Start Picks Pipeline-Ticker-I 2018

Pipeline-Ticker-I 2018

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Bildquelle: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

19. Juni

In den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 investierte die Nord Stream 2 AG rund 4,5 Milliarden Euro vor, sagte Paul Corcoran, verantwortlich für alle kaufmännischen Belange des Pipeline-Betreibers laut Medien auf einem Energiekongress. Insgesamt liegen die Kosten für den Bau der zweiten Ostseegasleitung bei 9,5 Milliarden Euro. 96 Prozent der  Rohre seien geliefert worden und 55 Prozent seien mit Beton ummantelt. Die Baugenehmigung aus Dänemark erwartet Corcoran demnächst.

18. Juni

Die Ukraine beabsichtige, eine Allianz von Gegnern gegen den Bau der Gasleitung Nord Stream 2″ zu schmieden, erklärte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko. „Wir richten in der Europäischen Union gerade eine Gruppe ein, die Nord Stream 2 stoppen soll.“ Besonders aktive Gespräche liefen mit Deutschland. Erneut rief Poroschenko auf, ein internationales Konsortium zum Betrieb des ukrainischen Gastransportnetzes zu gründen. Bedingung dafür sei die Teilnahme am Widerstand gegen den Pipeline-Ausbau in der Ostsee.

13. Juni

Die transanatolische Gasleitung Tanap ging am 12. Juni 2018 in Betrieb. An der feierlichen Inbetriebnahme nahmen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Aserbaidschans Präsident Ilcham Alijew teil. Beide Präsidenten würdigten die Bedeutung der Tanap als Bestandteil des Südlichen Gaskorridors, über den Gas aus dem Kaspischen Meer in Aserbaidschan in die Türkei und ab 2020 nach Europa transportiert werden soll. Die Transportkapazität der Tanap ist zunächst auf 16 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr ausgelegt, wovon 6 Milliarden Kubikmeter im Jahr für die Türkei vorgesehen sind.

8. Juni

Die Gasleitung Kraft Sibiriens vom ostsibirischen Gasfeld Tschajandinskoje nach Blagoweschtschensk an der ostchinesischen Grenze sei zu 84,4 Prozent und somit über 1820 Kilometer Rohrlänge verlegt, teilte der russische Gaskonzern Gazprom zum Treffen zwischen Unternehmenschef Alexej Miller mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates von Chinas Nationaler Ölgesellschaft CNPC, Wang Yilin, in Peking mit.

7. Juni

Die schwedische Regierung genehmigte den Bau der Nord Stream 2-Gaspipeline in ihren Hoheitsgewässern, erklärte Agenturen zufolge der schwedische Unternehmens- und Innovationsminister Mikael Damberg auf einer Sondersitzung. Auch Gazproms Pipelineline-Tochter Nord Stream 2 bestätigte, dass das Ministerium für Unternehmen und Innovation die Genehmigung für Bau und Betrieb im 510 Kilometer langen Pipeline-Abschnitt in der schwedischen Ausschließlichen Wirtschaftszone erteilte. Insgesamt soll sich Nord Stream 2 von der russischen an die deutsche Ostseeküste auf eine Länge von 1230 Kilometern erstrecken. Die Genehmigungen von Dänemark und Russland stehen noch aus. Von Deutschland und Finnland liegen sie vor.

4. Juni

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lud den turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedov zur Eröffnung der transanatolischen Gaspipeline Tanap ein, berichtete das turkmenische Fernsehen jetzt Anfang Juni. Laut türkischen und aserrbaidschanischen Medienberichten soll die Eröffnung am 12. Juni 2018 stattfinden. Eingeladen seien ebenso der georgische Präsident Georgij Margwelaschwili und der bulgarische Premierminister Boyko Borisov. Das Tanap-Projekt sieht den Transport von Gas aus dem aserbaidschanischen Schah-Deniz-Feld über Georgien in die Türkei und nach dem Bau der Transadriatischen Gaspipeline TAP in südeuropäische Länder vor. Die Lieferungen von aserbaidschanischem Gas in die Türkei sollen in diesem Jahr beginnen und nach Europa im Jahr 2020.

29. Mai

Die Bedenken, dass die Ukraine nach der Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2 aufhöre, Transitland für russisches Gas zu sein, hält der deutsche Bundespräsident Frank Walter Steinmeier für unbegründet. Das machte er auf der Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsident Petra Poroschenko in Kiew deutlich. „Deutschland bemüht sich, den Transit von Erdgas durch die Ukraine sicherzustellen. Dazu finden Verhandlungen nicht nur zwischen Deutschland und der Ukraine statt, sondern auch mit der EU. Ich hoffe auch, dass diese Gespräche in naher Zukunft zu Ergebnissen führen“, sagte Steinmeier. Poroschenko erklärte, dass die Ukraine sich bemühe, einschließlich europäische Partner zu überzeugen, dass es sich bei Nord Stream 2 um ein rein politisches Projekt handle, um die Einheit der EU zu spalten. Nicht Wettbewerbsfähigkeit gingen damit einher, sondern die Destabilisierung der gesamten Region.

