Start Pipeline ++Pipeline-Ticker bis Juni 2016 ++

++Pipeline-Ticker bis Juni 2016 ++

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28. April

Die Gazprom-Tochter South Stream Transport beabsichtige gegen die Forderungen in Höhe von 760 Millionen Euro, die das italienische Spezialbauunternehmen Saipem gerichtlich erhebt, Gegenklage einzureichen, steht im heute veröffentlichten Finanzbericht zum Jahr 2015 des russischen Gaskonzerns. Die Tochter von Italiens Energiegesellschaft Eni reichte im letzten Jahr beim Schiedsgericht des Internationalen Handelshofes in Paris Klage zum Ausgleich für Arbeiten im Rahmen des eingestellten Gasleitungsprojektes South Stream und für den einseitig gekündigten Vertrag durch South Stream Transport ein. Im Dezember 2014 hatte Gazprom das South-Stream Projekt eingestellt und kündigte den Vertrag mit Saipem im Juli 2015 ganz, nachdem das Nachfolgeprojekt Turkish Stream nicht in Gang kam. Seit November 2015 liegt Turkish Stream auf Eis.

Bildquelle: Hannover Messe Türkei
Bildquelle: Hannover Messe Türkei

In seiner Eröffnungsrede der Internationalen Energie- und Umweltkonferenz und -messe ICCI in Istanbul hob Sefa Sadik Aytekin vom türkischen Energieministerium am 27. April 2016 die Bedeutung seines Landes als natürliche Landbrücke zwischen den Konsumenten- und Lieferländern hervor. Hier werde insbesondere die Transanatolische Gasleitung Tanap quer durch die Türkei die Versorgungssicherheit erhöhen. Für sie seien Gastransporte aus Aserbaidschan, dem Nordirak und von entdecken Quellen im Mittelmeer im Gespräch. Aus Aserbaidschan soll die Türkei 6 Milliarden Kubikmeter ab 2018 erhalten und Europa 10 Milliarden Kubikmeter Gas ab 2020. Laut Medienberichten planen die Weltbank und Europäische Investitionsbank, in die Tanap je rund 1 Milliarde US-Dollar zu investieren. Die Baukosten hätten sich von anfänglich 11,2 auf 9,7 Milliarden US-Dollar reduziert.

26. April

Die Arbeiten zum Ausbau der Südkaukasus-Gasleitung, am Öl- und Gasterminal Sangachal am Kaspischen Meer in Aserbaidschan und zum Bau von Kompressorstationen in Georgien seien zu fast 70 Prozent abgeschlossen, erklärte der aserbaidschanische Energieminister Natig Alijew laut Medien auf einer Konferenz in Baku am 25. April 2016. Insgesamt hätten sich die Projektarbeiten beträchtlich beschleunigt. Über den Südlichen Gaskorridor wird es seinen Worten nach möglich sein, neben Gas vom Shah-Deniz-Feld im Kaspischen Meer in Aserbaidschan Gas aus dem Iran, Irak, Israel und Zypern nach Europa zu exportieren.

21. April

Russlands Vize-Energieminister Kirill Molodzow erwartet laut russischen Medien, dass sich Russland und China zu Gaslieferungen über Kraft Sibiriens 2 einigen. Die Gespräche befänden sich in einer aktiven Phase. Ergebnisse könnten demnächst folgen. In der ersten Stufe sollen hier von westsibirischen Gasfeldern 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr über das Altaigebirge nach China exportiert werden. Ein Rahmenabkommen hierzu schlossen der russische Gaskonzern Gazprom und Chinas Nationale Ölgesellschaft CNPC im Mai letzten Jahres. Mit den Gasexporten nach China über Kraft Sibiriens soll es Molodzows Worten nach in einer Diskussion  2020-2021 losgehen.

