Start Pipeline ++Pipeline-Ticker bis Oktober 2015++

++Pipeline-Ticker bis Oktober 2015++

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 31. August

Ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug (ROV) mit Kameras und spezifischen Sensoren ausgestattet fährt die Pipeline ab. Die Bilder und Daten werden genutzt, um den Zustand der Pipelines zu bewerten.
Bildquelle- Nord Stream AG

Ein Aktionärsabkommen zum Pipeline-Projekt Nord Stream 2 könnten in Vladivostok der russische Gasmarktführer Gazprom, österreichische Mineralölkonzern OMV, deutsche Energieversorger E.on, internationale Öl- und Gasmulti Shell und die deutsche Wintershall Holding auf dem Östlichen Wirtschaftsform vom 3. bis 5. September unterzeichnen, heißt es bei der russischen Tageszeitung Kommersant. Die Mehrheit der Anteile mit 51 Prozent sei für Gazprom vorgesehen. Je zehn Prozent sollen OMV, E.on, Shell und Wintershall erhalten, während Frankreichs ENGIE die restlichen 9 Prozent übernehmen könne. Verhandlungen hierzu liefen noch. Die Transportleistung der neuen Ostseegasleitung ist auf 55 Milliarden Kubik Meter Gas im Jahr veranschlagt. Gegen ein mögliches Abkommen zu Nord Stream 2 in Vladivostok wandte Präsidenten-Sprecher Dmitri Peswkow auf Medienanfragen ein: „Soweit ich weiß, entspricht diese Information nicht der Wahrheit. Solch eine Unterzeichnung ist nicht geplant.“

28. August

In der Moskauer Unternehmenszentrale sprachen Gazprom-Chef Alexej Miller und Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender des österreichisches Mineralölkonzerns OMV, über Fragen zur Umsetzung des Pipeline-Projektes Nord Stream 2, teilte der russische Gasmarktführer mit. Es ging um die Vorbereitung eines Abkommen zu einer gemeinsamen Projektgesellschaft, die die neue Ostsee-Pipeline bauen soll. Im Juni 2015 hatten Gazprom, OMV, der deutsche Energieversorger E.on und der internationale Öl- und Gasmulti Shell ihre Absicht bekundet, die Gasleitung Nord Stream auf eine Jahrestransportleistung von 110 Milliarden Kubikmeter zu verdoppeln. Auch die deutsche BASF hat mit Gazprom hierzu ein Abkommen geschlossen. Darüber hinaus hat Frankreichs ENGIE Miller zufolge Interesse am Projekt gezeigt.

26. August

Ein Abkommen zu Gaslieferungen aus dem Fernen Osten Russlands nach China könne demnächst unterzeichnet werden, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller in Peking. Dabei geht es Agenturen zufolge um Gas aus Vorkommen vor der Pazifikinsel Sakhalin, das über die Gasleitung Sakhalin-Chabarowsk-Wladiwostok nach Ostchina exportiert werden soll. Die Gasleitung ist über 1800 Kilometer lang und soll im Endausbau mehr als 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr transportieren können. Im September 2011 ging der erste Pipeline-Komplex in Betrieb. Die mit China vertraglich vereinbarten Lieferungen von ostsibirischen Gasfeldern über Kraft Sibiriens könnten in der Zeit von Mai 2019 bis Mai 2021 beginnen, informiert Gazprom in seiner Mitteilung zu den Gesprächen von Miller mit dem Chef von Chinas Nationaler Ölgesellschaft CNPC Wang Yilin und dem Vize-Ministerpräsidenten des Staatsrats der Volksrepublik China Zhang Gaoli über Gasexporte über das Altargebirge, sprich mit Kraft Sibiriens 2, in Peking.