25. Mai

Die Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2 beseitige die Notwenigkeit für den Gastkransit durch die Ukraine und schwäche dadurch die politische Situation des Landes, warnte der Sonderbeauftragte des US-Außenministeriums zu Fragen der Ukraine Kurt Volker laut Medien in einem Telefonat mit Brüssel.

24. Mai

Das Verfahren der polnischen Regulierungsbehörde gegen Gazprom und die fünf ausländischen Unternehmen wegen der Gasleitung Nord Stream 2 werde sich nicht auf die Projektumsetzung auswirken, erklärte Wintershall-Vorstandschef Mario Mehren laut russischer Nachrichtenagentur Tass im Rahmen des Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums. „Wir analysieren den Fall und prüfen die Argumente.“ Einfluss werde dies jedoch nicht haben, so Mehren. „Wir sahen viele polnische Versuche, uns das Leben schwer zu machen, aber sie sind ergebnislos. Da wir alles, was wir gemacht haben, immer dem Gesetz entspricht.“ Wintershall werde seinen Anteil an der Projektfinanzierung beibehalten. Darauf werde auch die Fusion mit der Ölgesellschaft Dea keine Auswirkung haben. Der Finanzierungsanteile betrage 10 Prozent. Am Gemeinschaftsunternehmen Wintershall Dea soll die Konzernmutter BASF zunächst 67 Prozent und die Investorengruppe LetterOne vom russischen Dea-Eigner Michail Fridman 33 Prozent halten.

23. Mai

Russland brauche Garantien, einschließlich eine Garantie von der Regierung des betreffenden Landes, um eine Entscheidung zum Bau eines zweiten Transitstranges von der Gasleitung Turkish Stream über Bulgarien nach Europa zu treffen, sagte der russische Energieminister Alexander Novak in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija 24 am 22. Mai 2018.

21. Mai

Für Bugarien ist weiterhin der direkte Anschluss an eine russische Gasleitung über das Schwarze Meer wie bei South Stream damals geplant die beste Option, um Gas in die benachbarten Länder bis nach Österreich und Norditalien zu exportieren. Dies brachte der bulgarische Präsident Rumen Radew in einem schriftlichen Interview mit der russisches Wirtschaftszeitung Kommersant zum Ausdruck.

20. Mai

Der Bau der Gasleitung Nord Stream 2 sei ein Projekt, das „darauf abzielt, die Einheit Europas zu unterminieren und – sie am Ende zu zerstören. Das war schon immer die Ideologie hinter der Energiepolitik des Kremls“, schreibt der ukrainische Präsidierten Pjotr Poroschenko in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen am 18. Mai 2018.

18. Mai

Der Gastransit durch die Ukraine soll nach der Inbetriebnahme der Gasleitung Nord Stream 2 fortgesetzt werden, wenn dies ökonomisch begründet und für die Beteiligten zweckmäßig sei, erklärte russische Präsident Wladimir Putin auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi. Merkel erklärte, dass der Transitstatus der Ukraine fortbestehen muss, da dies strategische Bedeutung habe.

16. Mai

Die Gasleitung Nord Stream 2 werde Ende 2019-Anfang 2020 den Betrieb aufnehmen, erklärte Reinhard Ontyd, Geschäftsführer beim Pipeline-Betreiber Nord Stream 2 auf der Gaskonferenz Flame in Amsterdam am 15. Mai 2018. Das Unternehmen hoffe die ausstehenden Genehmigungen aus Russland, Schweden und Dänemark in den nächsten Monaten zu erhalten. Zugleich starteten in Deutschland die seeseitigen vorbereitenden Arbeiten für die spätere Rohrverlegung im Greifswalder Bodden, teilte Nord Stream 2 mit. Fünf Baggerschiffe arbeiteten ab sofort an der Erstellung des Doppelrohrgrabens. „Wir bitten alle Nutzer des Greifswalder Boddens, sich im Interesse ihrer eigenen Sicherheit vorab über die offiziellen Bekanntmachungen für Seefahrer über den Bereich der Arbeiten zu informieren“, so Dr. Georg Nowack, Construction Manager der Nord Stream 2 AG. „Wir haben zudem einen Infoflyer herausgegeben, der unter anderem in Marinas, bei der Wasserschutzpolizei sowie auf unserer Website verfügbar ist.“ Durch die neue Gasleitung verdoppelt sich die Transportleistung im Jahr in der Ostsee auf 110 Kubikmeter Gas. Die geschätzten Kosten liegen bei 9,5 Milliarden Euro.