20. April

Der Direktor des Sekretariats der Europäischen Energiegemeinschaft, Janez Kopac, sieht im Pipeline-Projekt Nord Stream 2 keine wirtschaftliche Notwendigkeit. Darüber sprach er im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti. Die Ukraine habe sich im letzten Jahr als ein zuverlässiger Transitpartner erwiesen und werde konsequent das europäische Energiepaket 3 implementieren. Auch auf mittlere und lange Sicht könne die Ukraine den Transit zuverlässig durchführen. Gasleitungen müssten periodisch modernisiert werden. Kopac sieht hier jedoch keine größeren technischen Probleme. Seiner Ansicht nach kann die Ukraine außerdem ohne Gasimport aus Russland auskommen. Im letzten Winter habe sie russisches Gas bezogen, weil es günstiger gewesen sei als Gas von europäischen Lieferanten. Vor allem fördere die Ukraine 20 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr selbst. Die russischen Gasleitungsprojekte South Stream und Turkish Stream hält Kopac für eine sichere Energieversorgung für unnötig.

19. April

Das russische Energieministerium will den einheitlichen Gasexportkanal bei der kommenden Gasleitung Kraft Sibiriens beibehalten, so dass unabhängige Produzenten hier nicht ohne den russischen Gasmarktführer Gazprom Gas nach China exportieren können. Darüber berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax und bezog sich dabei auf die Worte des Direktors von der Abteilung Gasförderung und Öl- und Gastransport im Energieministerium, Alexander Gladkow. Anfang Februar 2016 hatte Präsident Wladimir Putin den Auftrag erteilt, bis 15. Mai 2016 die Frage zum möglichen Gasexport unabhängiger Gasförderunternehmen über Kraft Sibiriens mittels einheitlichem Exportkorridor zu bearbeiten. Vizepremier Arkadij Dworkowitsch beauftragte hiermit das Energieministerium, das Wirtschaftsentwicklungsministerium, die Bundeskartellbehörde und das Umweltministerium zusammen mit betreffenden Behörden und Organisationen. Ein Berichtsentwurf sollte der Regierung bis heute vorgelegt werden.

16. April

Beim Gasleitungsprojekt Poseidon sei die Route für Gaslieferungen nach Griechenland noch nicht gefunden, erklärte der russische Energieminister Alexander Nowak gegenüber Pressevertretern in der italienischen Hauptstadt Rom. Dies sei ein Extra-Thema. Das Poseidon-Projekt selbst entspreche der europäischen Gesetzgebung, hatte Nowak in einem Medieninterview am Vortag unterstrichen. Auf Twitter teilte er am 15. April 2016 außerdem mit, dass Poseidon aus einer Gasleitung an Land und dem Abschnitt im Ionischen Meer bestehen soll. Für den Abschnitt an Land nannte der Minister eine jährliche Transportkapazität von 9-16 Milliarden Kubikmeter Gas und für den Meeresabschnitt 10-12 Milliarden Kubikmeter Gas. Italien sei an einer zuverlässigen Gasversorgung interessiert. Hierfür kämen auch Gaslieferungen von der Ostsee-Pipeline Nord Stream über Deutschland und Baumgarten in Österreich infrage.

13. April

Anfang April 2018 soll es mit dem Legen der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee laut russischen Medien losgehen. Im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti erläuterte Gazprom-Vorstandsvize Alexander Medwedew, dass das Projekt zu 70 Prozent mit Krediten und zu 30 Prozent aus Eigenmitteln der Anteilseigner am Konsortium Nord Stream 2 finanziert werde. Die geschätzten Projektkosten beliefen sich auf 9,9 Milliarden Euro. Sollte sich daran etwas ändern, dann eher in Richtung sinkender Kosten.

11. April

Als Finanzberater zur Gewinnung von Projektmitteln für den Bau der Nord-Stream-Pipeline 2 wurden die Finanzinstitute Societe Generale, Unicredit und RBPF Project Finance ernannt, hieß es in russischen Medien. Die Projektkosten beliefen sich nach Worten von Gazprom-Chef Alexej Miller nach vorläufigen Schätzungen auf 9,9 Milliarden Euro. Dazu berichtete die russische Wirtschaftszeitung Kommersant, dass Wintershall einräumte, dass das Gemeinschaftsunternehmen von Russlands Gazprom und der deutschen Wintershall Gascade die Anschlussleitungen an Land für Nord Stream 2 legen könne. Doch dies entscheide die Bundesnetzagentur. Der Einfluss von Wintershall sei auf eine Entscheidung wegen des Europäischen Energiepaketes 3 begrenzt. Das eröffne wiederum potentiell die Chance, dass eine Genehmigung von Brüssel über Anschlussleitungen an Land für Nord Stream 2 nicht notwendig sei, so der Kommersant.