25. August

Wieder ereignete sich in der Türkei ein Terroranschlag auf eine Gas-Pipeline im Zug der Auseinandersetzungen mit der PKK, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Dieses Mal traf es die Südkaukasus-Pipeline in der nordöstlichen Provinz Kars. Die Pipeline-Route führt von der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku über Tiflis in Georgien nach Erzurum in der Türkei. Sie verfügt über eine jährliche Transportleistung von rund 3 Milliarden Kubikmeter Gas und wird im Rahmen des Projektes zum Südlichen Gaskorridor gerade ausgebaut, der ab 2020 Gas aus der Kaspisee in Aserbaidschan über die Türkei, Griechenland durch die Adria nach Italien transportieren soll. Die Stichflammen der Explosion seien so hoch gewesen, dass sie von Erzurum und einigen Standorten der Provinz Kars zu sehen waren. Kars ist zugleich Startort der geplanten Transanatolischen Gasleitung Tanap quer durch die Türkei. Die 1850 Kilometer lange Tanap ist als zentraler Abschnitt des Südlichen Gaskorridors vorgesehen. Auf die Arbeiten der Förderplattform Shah Deniz wirke sich der Terroranschlag nicht aus, ließ Konsortiumsmitglied BP über lokale Medien wissen.

24. August

Nord Stream contracted the Italian company Saipem S.p.A. to lay the natural gas pipeline across the Baltic Sea. Two pipelay vessels will start laying operations in early 2010. Depending on weather conditions, the pipelay vessels can lay up to three kilometres of pipeline per day.
Bildquelle: Nord Stream AG

„Wir schätzen die Perspektiven für eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit mit Saipem bei aktuellen und zukünftigen Projekten von Gazprom hoch ein“, stellt Konzernlenker Alexej Miller seiner Kolumne auf der Unternehmensseite voran. Am 20. August 2015 hatte er dies gegenüber dem Chef der italienischen Muttergesellschaft Eni Claudio Descalzi in einem Arbeitstreffen zum Ausdruck gebracht. Zur Zeit liegen die beiden Saipem Schiffe Castro Sei und Saipem 7000, die zur Verlegung der Gasleitung Turkish Stream von der russischen an die türkische Schwarzmeerküste vorgesehen waren, laut Marine Traffic in europäischen Häfen, so die Saipem 7000 im Hafen von Rotterdam in Holland und die Castro Sei im griechischen Hafen Astakis im ionischen Meer. Beide Pipeline-Verlegeschiffe hat die Eni-Tochter nach der Vertragskündigung durch seinen russischen Auftraggeber Gazprom im Juli 2015 vom Einsatz im Schwarzen Meer abberufen. Miller würdigte jetzt in seinem Treffen mit dem Eni-Chef die Zusammenarbeit mit Saipem bei der Verlegung der Ostseegasleitung und der Blue-Stream-Pipeline im Schwarzen Meer. Beide besprachen hier die Umsetzung weiterer Infrastrukturprojekte zur Lieferung von russischem Erdgas nach Europa.

23. August 

Ein Start, die Opal-Gasleitung in Deutschland mit voller Kapazität für Gaslieferungen der Nord-Stream-Pipeline zu nutzen, räume das Transitrisiko mit der Ukraine nicht aus, erklärte Alexej Miller, Chef von Russlands Gasmarktführer Gazprom im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Tass am 21. August. „Dies kann die Situation etwas erleichtern, löst das Problem aber nicht ganz.“ Am selben Tag traf sich Miller mit dem Chef des ukrainischen Gasversorgers Naftogaz Andrej Koboljew in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, um über Vorbereitungen zum kommenden Winter zu sprechen. Seit Juli 2015 bezieht die Ukraine kein russischen Gas, weil sich beide Seiten nicht auf eine zweite Verlängerung des Winterpaketes vom letzten Herbst einigen konnten. Nun soll demnächst darüber weiter verhandelt werden.

20. August

Die Türkei habe einen Entwurf zu einem Regierungsabkommen zum ersten Strang der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream an Russland übermittelt und warte auf eine Antwort, erklärte Medienberichten zufolge der türkische Energieminister Taner Yildiz. Der griechische Umwelt- und Energieminister Panos Skourletis sprach sich in Medien für den Bau von Turkish Stream aus, da diese Gasleitung für die sichere Energieversorgung in Europa und Diversifizierung besonders wichtig sei.