15. Mai

„Wir müssen die Interessen der Ukraine respektieren, einschließlich die finanziellen, um Schutzmaßnahmen zu entwickeln, um den Transit von Gas über das Territorium der Ukraine fortzusetzen und positive Ergebnisse zu erzielen“, betonte der deutsche Bundesenergieminister Peter Altmaier bei seinem Besuch beim ukrainischen Premier Wladimir Groisman in Kiew am 14. Mai 2018. Groisman verwies darauf, dass der Bau der Gasleitung Nord Stream 2 nur für Russland ein lukratives Projekt sei, das die Abhängigkeit Europas langfristig sicherstelle.

14. Mai

Die transanatolische Gasleitung Tanap quer durch die Türkei soll am 12. Juni 2018 in Betrieb gehen. Das erklärte der türkische Energieminister Berat Albairak laut türkischer Nachrichtenagentur Anadolu kürzlich im Mai. Die Tanap ist auf eine Transportkapazität von 16 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr ausgelegt und soll Gas aus Aserbaidschan in die Türkei und ab 2020 weiter Über Griechenland, Albanien durch die Adria nach Italien transportieren.

1. Mai

An der türkischen Schwarzmeerküste endete die Tiefseeverlegung des ersten Leitungsstranges von Turkish Stream, teilte der russische Gaskonzern Gazprom am 30. April 2018 mit. Im Tagesschnitt verlegte die Pioneering Spirit von der Schweizer Allseas Gruppe 4,3 Kilometer Rohrleitung in der Tiefsee. Maximal waren es im Februar 2018 an zwei Tagen je 5,6 Kilometer. Im dritten Quartal dieses Jahres ist geplant, dass die Pioneering Spirit die Verlegearbeiten des zweiten Leitungsstranges aufnimmt.

26. April

Der russische Gaskonzern Gazprom sei bereit, eine dritte Gasleitung durch die Ostsee nach Europa zu verlegen, erklärte Vorstandsvize Alexander Medwedew im russischen Fernsehen am 25. April 2018. Denn der Gastransport vom neuen Förderzentrum Bowanenkowo auf der nordsibirischen Halbinsel Jamal über den Nordkorridor sei lukrativer als der Transport vom traditionellen Fördergebiet Nadym-Pur-Taz in Nordwestsibirien über den Zentralkorridor an die westliche ukrainische Grenze. Zugleich schloss Medwedew die Verlängerung des geltenden Transitvertrages mit der Ukraine aus, was aber nicht bedeute, dass es keinen Transit mehr über die Ukraine geben werde.

12. April

Die Projektgesellschaft Nord Stream 2 erhielt die zweite der beiden erforderlichen Genehmigungen für den Bau und Betrieb der geplanten Erdgas-Pipeline in der finnischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AMZ), teilte die russische Pipelinetochter von Gazprom am 11. April 2018 mit. Das Genehmigungsverfahren in Finnland sei somit abgeschlossen. Die zweite Genehmigung erteilte die regionale staatliche Verwaltungsbehörde Südfinnlands gemäß dem Wassergesetz. Die finnische Regierung stimmte mit der ersten Genehmigung bereits der Nutzung der finnischen AWZ zu. Die Genehmigungen aus Deutschland liegen auch schon vor. Aus Russland, Schweden und Dänemark stehen sie noch aus. Geplant ist, die Verlegung von Nord Stream 2 in diesem Jahr zu beginnen und bis Ende 2019 abzuschließen. Beauftragt hierzu ist die Schweizer Allseas-Gruppe.

11. April

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte auf der Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Petr Poroschenko in Berlin am 10. April 2018 ein, dass bei der geplanten Gasleitung Nord Stream 2 auch politische Faktoren berücksichtigt werden müssten. Die Transiteinnahmen hätten für die Ukraine strategische Bedeutung. „Deshalb habe ich sehr deutlich gemacht, dass ein Projekt Nord Stream 2, ohne dass wir Klarheit darüber haben, wie es mit der ukrainischen Transitrolle weitergeht, aus unserer Sicht nicht möglich ist. Daraus ersehen Sie schon, dass es sich nicht nur um ein wirtschaftliches Projekt handelt, sondern dass natürlich auch politische Faktoren zu berücksichtigen sind“, sagte Merkel.

5. April

Die finnische Regierung genehmigte den Bau des 374 Kilometer langen Abschnitts der geplanten Pipeline Nord Stream 2 in der finnischen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), außerhalb der Hoheitsgewässer, teilte die Projektgesellschaft Nord Stream 2 mit. Der Genehmigungsantrag für die AWZ bearbeitete das finnische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. „Wir freuen uns sehr, nach einem umfangreichen und gründlichen Verfahren diese Genehmigung erhalten zu haben. Es ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für das Nord Stream 2-Projekt“, so Tore Granskog, Manager Genehmigungen Finnland der Nord Stream 2 AG. In Finnland werden zwei Genehmigungen für den Bau und Betrieb der Pipeline in der finnischen AWZ benötigt. Über die zweite Genehmigung nach dem Wassergesetz soll in den nächsten Wochen entschieden werden. Über die deutschen Genehmigungen zum russischen Pipelineprojekt und in der Ostsee sei der Präsident der USA Donald Trump nicht erfreut gewesen, erklärte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses laut Medien am 4. April 2018 zum Treffen mit den baltischen Regierungsspitzen. In Litauen unterzeichneten der Betreiber des LNG-Importterminals Klaipedos Nafta und der litauische Gasimporteur Lietuvos Duju je ein Abkommen mit dem Betreiber von LNG-Terminals in den USA Freeport.