Die Interessen Aserbaidschans und der Europäischen Kommission träfen am Südlichen Gaskorridor zusammen, zog der aserbaidschanische Energieminister Natig Alijew laut Medien am 10. April 2016 Bilanz und gab dazu einen Überblick über den Stand der Baumaßnahmen an den jeweiligen Abschnitten. So seien etwa über 20 Prozent des Baus der Transanatolischen Gasleitung Tanap quer durch die Türkei ausgeführt. Rohre lägen an der Trasse bereit, und die Schweißarbeiten hätten begonnen.

8. April

Die russische Nachrichtenagentur Rambler News Service RNS berichtete, dass am Startpunkt von South Stream nahe der Ortschaft Warwarowka in der Region Krasnodar wieder aktiv gebaut werde. Fahrzeuge, Spezialtechnik und Bauarbeiterkabinen seien auf einem Platz aufgefahren. Dazu lagerten dort Eisenbetonrohre, die für das Legen der Gasleitung im Tunnel bestimmt seien. Das Moskauer Büro des österreichischen Baukonzerns Strabag bestätigte gegenüber der Agentur, dass die Arbeiten zur Leitungslegung im Tunnel durch das Bergmassiv im Auftrag von Gazprom im Rahmen des South-Stream-Projektes liefen. Das Konsortium South Stream habe jedoch auf Anfrage von RNS erklärt, dass das South-Stream-Projekt eingestellt sei. Möglicherweise baut Strabag dann für das Nachfolgeprojekt Turkish Stream. Hier wartet Russland offiziell auf eine Normalisierung der Beziehungen zur Türkei.

Die vier Aktionäre des Pipeline Konsortiums TAPI unterzeichneten zum Bau der Gasleitung Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Indien ein Investitionsabkommen. Darüber informierten das turkmenische Energieministerium und die Asiatische Entwicklungsbank ADB am 7. April 2016.

Informationen zur geplanten TAPI GaspipelineDas Abkommen stelle ein Budget von anfänglich über 200 Millionen US-Dollar bereit. Dies sei für die folgende Phase der Finanzierung zur Umsetzung des Pipelineprojektes vorgesehen. Eingeschlossen seien hier Studien zur Routenführung sowie Umwelt- und Sozialstudien, um die gesamten Investitionen zum Bau aller Pipeline-Abschnitte in den betreffenden Ländern zu ermitteln. Nach Schätzungen von Experten soll der Bau der Pipeline dann drei Jahre benötigen.

7. April

Eine Reihe von Netzbetreibern der Europäischen Union hätten bereits Anträge auf zusätzliche Kapazitäten von der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2 gestellt, erklärte Dr. Ties Tiessen, Vorstandsmitglied der Tochter des deutschen BASF-Chemiekonzerns Wintershall gegenüber Medien in Kassel. Darunter seien auch polnische Betreiber. Polen gehöre immerhin zu den Gegnern des Gasleitungsausbaus in der Ostsee. Die Betreiber ONTRAS, Gascade, Gasunie und andere Betreiber des Gaspool-Bereich hätten unverbindliche Anfragen zu Kapazitäten von Nord Stream 2 eingereicht. Die Aktionäre des Projekts bereiteten die Genehmigungsunterlagen vor und erwarteten, dass die betreffenden baltischen Staaten ihre Erlaubnis im Verlauf des Jahres 2017 erteilen, ergänzte Tiessen. Ende 2019 sollen die beiden Stränge von Nord Stream 2 in Betrieb gehen.

6. April

Nord Stream 2 sollte, sofern diese Gasleitung gebaut wird, nicht nur der Gesetzgebung der Europäischen Union nicht nur auf dem Gebiet der Energie, sondern auch auf dem Gebiet der Umwelt und der öffentlichen Beschaffung entsprechen, sagte Agenturen zufolge Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič in Brüssel. In Moskau hätten indes der österreichische Präsident Heinz Fischer und Präsident Wladimir Putin auch über Nord Stream 2 gesprochen, bestätigte Gazprom-Chef Alexej Miller. Der österreichische Mineralölkonzern OMV gehört zu den fünf europäischen Partnern, mit denen Gazprom den Ausbau in der Ostsee durchführen will, so dass sich dort die Transportkapazität auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erhöht.

