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Pipeline-Ticker 2020

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Quelle: Gazprom

28. März

Das russische Pipeline-Verlegeschiff Akademik Tscherskij passierte das Kap der Guten Hoffnung von Südafrika und passiert mit 10 Knoten die Küstengewässer nahe Kapstadt. Der aktuelle Kurs ist laut Marine Traffic die Hafenstadt Pointe Noire an der Küste der Republik Kongo.

Quelle: Gazprom

„Zum Auftrag, die Möglichkeit der Lieferung von Gas über die Gasleitung Power of Siberia 2 auf dem Transitweg durch die Mongolei für den chinesischen Markt zu untersuchen, kann das Versorgungsvolumen bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr betragen. Dementsprechend sind wir bereit, die Arbeit fortzusetzen“, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller in einem Arbeitstreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am 27. März 2020.

24. März

Die Akademik Tscherskij passiert laut Marine Traffic mit einer Geschwindigkeit von 12 Knoten die Küste von Südafrika und soll am 27. März 2020 Kapstadt erreichen. Das Pipeline-Verelegeschiff ist seit Verlassen des Hafen von Nachodka im Fernen Osten Russlands 43 Tage unterwegs. Es soll den noch fehlenden Abschnitt der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee verlegen.

18. März

Am 23. März 2020 soll das russische Pipeline-Verlegeschiff Akademik Tscherskij laut Marine Traffic im Hafen von Mosambiks Hauptstadt eintreffen. Am 10. Februar 2020 hatte das Spezialbauschiff seinen langfristigen Ankerort, den Hafen von Nachodka im Fernen Osten Russlands, verlassen. Aktuell passiert die Akademik Tscherski mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Knoten die Straße von Malakka. Sie soll den noch fehlenden Abschnitt der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee verlegen.

4. März

„Das Spiel ist noch nicht vorbei. Die Russen werden versuchen, eigene technische Möglichkeiten zu schaffen, um die Verlegung der Pipeline abzuschließen“, zitierten Agenturen den Chef des ukrainischen Gasversorgers Naftogaz Ukraine Andrej Koboljew. Es liefen Diskussionen mit den USA darüber, wie sich sicher stellen lässt, dass Nord Stream 2 Projekt vollständig begraben wird. Die Sanktionen Washingtons sei einer der wichtigsten Schritte, die Energieversorgungssicherheit der Ukraine zu unterstützen. „Ich hoffe, dass die US-Regierung ihre Anstrengung in diese Richtung verstärkt“, so Kobolejew.  Das russische Pipeline-Verlegeschiff Akademik Tscherskij legte russischen Medien zufolge in Sri Lanka ab, und ist in Richtung Suez unterwegs. Das Schiff gehört dem russischen Gaskonzern Gazprom und verfügt über die nötigen Einrichtungen, um die Verlegearbeiten in der Ostsee fertig stellen zu können.

28. Februar

Das Volumen der Gaslieferungen aus Aserbaidschan nach Europa über den Südlichen Gaskorridor soll verdoppelt werden, erklärte Klaus-Dieter Borchardt, stellvertretender Generaldirektor der Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission, Medien zufolge in Baku auf einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen des sechsten Ministertreffens im Rahmen des Beirates zum Südlichen Gaskorridor in Baku. „Es ist geplant, das Liefervolumen nach Europa von 10 auf 20 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen, dies wurde bereits vereinbart“, sagte der Vertreter der Europäischen Kommission. Derzeit liefen in Aserbaidschan Explorationsarbeiten bei neuen vielversprechenden Gasfeldern. Künftige Lieferungen könnten an Länder in Südosteuropa und des Balkans gehen. „In einer Reihe europäischer Länder ist geplant, den Einsatz von Kohle auf Null zu reduzieren und vollständig auf Gas umzusteigen“, so Borchardt. Die Europäische Kommission prüfe die Aussichten für eine Erweiterung des Südlichen Gaskorridors. Hierfür kämen auch neue Gasquellen im Kaspischen Meer infrage.