4. April

In einem Arbeitstreffen zwischen Alexej Miller, Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom und Marco Alvaro, CEO des italienischen Gasnetzbetreibers Snam, in Moskau ging es um Möglichkeiten der Zusammenarbeit, unter anderem mit Blick auf den Fortschritt des Gasleitungsprojektes Turkish Stream, teilte Gazprom mit. Alvera informierte Miller über Snams Absicht, die Schaffung neuer Gastransportwege im Mittelmeer zu erleichtern. Der erste Strang soll im kommenden Mai fertig werden. Er ist auf ein Jahrestransportvolumen von 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas veranschlagt und für den türkischen Gasmarkt bestimmt. Der geplante zweite Strang soll Gas an die türkische Grenze für Südosteuropa inklusive Italien transportieren.

29. März

Der estnische Gasnetzbetreiber Elering und das finnische Staatsunternehmen Baltic Connector OY beauftragten die Schweizer Allseas Gruppe mit der Verlegung der Gasleitung Balticconnector durch die Ostsee. Dieser Abschnitt ist 77 Kilometer lang. Zusammen mit den Abschnitten auf dem estnischen und finnischen Festland erstreckt sich die Gasverbindung auf 153 Kilometer. Sie soll in beide Richtungen genutzt werden und am Tag 7,2 Millionen Kubikmeter Gas transportieren können. Geplant ist, mit den Bauarbeiten im Uferbereich in diesem Sommer zu beginnen. Die Verlegung in der Ostsee ist für den Sommer 2019 und die endgültige Fertigstellung für 2020 veranschlagt.

27. März

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erteilte die Genehmigung für den Bau und Betrieb der Gasleitung Nord Stream 2 in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), teilte die Projektgesellschaft Nord Stream 2 mit. Der betreffende Tassenabschnitt ist rund 30 Kilometer lang. Bereits Ende Januar 2018 hatte das Bergamt Stralsund den Bau und Betrieb in deutschen Territorialgewässern (innerhalb der 12-Seemeilen-Zone) und dem Anlandebereich genehmigt. „Wir freuen uns, dass nunmehr alle notwendigen Genehmigungen für den insgesamt 85 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt vorliegen“, sagte Jens Lange, Manager Genehmigungen Deutschland der Nord Stream 2 AG. Die nationalen Genehmigungsverfahren in den anderen vier Ländern – Russland, Finnland, Schweden und Dänemark – liefen weiterhin planmäßig. Weitere Genehmigungen erwartet die Pipeline-Tochter des russischen Gaskonzerns Gazprom in den nächsten Monaten, damit Baumaßnahmen wie geplant in diesem Jahr starten können.

26. März

Auf dem Gipfel der Europäischen Union jüngst im März habe das Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 nicht auf der Tagesordnung gestanden. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass darüber auf dem Gipfel der EU im kommenden Juni diskutiert werde, sagte Medien zufolge die britische Premierministerin Theresa May. Die Spitzen der Außenministerien der EU seien beauftragt, zu prüfen, welche Fragen im Juni in diesem Zusammenhang auf die Tagesordnung des Gipfels kommen könnten.

21. März

75,5 Prozent sind von der Gasleitung Kraft Sibiriens verlegt, informierte der russische Gaskonzern Gazprom. Vom ostsibirischen Gasfeld Tschajandinskoje bis nach Blagoweschtschensk an der ostchinesischen Grenze seien dies 1629,3 Kilometer. Die Schwarzmeergasleitung Turkish Stream sei mit 991 Kilometern zu 53 Prozent fertig.

17. März

Eine Gruppe US-Senatoren von der Republikanischen und der Demokratischen Partei fordern von der Präsidentenadministration Donald Trump, den Bau der russischen Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee zu blockieren, berichteten Medien. „Wir sind gegen Nord Stream 2 und bestehen darauf, dass die Regierung alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzt, um den Bau dieser Pipeline zu verhindern“, heißt es im Schreiben der Parlamentarier an den Finanzminister Steve Mnuchin und den geschäftsführenden Außenminister John Sullivan. Die Senatoren warnten, dass, wenn das Projekt umgesetzt wird, „die amerikanischen Verbündeten und Partner in Europa unter noch größeren bösartigen Einfluss von Russland geraten.“ Der neue deutsche Außenminister Heiko Maas sehe keine Verbindung zwischen dem Pipeline-Projekt und dem Giftanschlag auf den ehemaligen Oberst des russischen Geheimdienstes Sergej Skripal und seine Tochter jüngst im März in London, teilte die russische Nachrichtenagentur Prime am 16. März mit. „Das sind zwei unterschiedliche Dinge“, sagte Maas auf seinem Antrittsbesuch bei seinem polnischen Amtskollegen Jacek Czaputowicz in Warschau.

