungen SuedLink und SüdostLink. Sie sollen Strom von Offshore-Windparks in die süddeutschen Industriestandorte transportieren. Da die Korridore über bayerisches Territorium verlaufen, ist Tennet auch an beiden Erdkabelprojekten beteiligt, während 50Hertz am Projekt SüdostLink dabei ist, und die Baden Württemberger am SuedLink-Projekt mitarbeiten. „Noch vor dem offiziellen Antragsverfahren suchen wir den Dialog mit der Öffentlichkeit“, sagte Dr. Werner Götz, Mitglied der Geschäftsführung der TransnetBW zu den Vorschlägen. Jetzt starte die Bürgerbeteiligung, bei der die Planungen erklärt und die Vorschläge diskutiert würden. „Wir wollen frühzeitig und transparent informieren. Das stellt sicher, dass alle verfügbaren lokalen und regionalen Informationen helfen, die Planung zu optimieren.“ Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung der TenneT machte zur Erdkabelverbindung klar: „Das ist der Wunsch der Bürger, für den die Politik den Weg frei gemacht hat.“

Aigners Kostenrechnung

Auch die bayerische Energieministerin Ilse Aigner äußerte sich im deutschen Fernsehen am 27. September 2016 zufrieden mit den Vorschlägen zu den Erdkabelkorridoren der Gleichstromverbindungen und bekräftige erneut: „Monstertrassen wird es nicht geben.“ Planungsrealität und Gegebenheiten vor Ort müssten jetzt abgeglichen werden. Hier sei es wichtig, die Bürger mitzunehmen. Außerdem könnten die höheren Kosten der Erdverkabelung wieder eingespielt werden, weil sich durch sie die Kosten für die Abregelung von Kraftwerken, sprich Redispatch, einsparen ließen. Diese schlügen beim Netzbetreiber immerhin mit 15 Prozent zu Buche. Lediglich 5 Prozent entfielen auf den Trassenausbau, machte Aigner die Rechnung in der Bayerischen Rundschau auf. Wegen der gestiegenen Redispatch-Kosten hatte TenneT laut Medienberichten bereits steigende Strompreise angekündigt.

Gleichstromverbindungen bis 2025

Bis November 2016 können Bürger, Kommunen und Initiativen Vorschläge und Hinweise einbringen oder Einwand erheben. Dass dies kein leichter Gang wird, zeigen erste Reaktionen von Betroffenen in den Medien. Aufseiten der Übertragungsnetzbetreiber ist geplant, die beiden Korridore bis 2025 fertigzustellen. TenneT, TransnetBW und 50Hertz wollen den Genehmigungsantrag für ihr jeweiliges Projekt auf Bundesfachplanung im ersten Quartal 2017 bei der Bundesnetzagentur einreichen. Dazu sollen in den kommenden Wochen eine Reihe von Informationsveranstaltungen stattfinden, auf denen die jeweils 1 Kilometer breiten Trassenkorridor-Alternativen und Technik vorgestellt werden und Bürger sich hierzu äußern können.

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