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Ökostrommarkt braucht klare Kennzeichnung

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Bildquelle: Trianel Erneuerbare Energien TEE

Über Trends im Ökostrommarkt in Deutschland informierte jüngst im August das Umweltbundesamt und veröffentlichte dazu die Marktanalyse Ökostrom II. Dementsprechend sei die Nachfrage nach Ökostrom in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Der Bedarf an Ökostromzertifikaten zwischen 2013 und 2017 sei dabei um gut 23 Prozent gestiegen und umfasste eine Strommenge von fast 100 Milliarden Kilowattstunden. „Die Stromkennzeichnung müsste aber verständlicher und bekannter werden, um Wirkung zu entfalten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat die Zusammensetzung des Stromproduktes und dessen Preis eine gleichgewichtige Bedeutung, so die repräsentativen Ergebnisse. Label finden Beachtung und darüber hinaus scheint Regionalität beim Strombezug eine zunehmende Rolle zu spielen“, fasst das Umweltbundesamt zur Marktanalyse zusammen. Darüber hinaus werde die Anzahl Erzeugungsanlagen ohne eine EEG-Vergütung zunehmen, wodurch sich neues Potenzial für Herkunftsnachweise eröffne.

Herkunftsnachweise puschen Ökostrommarkt

Falls Herkunftsnachweise ein hohes und stabileres Preisniveau erreichten, würden sich der Stellenwert der Herkunftsnachweise und deren Beitrag zur Energiewende ändern. im Rahmen langfristiger Lieferverträge könnte dies zum Beispiel zu einem relativ verlässlich kalkulierbaren Gewinn werden. Das Ziel einiger Ökostromsiegel, mit dem Bezug von Ökostrom die Errichtung neuer Anlagen jenseits der Förderung anzureizen, könnte sich auf diesem Weg in den kommenden Jahren leichter erreichen lassen.

Außerdem könnte der Ökostrombezug von kleinen und mittleren Unternehmen Wirkung entfalten, da es hier in Summe große Mengen gehe. Diese Unternehmen machten mehr als 90 Prozent des Anteils aller Unternehmen in Deutschland aus und seien somit auch für einen wesentlichen Anteil des Stromverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen verantwortlich. Nach eigener Aussage beziehen insgesamt 38 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen Ökostromprodukte. Die Stromkennzeichnung könnte folglich bei mehr Beachtung dafür sorgen, dass der Anteil der Ökostrom beziehenden Unternehmen weiter steigt.

Die Marktanalyse zeigte für Herkunftsnachweise ein funktionierendes Zusammenkommen von Angebot und Nachfrage. Der Markt für Herkunftsnachweise in Deutschland sei demnach geprägt von stabilen Handelsbeziehungen. Doch die Preisbildung sei unberechenbar. Seit 2013 stammen laut Marktanalyse die in Deutschland entwerteten Herkunftsnachweise annähernd zur Hälfte aus Norwegen und zu über 90 Prozent aus Wasserkraft. Nur 9 Prozent der gesamten Entwertungsmenge 2017 stammten aus europäischen Anlagen außerhalb von Deutschland, die eine Vergütung bzw. Förderung in Anspruch nehmen. Der Anteil von Herkunftsnachweisen aus Anlagen, die jünger als sechs Jahre sind, sei mit 5 Prozent gering. Daher seien die Preise für Strombezug aus Neuanlagen häufig deutlich höher.

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