12. März

Die Ukraine rief erneut die EU und Europäische Kommission auf, vom Bau der Gasleitung Nord Stream 2 abzusehen, da dieses Projekt die Energiesicherheit Europas bedrohe, erklärte der ukrainische Präsident Petr Poroschenko auf der Pressekonferenz mit der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Verantwortlichen für Außen- und Sicherheit, Federica Mogherini, in Kiew. Polen, Litauen, Lettland, die Ukraine und Moldawien wandten sich schriftlich an die Europäische Union, um vorm russischen Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 zu warnen, berichteten Medien am 11. März 2018. Das betreffende Schreiben unterzeichneten Parlamentsvertreter aus Polen, Litauen und Lettland in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Moldawien und die Ukraine hatten früher schon unterschrieben. Nord Stream 2 soll laut Schreiben die Abhängigkeit der EU von Russland zementieren. Auch das estnische Parlament schloss sich inzwischen dieser Warnung an.

10. März

Nach seinen Treffen mit den baltischen Regierungsspitzen betonte Polens Premier Mateusz Morawiecki betonte im polnischen Radio noch einmal, dass die Gasleitung Nord Stream 2 für Europa sehr gefährlich sei. Polen ist längst unabhängig von Gazprom. Wir haben in Swinemünde ein Terminal für Flüssigerdgas gebaut und beabsichtigen jetzt, die Verarbeitungsmöglichkeiten zu erweitern. Darüber hinaus führen wir Gespräche mit Dänemark und Norwegen“, machte Morawiecki klar. Denn, wenn der Liefervertrag mit dem russischen Gaskonzern Gazprom Ende 2022 ausläuft, soll die Gasleitung Baltic Pipe von Norwegen über Dänemark an die polnische Ostseeküste betriebsbereit sein und 10 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr anliefern können. Darin eingeschlossen sind 2,5 Milliarden Kubikmeter Gas, die die polnische Öl- und Gasgesellschaft PGiNG vor der norwegischen Küste selbst fördern will. Transportkapazitäten hat sie dafür beim polnischen Netzbetreiber Gaz-System und dem dänischen Partner Energinet bereits gebucht.

9. März

Auf einem Treffen in der litauischen Hauptstadt Vilnius bekräftigten der polnische Premier Mateusz Morawiecki und Präsidentin Dalia Grybauskaitė, dass die Gasleitung Nord Stream 2 eine Gefahr für ganz Europa darstelle, meldete das Präsidentenamt Litauens. Beide Länder sprächen sich dafür aus, die Gasrichtlinie und die europäischen Standards für Transparenz und Wettbewerb auf alle Energieinfrastrukturprojekte anzuwenden. Die deutschen Energieunternehmen Wintershall und Uniper bekräftigten erneut, wie wichtig die Projektumsetzung für die Versorgungssicherheit für Europa ist,a ls sie jetzt im März ihre Jahresergebnisse vorlegten. Zusammen beteiligen sich beide Unternehmen mit Österreichs OMV, dem holländisch-britischen Öl- und Gasmulti Shell und Frankreichs Engie als Darlehensgeber an der Finanzierung des Projektes Nord Stream 2. Dies sei insbesondere angesichts des Produktionsrückgangs in dieser Region von Bedeutung, hieß es hierzu bei Wintershall. Im April 2017 verpflichteten sich die fünf europäischen Partner in Verträgen mit der Projektgesellschaft Nord Stream 2 zu einer langfristigen Finanzierung von 50 Prozent der gesamten Projektkosten von derzeit erwarteten 9,5 Milliarden Euro. Jedes Unternehmen soll demnach bis zu 950 Millionen Euro bereitstellen. Bis zum 31. Dezember 2017 wurden davon 324 Millionen Euro abgerufen. Gazprom ist alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2.