5. April

Kraft Sibiriens soll insgesamt 61 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr transportieren können, erklärte laut russischen Medien der Aufsichtsratsvorsitzende von Russlands Gaskonzern Gazprom Wiktor Subkow auf einer Konferenz zur Importsubstitution in der Gasindustrie. Davon seien 30 Milliarden Kubikmeter für die über 3000 Kilometer lange Gasleitung von Jakutien in Ostsibirien nach Chabarowsk und Wladiwostok am Pazifik 30 Milliarden Kubikmeter veranschlagt, während zur Gasleitung Nord Stream in der Ostsee weitere 55 Milliarden Kubikmeter Gas Transportleistung hinzu kommen sollen, erläuterte Subkow die großen Infrastrukturprojekte seines Unternehmens.

An der russischen Westgrenze meldete die ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz am 4. April 2016, dass seit Anfang April 2016 die Transporttochter Ukrtransgaz und der slowakische Transportnetzbetreiber Eustream den Gasübergabepunkt Budince in beide Richtungen nutzen würden. Demnach könnten aus der Ukraine jetzt 19 Millionen Kubikmeter Gas am Tag, was rund 7 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr entspricht, in die Slowakei transportiert werden. Dies erhöhe für europäische Lieferanten die Attraktivität der ukrainischen Speicher, da sie jetzt in der Ukraine Gas speichern und auch von dort wieder abtransportieren könnten, ohne dass Gazprom das blockiere wie an anderen Gasübergabepunkten an der Westgrenze der Ukraine.

28. März

Die griechische Botschafterin in Russland Danai-Magdalini Kumanaku befürwortete in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax eine Wiederbelebung der russischen Gasleitung South Stream, die die russische und bulgarische Schwarzmeerküste verbinden sollte und für eine jährliche Transportleistung von 63 Milliarden Kubikmeter Gas veranschlagt war. Wenn der Chef der EU-Vertretung in Russland Vigaudas Ushackas South Stream für möglich halte, könne sie dem nur zustimmen, erklärte die griechische Botschafterin. Ihr Land begrüße es sehr, wenn Gasleitungen über griechisches Territorium führen, die zur Diversifizierung beitragen. „Wir unterstützen das Projekt South Stream“, so Kumanaku. Die russische Seite wehrte indes immer wieder ab und betonte, dass dieses Projekt eingestellt sei. Das Nachfolgeprojekt Turkish Stream ruht aktuell. Hier soll es weiter gehen, wenn die Beziehungen sich zwischen der Türkei und Russland wieder normalisiert haben.

25. März

Bei den Gesprächen zur Gasleitung Kraft Sibiriens 2 gehe es allein um den Gaspreis für künftige Lieferungen von westsibirischen Gasfeldern nach China, erklärte der Chef der Präsidentenadministration Sergej Iwanow nach Ende seines zweitägigen Besuches in Peking, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Für die erste Ausbaustufe ist ein Lieferumfang von 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr geplant. Im Mai 2015 unterzeichneten Gazprom und Chinas Nationale Ölgesellschaft CNPC hierzu ein Abkommen über die grundlegenden Lieferbedingungen.

23. März

„Wir wollen nicht nur von Nord Stream abhängig sein, sondern bevorzugen die Existenz zweier Gasversorgungsrouten, eine über das Territorium der Ukraine und eine über die Ostsee“, sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Jan Mládek im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti am 22. März 2016. Daher habe Tschechien die abgeschwächte Variante des Schreibens an den Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junker gegen den Bau von Nord Stream 2 unterzeichnet. Der Inhalt sei hier  im Vergleich zu einem Schreiben, dass zuvor die Wirtschaftsminister vorbereitet hatten, abgeschwächt.