Der Südliche Gaskorridor erstreckt sich über 3500 Kilometer von Aserbaidschan bis nach Süditalien durch das Gebiet von Georgien, der Türkei, Griechenland und Albanien. Er besteht aus drei Teilabschnitten, der Südkaukasus Pipeline, der Transanatolischen Gasleitung Tanap und der Transadria-Gasleitung Tap. Die Transportkapazität ist auf 16 Milliarden Kubikmeter Gas veranschlagt. Davon bezieht die Türkei 6 Milliarden Kubikmeter im Jahr. 10 Milliarden Kubikmeter sind zum Weitertransport nach Südeuropa vorgesehen. Der Beginn kommerzieller Lieferungen von aserbaidschanischem Gas nach Europa soll vor Ende 2020 erfolgen. Die Hauptgasquelle für den Gaskorridor ist Gasfeld Shah Deniz im Kaspischen Meer in der zweiten Ausbaustufe. Es verfügt Gasreserven von über 1200 Milliarden Kubikmeter.

19. Februar

Prognosen zu den Fertigstellungsterminen der Gasleitung Nord Stream-2 blieben bestehen. Das Projekt werde Ende 2020 spätestens Anfang 2021 abgeschlossen sein, sagte der stellvertretende Energieminister der Russischen Föderation Pawel Sorokin Medien zufolge auf einer Pressekonferenz in Berlin am 18. Februar. Im letzten Dezember verhängten die USA Sanktionen gegen das Gaspipeline-Projekt Nord Stream-2 und forderten auf, die Verlegearbeiten einzustellen. Das Spezialbauschiff Pioneering Spirit der Schweizer Allseas-Gruppe stellte die Verlegung der Gasleitung in der Ostsee ein. Weitere Sanktionen gegen Unternehmen, die das Gasleitungsprojekt mitfinanzieren, sind im Gespräch.

11. Februar

Gazprom plant, die Gasleitung Nord Stream 2 Ende 2020 in Betrieb zu nehmen. Das geht aus der Präsentation zum Investorentag in New York hervor.

6. Februar

Der österreichische Mineralölkonzern OMV stellte für das Pipeline-Bauprojekt Nord Stream 2 rund 700 Millionen Euro zur Finanzierung bereit, sagte der Vorstandsvorsitzende Rainer Seele in einer Telefonkonferenz mit Investoren. Dazu erklärte er, dass die Verzögerung beim Bau von Nord Stream-2 die finanzielle Rendite der Beteiligung von OMV an dem Projekt nicht beeinträchtigen würde. Laut Seele beinhalten die Finanzierungsmodalitäten des Projekts Bedingungen, die das Unternehmen vor dem Risiko des Verlusts investierter Mittel schützen. Die USA könnten weitere Sanktionen gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 in der Ostsee beschließen, berichteten Medien jüngst im Februar. Diese sollen sich dann gegen die Unternehmen richten, die das Projekt finanzieren und Gas abnehmen, sollte die Gasleitung fertig gestellt werden. Wenn nötig, könnten die Sanktionen bereits im Februar oder März verabschiedet werden. Wie OMV beteiligen sich an der Projektfinanzierung die europäischen Energieunternehmen Uniper, Shell, Engie und Wintershall. Sie tragen die Hälfte die Projektkosten, die auf 9,5 Milliarden Euro veranschlagt sind. Die andere Hälfte finanziert der russische Gaskonzern Gazprom selbst.

14. Januar

„Lieferungen über Turkish Stream decken alle unsere Verträge mit Verbrauchern in Bulgarien, Griechenland und Nordmazedonien sowie alle Verträge ab, die bis heute über den Transbalkan-Korridor geliefert wurden“, erklärte jüngst im Januar der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom Alexej Miller in einem Fernsehinterview. Dazu habe Bulgarien nach Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin im letzten Dezember die Bauarbeiten am Gasnetz im Land intensiviert, um Gas von der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream bis nach Serbien durchleiten zu können. Turkish Stream ging am 8. Januar 2020 offiziell in Betrieb. Wie Putin bekräftigte Miller, dass Russland in der Lage sei, die Nord Stream 2-Gaspipeline allein fertig bauen könne.

12. Januar

„Wir werden es auf jeden Fall alleine ohne ausländische Partner schaffen. Die Frage des Termins ist die einzige Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt. Die Fertigstellung wird natürlich um einige Monate verschoben. Ich hoffe, dass die Arbeiten bis Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sind, und die Pipeline funktioniert“, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am 11. Januar 2020 auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Moskau zum Gasleitungsprojekt Nord Stream 2. Es handle sich um ein wirtschaftliches Projekt, für dessen Umsetzung sich teilnehmende Unternehmen einsetzten. „Ich denke, dass das Projekt trotz amerikanischer Sanktionen umgesetzt werden kann. Der russische Präsident sagte, dass es eine gewisse Verzögerung geben wird, aber das Projekt wird umgesetzt“, bekräftigte die Bundeskanzlerin. „Ich möchte hier noch einmal betonen: Trotz aller politischen Probleme glauben wir, dass extraterritoriale Sanktionen der falsche Weg sind. Deshalb werden wir dieses Projekt auch in Zukunft unterstützen.“ Es sei durch die neue europäische Gesetzgebung legitimiert und müsse zu Ende gebracht werden. Deutschland und andere europäische Länder profitierten davon.