7. März

Der Konflikt zwischen dem russischen Gaslieferanten Gazprom und dem ukrainischen Gasversorger Naftogaz werde sich nicht auf die Umsetzung des Gasleitungsprojekts Nord Stream 2 auswirken, sagte der Finanz-Chef des Projektbetreibers Paul Corcoran im Rahmen einer Energiekonferenz in den USA. Im Schiedsurteil vom Februar 2018 wurde Gazprom zu einer Strafzahlung von 2,56 Milliarden US-Dollar an Naftogaz verdonnert, weil die Transitmengen für Europa unter dem vertraglich vereinbarten Umfang lagen. Gazprom will die Verträge nun kündigen und hat zum Schiedsspruch zum Gasliefervertrag Beschwerde eingelegt. Bis Ende März soll eine Beschwerde zum jüngsten Transitentscheid folgen, ließ Gazprom-Vizevorstand Alexander Medwedew Medien zufolge am 6. März wissen. Ungeachtet dessen wies Naftogaz darauf hin, dass sich die Strafzahlung täglich um etwa 0,5 Millionen Euro erhöhe.

1. März

Der erste Strang der Schwarzmeergasleitung ist fast komplett. Mehr als 910 Kilometer seien verlegt und somit 49 Prozent von Turkish Stream fertig, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Der erste Strang werde Gas für den türkischen Markt transportieren. Genehmigungen für den zweiten Strang seien erfolgt. Jetzt liefen Gespräche mit möglichen europäischen Transitländern. Beide Stränge sollen je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr transportieren können. Als Varianten gelten entweder ein Weitertransport über Bulgarien und Serbien oder über Griechenland und Italien.

27. Februar

Im letzten Jahr investierte BASF, Chemiekonzernmutter von Wintershall, laut Geschäftsbericht in den Bau von Nord Stream 2 im letzten Jahr 324 Millionen Euro von vereinbarten 950 Millionen Euro. „Die Ostseepipeline bedeutet eine wichtige Diversifizierung der vorhandenen Importrouten, eine Ergänzung und Erweiterung des bestehenden Netzes“, erklärten die Unternehmensspitzen Klaus Schäfer von Uniper, Mario Mehren von Wintershall und Rainer Seele von OMV in einer gemeinsamen Presseerklärung am 26. Februar 2018. Für sie entspricht das „den Zielen der europäischen Energieunion und eines gestärkten europäischen Gasbinnenmarktes. Kurzum: Nord Stream 2 verbindet und stärkt Europa. Im besten Sinne: ein gesamteuropäisches Projekt.“

26. Februar

Der aserbaidschanische Energieminister Parviz Shahbazov hält den Anschluss von Turkmenistan an den Südlichen Gaskorridor für real. Dies erklärte er in einem Interview mit der staatlichen aserbaidschanischen Nachrichtenagentur AzerTag: „Ich denke, dass Turkmenistans Interessenbezeugung am Südlichen Gaskorridor ein sehr positiver Fakt ist, und die Möglichkeiten des Anschlusses von Turkmenistan zu diesem Projekt real sind.“ Ab 2020 sollen auf dem Südlichen Gaskorridor 10 Milliarden Kubikmeter Gas von Aserbaidschan über Geogrien, die Türkei, Griechenland und Albanien durch die Adria bis nach Italien transportiert werden können.

22. Februar

Die Korrekturen zur europäischen Gasdirektive von der Europäischen Kommission würden den Bau irgendwelcher Gasleitungen einschließlich den Bau von Nord Stream 2 nicht verbieten, erklärte laut Medien Klaus-Dieter Borchardt, Direktor in der Energieabteilung der EU-Kommission zu den Ausschussanhörungen des Europäischen Parlaments. Die Konsultationen zur Gasdirektive zwischen der Europäischen Kommission, dem Europaparlament und dem Europäischen Rat könnten zum Ende des ersten Halbjahrs des laufenden Jahres beginnen.

20. Februar

Die Europäische Bank für Rekonstruktion und Entwicklung EBRD plane, für den Bau der Transadriagasleitung TAP einen Kreditumfang in Höhe von 1,2 Milliarden Euro bereitzustellen, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. „Die Summe wird sich in einem Bereich von 500 Millionen Euro in einem direkten Darlehen bis zu 700 Millionen Euro in einem Konsortialkredit bewegen“, sagte Bruno Balvanera, EBRD-Direktor für den Kaukasus, Moldawien und Weißrussland. Die Bewilligung der Mittel erwartet er zur kommenden Jahresmitte. Im Februar hatte die Europäische Investitionsbank EIB jüngst für das TAP-Vorhaben einen Kredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro gewährt. Geplant ist, dass die TAP ab 2020 erstes Gas aus Aserbaidschan von der türkischen Westgrenze über Griechenland, Albanien und die Adria nach Italien weitertransportiert. Die gesamten Baukosten der Leitungstrasse umfassen 4,5 Milliarden Euro. Die Transportkapazität ist auf 10 Milliarden Kubikmeter Gas veranschlagt.