21. März

Das Konsortium Nord Stream 2 wandte sich in einer Pressemitteilung gegen das jüngste Schreiben an den Kommissionspräsidenten Jean-Claude Junker. Das Schreiben der betreffenden Staaten der Europäischen Union beruhe auf Missverständnissen und Behauptungen, die einer objektiven Prüfung nicht standhalten würden. Die sichere Energieversorgung sei für Ost- und Zentraleuropa sowie für ganz Europa von zentraler Bedeutung. Die geplante Gasleitung Nord Stream 2 werde, anders als im Schreiben behauptet, zu einer sicheren Gasversorgung für ganz Europa beitragen und erhöhe die Anzahl der Lieferrouten und somit die Diversifizierung. Die EU-Energieversorgung sei noch nie so vielfältig gewesen wie heute.

18. März

Die Europäische Union sei zu Gesprächen zum Gasleitungsprojekt South Stream bereit, wenn Russland hierzu Vorschläge vorlegt, erklärte Medien zufolge der Botschafter der EU in Russland, Vigaudas Ushackas. Doch müsse das Projekt den Vorgaben des europäischen Energiepaketes 3 entsprechen. Wenige Tage zuvor sprach der russische Vertreter in Brüssel, Wladimir Tschichow, angesichts des Bedarfs der EU an russischem Gas von Perspektiven, die Verhandlungen zu South Stream wieder aufzunehmen. Dies wehrte allerdings Regierungssprecher Dmitri Peskow in Moskau ab und erklärte: „Das Projekt South Stream existiert nicht mehr.“ Hier liefen keinerlei Aktivitäten. Das Projekt sei wegen der Position der Europäischen Kommission eingestellt worden. Das aktuell ausgesetzte Nachfolgeprojekt Turkish Stream will der russische Gaskonzern Gazprom wieder angehen, wenn sich die Beziehungen zur Türkei wieder normalisiert haben.

17. März

Bulgarien und die Türkei seien bereit Gas aus Europa, das über ukrainisches Territorium transportiert werde, zu kaufen, erklärte in Kiew auf der Pressekonferenz seines Unternehmens der Chef von Ukrtransgaz Igor Prokoliw. Diese Länder beabsichtigen seinen Worten nach, ihren Bedarf per Transit über die Slowakei, Ukraine, Moldawien und Rumänien zu sichern. Mit Unternehmensvertretern des bulgarischen Gasversorgers Bulgargaz und dem moldawischen Gasunternehmen Moldovagaz liefen bereits Gespräche. Anfang April 2016 seien Gespräche mit slowakischen Vertretern geplant. 2016 kann für Prokoliw das Jahr werden, in dem Gaslieferungen aus Europa nicht nur die Ukraine erreichen, sondern über die Ukraine auch Südeuropa. Außerdem prüften Bulgarien und die Türkei Möglichkeiten, in der Ukraine Gas zu speichern. Der Umfang für den Transit von russischem Gas über die Ukraine lag im letzten Jahr nach Angaben von Ukrtransgaz bei 67,1 Milliarden Kubikmeter Gas und fiel somit 4,9 Prozent höher aus als 2014. Insgesamt exportierte Gazprom 2015 nach Europa rund 158,6 Milliarden Kubikmeter Gas. Im Vorjahr waren es lediglich 146,6 Milliarden Kubikmeter Gas.

16. März

Acht Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hätten ein Schreiben unterzeichnet, das sich gegen die Umsetzung des Projektes Nord Stream 2 wendet, hieß es bei der Nachrichtenagentur Reuters. Datiert sei das Schreiben auf den 7. März 2016 und richte sich an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Unterzeichnet hätten die Premierminister Tschechiens, der Slowakei, Polens, Rumäniens, Estlands, Lettlands, Ungarns und die litauische Präsidentin. „Das Projekt Nord Stream 2, das derzeit in Vorbereitung ist, kann gewisse Risiken für die Sicherheit der Energieversorgung in der Region Ost- und Mitteleuropas mit sich bringen“, so die Unterzeichner im Schreiben, dessen Erhalt Brüssel noch nicht bestätigt habe. Besonders stark wirke sich dies auf die Transite über die Ukraine aus.