10. Januar

Der geschäftsführende Direktor des Gasfernleitungsnetzbetreibers der Ukraine, Sergej Makogon, ist Meiden zufolge der Ansicht, dass Gasimporte aus Südeuropa und der Türkei in die Ukraine wirtschaftlich sinnvoll sein könnten. Zuvor hatte er mitgeteilt, dass sein Unternehmen nach Möglichkeiten zur Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, sprich der Transbalkan-Gaspipeline, suche und bereits einen neuen Korridor für die Gasversorgung der Ukraine aus Bulgarien, der Türkei und Griechenland in Höhe von bis zu 15,8 Millionen Kubikmetern  pro Tag einrichten könne.

Quelle: Gas of Ukraine TSO

Im Januar rechne das Unternehmen mit Testlieferungen. Die Türkei, Griechenland und Bulgarien verbrauchten nicht nur Gas aus Russland. Griechenland importiere LNG seit langer Zeit, baue das zweite LNG-Importterminal und freue sich auf den Start von Gaslieferungen über die TANAP-Gaspipeline, die kaspisches Gas in die südeuropäische Region befördern werde. „Daher entwickelt sich diese Region aktiv, es gibt viele Gasquellen, und Lieferungen in die Ukraine könnten im Laufe der Zeit wirtschaftlich sinnvoll sein“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Prime Makogon am 9. Januar 2020. Durch die Inbetriebnahme der Gaspipeline Turkish Stream reduziert sich nach Angaben von Makogon der Transit über die Ukraine in diesem Jahr um rund 15 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Ukraine werde deswegen keine Einnahmen in Höhe von etwa 450 Millionen US-Dollar erzielen.

9. Januar

In Istanbul nahmen die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan am 8. Januar 2020 die Gasleitung Turkish Stream feierlich in Betrieb. Die 930 Kilometer lange Gasleitung verbindet Anapa an der russischen Schwarzmeerküste mit Kiyikoy am westtürkischen Bosporus. Sie besteht aus zwei Leitungssträngen mit einer Jahrestransportkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas. Ein Leitungsstrang soll den türkischen Gasmarkt versorgen. Der andere Leitungsstrang ist für die Versorgung von Süd- und Südosteuropa vorgesehen. Auf dem Festland sind die zwei Leitungsstränge an das türkische Gasnetz angeschlossen.

Quelle: Gazprom

Über die Gasleitung, über die die Türkei russisches Gas aus der Ukraine importierte, wird jetzt Gas von Turkish Stream an die bulgarische Grenze durchgeleitet. Seit Jahresanfang beziehen Medien zufolge Bulgarien, Griechenland und Nordmazedonien auf diesem Weg über die Türkei Gas von Turkish Stream. Dafür baute der bulgarische Gasnetzbetreiber Bulgartransgaz Leitungsabschnitte an der Grenze zur Türkei aus, errichtete eine neue Verdichterstation und rüstete die Transbalkangasleitung für den Gastransport in die Gegenrichtung aus. Damit auch Serbien russisches Gas über Turkish Stream importieren kann, befindet sich in Bulgarien seit letzten Herbst der sogenannte Balkanstrom, eine fast 500 Kilometer Ost-Westverbindung, im Bau. Im Mai 2020 soll Serbien hier erste Gaslieferungen erhalten können. Bei der endgültigen Fertigstellung des Balkanstroms und zwei neuer Verdichterstationen ist geplant, ab 2021 Gas von Turkish Stream bis nach Ungarn und Österreich durchzuleiten. Nach Informationen von Sribija-Gas im Dezember 2020 ist in Serbien die 403 Kilometer lange Leitungstrasse von der bulgarischen an die ungarische Grenze fertig.

6. Januar

Griechenland und Nordmazedonien importierten zusammen mit Bulgarien ab Jahresbeginn russisches Gas über die Turkish Stream-Gasleitung, sagte Wladimir Malinow, Geschäftsführer von Bulgartransgaz, in einem Radiointerview am 5. Januar. Die offizielle Einweihung der Schwarzmeergasleitung soll am 8. Januar 2020 in Istanbul erfolgen.

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