18. August

Der norwegische Partner Statoil könnte seinen 20-Prozent-Anteil am Konsortium der Transadria-Pipeline TAP veräußern, berichteten Medien. Im Gespräch sei die Türkei, die hier Interesse habe. Mit dem Iran habe es bisher keine Kontakte aus Anlass einer Projektbeteiligung gegeben, erklärte Konsortiums-Chef Ian Bradshaw in der türkischen Presse. Die TAP soll 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan ab 2020 an der türkischen Westgrenze aufnehmen und über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Italien transportieren. Seit August ist Dr. Gunnar Walter Finanzchef CFO des TAP-Konsortiums. Anfang 2014 trat er in das Konsortium als Finanzmanager ein und war davor beim Projekt der Gasleitung Nord Stream für E.on Ruhrgas tätig. Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, halten iranische Experten eine Partnerschaft Aserbaidschans mit dem Iran für nötig, um langfristig den europäischen Gasbedarf zu decken. Indessen kommt der russische Gaskonzern Gazprom eigenen Aussagen zufolge bei den Verhandlungen mit China zu Gaslieferungen über das Altaigebirge gut voran.

14. August 

Quelle: Axpo
Quelle: Axpo

Die Schweizer Axpo Holding plane nicht, iranisches Gas zu kaufen, berichtete die aserbaidschansiche Nachrichtenagentur Trend. „Axpo hat einen Vertrag mit dem Konsortium Shah Deniz, um den ganzen Gasbedarf zu decken. Daher brauchen wir im Moment kein Gas aus dem Iran. Axpo rechnet fest mit Gas aus Aserbaidschan“, zitiert Trend Axpo-Sprecher Tobias Kästner. 2012 übernahm Axpo die Energiegesellschaft Laufenberg EGL komplett und integrierte sie in die Axpo Trading AG. Am Konsortium der Trans-Adria-Pipeline TAP hält Axpo 5 Prozent. Die TAP ist als europäisches Anschlussstück für die Südkaukasus-Gasleitung und die Transanatolische Pipeline quer durch die Türkei vorgesehen, um 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus der aserbaidschansichen Kaspisee ab 2020 nach Italien zu transportieren. 2008 hatte EGL mit der Nationalen Iranischen Gasexportgesellschaft NIGEC einen 25-Jahres-Vertrag zur Lieferung von 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr aus dem Iran geschlossen. Wegen der Sanktionen wurden die Lieferungen jedoch nicht aufgenommen.

13. August

Gazprom senkte in seiner aktualisierten Ausschreibung die Summe zum Bau eines 93,8 Kilometer langen Abschnittes der Gasleitung Kraft Sibiriens in Ostsibirien von rund 16,6 Milliarden Rubel Anfang August auf 15,2 Milliarden Rubel. Bis 17. August könnten Gebote abgegeben werden. Am 21. August sollen dann die Ergebnisse vorliegen. Auftraggeber ist Gazproms Tochterunternehmen Gazprom Transgaz Tomsk.

12. August

OMV-Chef Rainer Seele setzt auf die Unterstützung der Europäischen Kommission für Nord Stream 2. „Dieses europaweite Projekt, und ich baue darauf, wird trotz politischer Differenzen über die Situation in der Ukraine die Unterstützung der Europäischen Kommission bekommen“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass Seeles Worte auf einer Pressekonferenz in Wien. Der Ausbau der Ostseegasleitung sei für eine höhere und stabilere Gasversorgung nötig. „Wir wollen eine echte Partnerschaft gründen: von der Gasförderung in Sibirien bis zum Gastransport in Europa“, so der OMV-Chef weiter. Über den Tausch von Beteiligungen sei jedoch noch nicht gesprochen worden. OMV sieht zugleich Chancen auf dem iranischen Ölmarkt, wenn die Sanktionen endgültig fallen.

Die technischen Probleme an der Verdichterstation Mallnow an der deutsch-polnischen Grenze seien behoben, heißt es beim Fernleitungsnetzbetreiber Gascade. Die Lastflüsse haben sich laut Daten zu den Netzinformationen wieder normalisiert. Somit läuft der Transport von russischem Gas über die Transitleitung Jamal Europa wieder störungsfrei.

11. August

Die Nord Stream AG führt an beiden Strängen der Ostseegasleitung zwischen dem 11. und 20. August 2015 die alljährigen routinemäßigen Wartungsarbeiten durch. Dafür wurden am Morgen beide Stränge der Pipeline abgeschaltet. Die Arbeiten sollen laut Nord-Stream-Konsortium langfristig sicherstellen, „dass die Pipelines mindestens 50 Jahre lang jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas sicher und effizient transportieren können. Die Wartungsmaßnahmen betreffen mechanische Komponenten und einen Test des Automatisierungssystems.“ Am 20. August soll der Gastransport wieder aufgenommen werden.