14. März

Im letzten Jahr legte Gazprom rund 80 Kilometer der Gasleitung Kraft Sibiriens, berichtete die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti. In diesem Jahr plane der russische Gaskonzern, mehr als 800 Kilometer fertigzustellen. Von den Gasförderzentren Jakutien und Irkutsk in Ostsibirien bis zum Übergabepunkt Blagoveshchensk an der ostchinesischen Grenze sind es rund 3000 Kilometer. 1000 Kilometer weiter östlich soll Kraft Sibiriens an die Pazifik-Pipeline Sakhalin-Khabarovsk-Vladivostok angeschlossen werden. Erste Gaslieferungen nach China sind für 2018 geplant. Nach 2031 soll die jährliche Transportkapazität 38 Milliarden Kubikmeter Gas erreichen. Dafür sollen an der Leitungstrasse 8 Kompressorstationen mit einer Gesamtleitung von 1331 Megawatt installiert werden.

12. März

Ebenfalls in der Schweiz in Zug wählte das Nord Stream 2 Konsortium die Lieferanten für die Pipeline-Rohre aus. Demnach sollen die Europipe GmbH aus Mülheim in Deutschland (40 Prozent), die russische United Metallurgical Company JSC (OMK) in Moskau (33 Prozent) und das russische Chelyabinsk Pipe-Rolling Plant JSC in Chelyabinsk (27 Prozent) für rund 2500 Kilometer Großrohre, die zusammen 2,2 Millionen Tonnen wiegen, liefern. Den Baustart von Nord Stream 2 bezifferte das Konsortium in seiner Pressemitteilung  vom 11. März 2016 hierzu auf das Jahr 2018. Erste Rohrlieferungen seien bereits für kommenden September geplant. Die Verträge mit den Lieferanten sollen nach letzten Verhandlungen in den nächsten Wochen unterzeichnet werden.

The O-ing press moulds the steel plates into the shape of an O. The production steps include plate production, pipe milling, welding, stretching, treatment of pipe ends and quality control. Pipe segments for Nord Stream's first line are produced by the German company EUROPIPE (75 percent) and OMK from Russia (25 percent). In January 2010, Nord Stream decided on the second pipe tender. EUROPIPE was awarded 65 percent, OMK 25 percent, and Japanese Sumitomo 10 percent.
Bildquelle: Nord Stream

Dies bestätigte Europipe und teilte zugleich mit, vom Auftragsumfang rund 890.000 Tonnen (ca. 1.100 Kilometer) zu erhalten. Nach Vertragsabschluss will das Unternehmen die Großrohre ab August 2016 in verschiedenen Fertigungsabschnitten bis Mitte 2018 im Werk Mülheim an der Ruhr fertigen. Das Vormaterial für die Rohrproduktion stellten die Gesellschafter, der Salzgitter-Konzern und die AG der Dillinger Hüttenwerke, Europipe bereit. Die Europipe-Tochtergesellschaft Mühlheim Pipecoatings übernehme die Außenbeschichtung und Innenauskleidung der Rohre. Im Zeitraum April 2008 bis September 2011 produzierte Europipe eigenen Angaben nach im Großrohrwerk in Mülheim an der Ruhr 1.840 Kilometer  (1,574 Millionen Tonnen) für die ersten beiden Stränge der Ostsee-Pipeline. Den Rest der Großrohre für die Stränge, die beide je auf eine Strecke von 1224 Kilometer in der Ostsee verlegt wurden, stellte OMK her.

11. März

In Zürich in der Schweiz trafen sich die Unternehmen, die am Konsortium zum Ausbau der Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee beteiligt sind, um Fragen zur Projektumsetzung zu besprechen, teilte der russische Gaskonzern Gazprom spät am Abend am 10. März 2016 mit. Am Konsortium hat Gazprom 50 Prozent der Anteile inne. Je 10 Prozent halten der britisch-hlländische Öl- und Gasmulti Shell, Österreichs Mineralölkonzern OMV, Frankreichs engie, die deutsche BASF-Tochter Wintershall und E.on-Tochter Uniper. Gazprom und die europäischen Partner planen, die zweite Ostseegasleitung bis 2019 fertigzustellen. Dann verdoppelt sich die jährliche Transportkapazität in der Ostsee auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas.

