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Pipeline-Ticker 2020

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Quelle: Russischer Kreml

14. Januar

„Lieferungen über Turkish Stream decken alle unsere Verträge mit Verbrauchern in Bulgarien, Griechenland und Nordmazedonien sowie alle Verträge ab, die bis heute über den Transbalkan-Korridor geliefert wurden“, erklärte jüngst im Januar der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom Alexej Miller in einem Fernsehinterview. Dazu habe Bulgarien nach Kritik des russischen Präsidenten Wladimir Putin im letzten Dezember die Bauarbeiten am Gasnetz im Land intensiviert, um Gas von der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream bis nach Serbien durchleiten zu können. Turkish Stream ging am 8. Januar 2020 offiziell in Betrieb. Wie Putin bekräftigte Miller, dass Russland in der Lage sei, die Nord Stream 2-Gaspipeline allein fertig bauen könne.

12. Januar

„Wir werden es auf jeden Fall alleine ohne ausländische Partner schaffen. Die Frage des Termins ist die einzige Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt. Die Fertigstellung wird natürlich um einige Monate verschoben. Ich hoffe, dass die Arbeiten bis Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen sind, und die Pipeline funktioniert“, erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am 11. Januar 2020 auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Moskau zum Gasleitungsprojekt Nord Stream 2. Es handle sich um ein wirtschaftliches Projekt, für dessen Umsetzung sich teilnehmende Unternehmen einsetzten. „Ich denke, dass das Projekt trotz amerikanischer Sanktionen umgesetzt werden kann. Der russische Präsident sagte, dass es eine gewisse Verzögerung geben wird, aber das Projekt wird umgesetzt“, bekräftigte die Bundeskanzlerin. „Ich möchte hier noch einmal betonen: Trotz aller politischen Probleme glauben wir, dass extraterritoriale Sanktionen der falsche Weg sind. Deshalb werden wir dieses Projekt auch in Zukunft unterstützen.“ Es sei durch die neue europäische Gesetzgebung legitimiert und müsse zu Ende gebracht werden. Deutschland und andere europäische Länder profitierten davon.

10. Januar

Der geschäftsführende Direktor des Gasfernleitungsnetzbetreibers der Ukraine, Sergej Makogon, ist Meiden zufolge der Ansicht, dass Gasimporte aus Südeuropa und der Türkei in die Ukraine wirtschaftlich sinnvoll sein könnten. Zuvor hatte er mitgeteilt, dass sein Unternehmen nach Möglichkeiten zur Nutzung der vorhandenen Infrastruktur, sprich der Transbalkan-Gaspipeline, suche und bereits einen neuen Korridor für die Gasversorgung der Ukraine aus Bulgarien, der Türkei und Griechenland in Höhe von bis zu 15,8 Millionen Kubikmetern  pro Tag einrichten könne.

Quelle: Gas of Ukraine TSO

Im Januar rechne das Unternehmen mit Testlieferungen. Die Türkei, Griechenland und Bulgarien verbrauchten nicht nur Gas aus Russland. Griechenland importiere LNG seit langer Zeit, baue das zweite LNG-Importterminal und freue sich auf den Start von Gaslieferungen über die TANAP-Gaspipeline, die kaspisches Gas in die südeuropäische Region befördern werde. „Daher entwickelt sich diese Region aktiv, es gibt viele Gasquellen, und Lieferungen in die Ukraine könnten im Laufe der Zeit wirtschaftlich sinnvoll sein“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Prime Makogon am 9. Januar 2020. Durch die Inbetriebnahme der Gaspipeline Turkish Stream reduziert sich nach Angaben von Makogon der Transit über die Ukraine in diesem Jahr um rund 15 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Ukraine werde deswegen keine Einnahmen in Höhe von etwa 450 Millionen US-Dollar erzielen.

9. Januar

In Istanbul nahmen die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan am 8. Januar 2020 die Gasleitung Turkish Stream feierlich in Betrieb. Die 930 Kilometer lange Gasleitung verbindet Anapa an der russischen Schwarzmeerküste mit Kiyikoy am westtürkischen Bosporus. Sie besteht aus zwei Leitungssträngen mit einer Jahrestransportkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas. Ein Leitungsstrang soll den türkischen Gasmarkt versorgen. Der andere Leitungsstrang ist für die Versorgung von Süd- und Südosteuropa vorgesehen. Auf dem Festland sind die zwei Leitungsstränge an das türkische Gasnetz angeschlossen.

Quelle: Gazprom

Über die Gasleitung, über die die Türkei russisches Gas aus der Ukraine importierte, wird jetzt Gas von Turkish Stream an die bulgarische Grenze durchgeleitet. Seit Jahresanfang beziehen Medien zufolge Bulgarien, Griechenland und Nordmazedonien auf diesem Weg über die Türkei Gas von Turkish Stream. Dafür baute der bulgarische Gasnetzbetreiber Bulgartransgaz Leitungsabschnitte an der Grenze zur Türkei aus, errichtete eine neue Verdichterstation und rüstete die Transbalkangasleitung für den Gastransport in die Gegenrichtung aus. Damit auch Serbien russisches Gas über Turkish Stream importieren kann, befindet sich in Bulgarien seit letzten Herbst der sogenannte Balkanstrom, eine fast 500 Kilometer Ost-Westverbindung, im Bau. Im Mai 2020 soll Serbien hier erste Gaslieferungen erhalten können. Bei der endgültigen Fertigstellung des Balkanstroms und zwei neuer Verdichterstationen ist geplant, ab 2021 Gas von Turkish Stream bis nach Ungarn und Österreich durchzuleiten. Nach Informationen von Sribija-Gas im Dezember 2020 ist in Serbien die 403 Kilometer lange Leitungstrasse von der bulgarischen an die ungarische Grenze fertig.

6. Januar

Griechenland und Nordmazedonien importierten zusammen mit Bulgarien ab Jahresbeginn russisches Gas über die Turkish Stream-Gasleitung, sagte Wladimir Malinow, Geschäftsführer von Bulgartransgaz, in einem Radiointerview am 5. Januar. Die offizielle Einweihung der Schwarzmeergasleitung soll am 8. Januar 2020 in Istanbul erfolgen.

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