19. Februar

„Die Lieferung von Erdgas nach Europa über den Nordkorridor und die Nord Stream-2-Gaspipeline ist die kürzeste Route der russischen Gaslieferungen, die am effizientesten und kostengünstigsten ist“, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller in einem russischen Fernsehinterview am 17. Februar 2018. Er stellte fest, dass der zentrale Transportkorridor, über den und die Ukraine Gas nach Europa geliefert wird, seine bedeutende Rolle verliere, die er vor 10-20 Jahren hatte. Hauptexportroute soll Miller zufolge der Nordkorridor mit Nord Stream 2 werden. Die Genehmigung aus Deutschland zum Bau und Betrieb von Nord Stream 2 in seinen Küstengewässern nannte er entscheidend.

17. Februar

Der Erhalt des Gastransits über die Ukraine sei eine Bedingung für den Bau der Gasleitung Nord Stream 2, erklärte der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel laut bei einem Frühstück mit deutschen und russischen Wirtschaftsvertretern. Ohne den Transit werde es schwierig, das Projekt Nord Stream 2 umzusetzen. Gabriel äußerte dazu, dass er den Eindruck habe, dass die russische Seite dies verstehe. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hob bei seinem Treffen mit Gabriel in München im rahmen der jährlichen Sicherheitskonferenz die wirtschaftlichen Vorzüge von Nord Stream 2 hervor. Der Transit  sei nur halb so teuer, und die Verbindung von der Jamalhalbinsel über die Ostsee nach Deutschland 2000 Kilometer kürzer als die Transportroute über die Ukraine. Moskau erwarte, dass die Nachbarländer Deutschlands bei entsprechenden Entscheidungen vom kommerziellen Nutzen der Nord-Stream-2-Gaspipeline profitieren werden, sagte Lawrow. Für den ukrainischen Präsidenten Petr Poroschenko ist Nord Stream 2 dagegen kein wirtschaftliches Projekt, sondern „ein Versuch der geopolitischen Expansion Russlands.“

16. Februar

Durchaus ernsthafteUnterschiedliche Auffassungen beständen weiter mit Blick auf das Pipelineprojekt Nord Stream 2, teilte das deutsche Bundeskanzleramt zum Besuch des polnischen Premiers Mateusz Morawiecki in Berlin mit. „Wir glauben, dass dies ein wirtschaftliches Projekt ist. Wir sind auch für die Energiediversifizierung. Wir wollen auch, dass die Ukraine weiter Transit-Gasverkehr hat“, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es bestehe keine Gefahr für die Diversifizierung, und man glaube, „dass man das unter wirtschaftlichem Aspekt sehen sollte.“ Amtskollege Morawiecki hielt dem entgegen: „Ich stimme nicht dem Ansatz zu, dass Nord Stream 2 eine Diversifizierung darstellt. Das ist Gas aus der gleichen Quelle, nur eine andere Route“, erklärte er. Keiner dürfe die Preise für ein Land der Europäischen Union monopolisieren und diktieren. Es sei notwendig, Nord Stream 2 in die das 3. Energiepaket der europäischen Gasrichtlinie mit einzuschließen. Der Gastransit über die Ukraine müsse weiter genutzt werden. In diesem Kontext wies Morawiecki auch darauf hin, dass das Schwarzmeerprojekt South Stream seinerzeit blockiert wurde. Merkel ihrerseits verwies auf Polens Diverisfizierungsmßnahme mit dem LNG-Terminal, dessen Bau von der Europäischen Union unterstützt wurde und auf die geplante Gasleitung Richtung Skandinavien.

15. Februar

In einem Interview mit der deutschen Tageszeitung Die Welt betonte Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, dass die geplante russische Gasleitung Nord Stream 2 unnötig und schädlich sei und die westliche Gemeinschaft spalte. Seiner Ansicht nach ist die Gaspipeline durch die Ostsee eine Quelle der Spannung. „Heute ist die Ukraine relativ sicher, weil sie die Gasverbindungen nach Mitteleuropa kontrolliert.“ Nach dem Ausschluss der ukrainischen Gaspipelines aus dem Transitgeschäft und der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 werde sich alles ändern. Russland könne den Konflikt eskalieren lassen. Einen „großen russisch-ukrainischen Krieg“ hält Morawiecki dann für wahrscheinlich.

Quelle: PGNIG

Schon heute verfügt Polen nach Angaben des polnischen Gasversorgers PGNiG mit dem LNG-Terminal an der Ostsee und den Einspeisepunkten an der deutschen und tschechischen Grenze über technische Kapazitäten, um einen Importbedarf von knapp 13 Milliarden Kubikmeter Gas fast komplett abzudecken, ohne auf russische Importe zurückgreifen zu müssen. 2016 importierte Polen nach Zahlen im Statistical Energy Review von BP für den inländischen Gasverbrauch von 17,3 Milliarden Kubikmeter Gas 59 Prozent aus Russland und mehr als 17 Prozent über die Westgrenze und das Regasifizierungsterminal in Swinemünde. Der Rest kam aus der heimischen Produktion.