10. März

Die Baukosten der Transanatolischen Gasleitung Tanap hätten sich von 11,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013, als beschlossen wurde, die Pipeline zu bauen, auf heute 9,2 Milliarden US-Dollar reduziert, erläuterte der aserbaidschanische Energieminister Natig Alijew in einem Interview mit Natural Gas Europe. Denn die Material- und Servicekosten seien in den letzten drei Jahren gesunken. Seinen Worten nach sind 938 Kilometer der Pipeline-Rohre produziert und 720 Kilometer an den Bauplatz geliefert. 281 Kilometer davon seien an der 1848 Kilometer langen Pipeline-Trasse verschweißt. Aktuell sei die Entwicklung des Vorkommen Shah Deniz im Kaspischen Meer zu 66 Prozent und der Ausbau der Südkaukasus-Gasleitung vom Kaspischen Meer über Georgien an die türkische Ostgrenze zu 33 Prozent abgeschlossen, sagte Alijew. Die Einnahmen von Shah Deniz und dem Südlichen Gaskorridor würden auf Grundlage von Berechnungen und der erwarteten Öl- und Gaspreise 2030 höher sein als die Ausgaben. Der Korridor werde für eine Betriebszeit von 50 bis 60 Jahren ausgelegt.

Quelle: BP
Quelle: BP

Der Gasexport in die Türkei vom Vorkommen Shah Deniz in der zweiten Ausbaustufe soll 2018 und 2020 nach Europa starten, erklärte der Präsident von BP Caspian Gordon Birrell aserbaidschanischen Medien zufolge. 10 Milliarden Kubikmeter Gas sind für Europa und 6 Milliarden Kubikmeter Gas für die Türkei vorgesehen. 2015 förderte das Shah-Deniz-Konsortium in der ersten Ausbaustufe rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas, sagte Birrell.  Die Vorräte von Shah Deniz werden auf 1200 Milliarden Kubikmeter Gas geschätzt. Am Konsortium ist BP zu 28,8 Prozent beteiligt und hält somit den größten Anteil am Konsortium.

9. März

Quelle: Nebit-Gaz in www.oilgas.gov.tm
Quelle: Nebit-Gaz in www.oilgas.gov.tm

Die Vorbereitung zum Legen der Gasleitung TAPI von Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan bis an die indische Grenze sei auf turkmenischem Gebiet beendet, teilte das online-Nachrichtenmedium Nebit-Gaz des turkmenischen Energieministeriums mit. Mehr als 6132 Laufmeter Pipelinerohre verschweißte der vom Staatskonzern Turkmennebitgazgurlushik beauftragte Generalunternehmer Marynebitgazgurlushik trust und transportierte sie an die vorgesehene Trasse. Die Trasse erstreckt sich vom Gasvorkommen Galkynysh im Südosten in Turkmenistan bis zur Grenze nach Afghanistan auf 214 Kilometer Länge. Bis zur pakistanisch indischen Grenze sind es insgesamt 1814 Kilometer. Die Transportkapazität der TAPI ist auf 33 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt. Mitte Dezember 2015 fand der offizielle Baustart statt.

8. März

Die Provinz Ahal Welaýaty in Turkmenistan erhielt erstes Gas über die neue Ost-West-Gasleitung, die kürzlich in Betrieb ging, berichtete am 7. März 2016 das turkmenische Nachrichtenportal Nebit Gaz. Die Pipeline erstrecke sich in Turkmenistan auf 733 Kilometer Länge von Ost nach West und verbinde den westlichen Landesteil mit den großen Gasvorkommen im Osten des Landes. Sie weise eine jährliche Transportkapazität von 30 Milliarden Kubikmeter Gas auf und soll helfen, turkmenischen Gas in beide Richtungen an Weltmärkte zu liefern. Derzeit liefen an der Trasse letzte Montagearbeiten durch Auftragsfirmen.