10. August

Gazprom baut Gasleitungen für Chinaexporte
Bildquelle: Gazprom

Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Erlass über Maßnahmen zur Umsetzung des russisch-chinesischen Regierungsabkommens zu Gaslieferungen nach China in Ostsibirien. Bis 1. September 2015 soll die russische Regierung demnach einen umfangreichen Aktionsplan zur staatlichen Unterstützung beim Bau der Gasinfrastruktur verabschieden. Dies schließt die Verlegung der Pipeline Kraft Sibiriens und die Transport- und Fördereinrichtungen der ostsibirisches Erdgasfelder in Jakutien und Irkutsk, die als Gaslieferquelle für Ostchina vorgesehen sind, ein. Gazprom finanziere Großprojekte wie Kraft Sibiriens selbst und benötige dafür keine direkte staatliche Unterstützung, hieß es bei einer Investorenkonferenz zum Erlass des Präsidenten. Sollte sich die Situation im Zug der Sanktionen verschlechtern, könne sich das jedoch auch ändern. Zugleich laufen Agenturen zufolge in China zwischen Gazprom und Chinas Nationaler Ölgesellschaft CNPC Gespräche zur Pipeline-Route über das Altaigebirge. Kraft Sibiriens 2 soll China an westsibirische Gasquellen anschließen.

Der Projektplan zur Schwarzmeergasleitung Turkish Stream sehe den Bau von vier Pipeline-Strängen vor, die schrittweise in Betrieb gehen sollen, erläuterte in einer Telefonkonferenz mit Investoren der Projektverrantwortliche bei Gazprom Alexej Serebrjakow. Die Gesamtkosten lägen für alle vier Leitungsstränge schätzungsweise bei 11,4 Milliarden Euro. Für den ersten Pipeline-Strang bezifferte Serebrjakow die Kosten auf rund 4,3 Milliarden Euro.

7. August

Ruslands Energieminister Alexander Nowak habe der Türkei zwei Vorschläge zu einem Regierungsabkommen zum Gasleitungsprojekt Turkish Stream vorgelegt, berichteten russische Medien. Ein Vorschlag richte sich auf ein Regierungsabkommen zur Verlegung des ersten Pipeline Stranges von der russischen an die türkische Schwarzmeerküste.  Beim zweiten Vorschlag gehe um den Bau aller vier Pipeline-Stränge mit einer Transportleistung von 63 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. Laut russischer Nachrichtenagentur Interfax könnten minimal ein Pipeline-Strang maximal zwei Pipeline-Stränge von Turkish Stream am Ende gebaut werden.

Gazprom und Chinas Nationale Ölgesellschaft CNPC hätten Verhandlungen zum Preis für Gaslieferungen über die geplante Gasleitung Kraft Sibiriens 2, die China an die russischen Gasquellen in Westsibirien anschließen soll, aufgenommen, sagte laut Medien Gazprom-Vize Alexander Medwedew am 6. August. Es geht um einen Liefervertrag für 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr mit dreißigjähriger Laufzeit.

4. August 

Russland habe die Koordinaten zur Route der Pipeline Turkish Stream spät übermittelt, beklagte Energieminister Taner Yildiz im Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei benötige für den Baustart der Pipeline jedoch diese Angaben. Die Frist zur Übermittlung der Koordinaten sei bis zum 10. Juni und darüber hinaus verlängert worden. Das Abkommen zum Preisnachlass in Höhe von 10,25 Prozent für russische Gaslieferungen und das Regierungsabkommen zu Turkish Stream seien zwei von einander getrennte Angelegenheit, seien aber auf Betreiben von Russlands gleichzeitig bearbeitet worden, stellte Yildiz zudem klar. Beide Abkommen müssten noch unterzeichnet werden. Allerdings müsse das türkische Parlament das Regierungsabkommen zu Turkish Stream auch ratifizieren und die Umbildung der Regierung abgeschlossen sein. Die Türkei werde auf eigenem Territorium den 265 Kilometer langen Festlandsabschnitt bauen, während die Pipeline-Verlegung im Schwarzen Meer von der russischen Küste an den Bosporus durch Russland erfolge.

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