4. März

In Teheran will der Regierungschef der Türkei Ahmet Davutoglu über den Gastransport von iranischem Gas über die Transantolische Gasleitung Tanap quer durch die Türkei sprechen, berichteten türkische Medien. Die Tanap befindet sich im Bau und soll 2018 erstes Gas aus Aserbaidschan in die Türkei transportieren und ab 2020 für Gas zum Weitertransport nach Europa bereitstehen. Hieran hatte der Iran zuvor bereits Interesse bekundet. Durch den Stopp des russischen Gasleitungsprojektes Turkish Stream steige die Bedeutung der Tanap, sagte Saltuk Duzyol, CEO des TANAP-Konsortiums in einem Interview mit der aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Trend am 3. März 2016. Zur europäischen Anschlussleitung TAP von der türkischen Westgrenze über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Italien vergab das Baukonsortium Aufträge zum Legen der Leitung in Griechenland und Albanien auf einer Strecke von 760 Kilometer an Land. Dabei geht es um drei Streckenabschnitte in Griechenland und zwei in Albanien. Für den Bau von zwei Abschnitten in Griechenland auf 360 Kilometer Länge erhielt das italienisch-griechische Gemeinschaftsunternehmen aus Bonatti und J&P AVAX den Auftrag. Das Konsortium beauftragte dazu das französische Unternehmen SPIECAPAG, die übrigen drei Abschnitte zu legen. Der Baubeginn der TAP ist für Mitte 2016 geplant.

3. März

Quelle: Europäische Kommission
Quelle: Europäische Kommission

Die Europäische Kommission bewilligte das Abkommen des TAP-Konsortiums mit Griechenland zur geplanten Transadria-Gasleitung. Das Regierungsabkommen der griechischen Behörden und Transadria Pipeline, die durch Griechenland verlaufen soll, entspreche den Regeln der Europäischen Union für staatliche Beihilfen, so die Kommission in ihrer offiziellen Mitteilung. Das Projekt werde die Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung in der EU verbessern, ohne den Wettbewerb auf dem Binnenmarkt übermäßig zu verzerren. Für Maroš Šefčovič, Vizepräsident der Europäischen Kommission ist die Bewilligung des Abkommens ein wichtiger Schritt, den Südlichen Gaskorridor zu vollenden. Ab 2020 soll dieser jährlich 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan bis nach Italien transportieren. In der Rahmenstrategie zur Energieunion vom Februar 2015 gelte dieses Projekt als wichtiger Beitrag zur Energiesicherheit der EU mittels neuer Routen und Gasquellen für Europa, erläuterte Šefčovič. In Baku auf dem zweiten Ministertreffen zum Südlichen Gaskorridor hätten alle teilnehmenden Länder und Konsortien inklusive er selbst zugestimmt, dieses wichtige Infrastrukturprojekt abzuschließen. Das TAP-Konsortium wird in den Bau der Pipeline von der türkischen Westgrenze über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Italien insgesamt 5,6 Milliarden Euro in einem Zeitraum von 5 Jahren in das Projekt investieren. 2,3 Milliarden Euro davon sind für Griechenland vorgesehen.

1. März

Die Gasleitung Blue Stream transportiert seit Januar 2016 russisches Gas vom Südlichen Korridor in die Türkei, heißt es in Medienberichten in Russland. Der russische Gaskonzern Gazprom nutze hierzu die westliche Route des Korridors von Pisarewka bis Anapa am Schwarzen Meer. Gebaut haben sie die beiden Gazprom Töchter Gazprom Transgaz Krasnodar und Gazprom Dobytscha Krasnodar. Derzeit handle es sich um 18 Millionen Kubikmeter Gas am Tag (fast 6,6 Milliarden Kubimter Gas im Jahr), die von Pisarewka bis zum Knotenpunkt Korenowskaja und von dort über die Verdichterstation Kubanskaja zum Einspeisepunkt von Blue Stream durchgeleitet werden. Der Südliche Korridor ist für Gastransporte der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream vorgesehen. Aktuell sind die Gespräche wegen der angespannten Beziehungen zwischen Russland und der Türkei jedoch gestoppt. Dazu beklagte der private türkische Gasimporteur Enerco Enerji, dass Gazprom Export eine Preiserhöhung gefordert habe und mit Lieferkürzungen drohte. Seit 24. Februar 2016 gingen die Lieferumfänge ohne Vorankündigung zurück, zitierte die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti aus einer schriftlichen Erklärung des türkischen Unternehmens. Diese Situation schaffe Risiken für Importeure in der Türkei und für die Reputation Russlands als Gaslieferant für die Türkei.

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