„2018 wird eine besondere Periode bei der Umsetzung des Projekts Südlicher Gaskorridor. Im Jahr 2020 wird das aserbaidschanische Gas Europa erreichen. Dies ist ein strategisches Projekt, das die Energiesicherheit Europas stärken wird „, sagte Kommissionsvizepräsident Maros Sefocovic auf einer Pressekonferenz in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. Die Europäische Kommission stehe dazu in ständigem Kontakt mit den turkmenischen Behörden. Der Transport von turkmenischen Gas über den Südlichen Gaskorridor werde derzeit geprüft. Der Korridor passiert auf einer Strecke von 1860 Kilometer die Türkei, die aktuell die Gaserkundung in den Hoheitsgewässern des EU-Mitglieds Zypern blockiert.

9. Februar

Die Genehmigungen von Schweden, Finnland, Dänemark und Russland zum Bau der Gasleitung Nord Stream 2 erwarte Gazprom-Vizevorstand Alexander Medwedew im ersten Halbjahr dieses Jahres, berichteten Medien am 8. Februar 2018. Das Ausbauprojekt in der Ostsee werde seinen Worten nach fristgerecht umgesetzt. „Wir gehen davon aus, dass diese Genehmigungen pünktlich eingehen werden“, bekräftigte Medwedew.

7. Februar

Der Geschäftsführer der Nord Stream 2 AG Matthias Warnig kündigte in einem Medieninterview Schadensersatzforderungen an, sollten sich Veränderungen in der europäischen Gasrichtlinie nachteilig auf das Ausbauprojekt in der Ostsee auswirken. Seiner Ansicht nach hat Nord Stream 2 in das Projekt investiert und sich dabei auf die bestehende Gasrichtlinie der EU gestützt. „Ich habe nicht verstanden, wie die Ausweitung der europäischen Gasrichtlinie auf Gasfernleitungen außerhalb des EU-Binnenmarktes funktionieren sollte“, fügte er hinzu. Über den Baustand der drei großen Pipeline-Projekte Nord Stream 2, Turkish Stream und Kraft Sibiriens informierte der Strategiechef des russischen Gaskonzerns Gazprom, Kiril Poulos auf einem Treffen mit Investoren in New York am 6. Februar. Demnach war jetzt Anfang Februar der erste über 900 Kilometer lange Leitungsstrang von Turkish Stream zum größten Teil verlegt, während von Kraft Sibiriens über 70 Prozent der Leitungstrasse gebaut sind. Geplant ist, diese Gasleitungen und die zwei geplanten Leitungsstränge von Nord Stream 2 in der Ostsee Ende 2019 in Betrieb zu nehmen.

2. Februar

Die türkische Regierung verabschiedete Steuervergünstigungen für Arbeiten, die sich auf den Bau der Gaspipeline Turkish Stream durch Gazprom erstrecken. Das Dokument veröffentlichte das türkische Amtsblatt Resmi Gazete. Unternehmen, die bei der Durchführung des Projektes in der türkischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer sowie auf Plattformen arbeiten, werden laut Regierungsbeschluss von Steuern befreit. Für Projektarbeiten und rechtliche Dienstleitungen werde keine Mehrwertsteuer erhoben. Die Steuer- und Zollvorteile beziehen sich auf Transportmittel einschließlich Schiffe, die Lieferung von Rohren, andere Materialien, Ausrüstungen und Ersatzteile, die im Dokument genannt sind. Diese Vergünstigungen waren bereits im zwischenstaatlichen Abkommen zwischen Russland und der Türkei vorgesehen.

31. Januar

Die Nord Stream 2 AG erhielt heute die Genehmigung für den Bau und Betrieb der geplanten Gasleitung Nord Stream 2 im deutschen Küstenmeer und Anlandebereich in Lubmin bei Greifswald, teilte die Schweizer Pipelinetochter des russischen Gaskonzerns Gazprom mit. Das Bergamt Stralsund erteilte den Planfeststellungsbeschluss für diesen rund 55 Kilometer langen Trassenabschnitt. Die nationalen Genehmigungsverfahren in Russland, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland liefen wie geplant und entsprächen den nationalen gesetzlichen Anforderungen dieser Länder. Die Ausstellung der noch ausstehenden Genehmigungen erwartet Nord Stream 2 in den nächsten Monaten, so dass der Bau in diesem Jahr beginnen kann. Bis Ende 2019 sollen die zwei neuen Leitungsstränge in der Ostsee in Betrieb gehen, so dass sich die jährliche Transportkapazität auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas verdoppelt.

30. Januar

In den Gesprächen mit dem US-amerikanischen Außenminister Rex Tillerson in Davos sei es um mögliche Sanktionen gegen das Gasleitungsprojekt Nord Stream 2, erklärte der polnische Premier Mateusz Morawiecki in einem Medieninterview am 29. Januar 2018. „Wir wollen, dass dieses Projekt unter das Sanktionsregime fällt“, so Morawiecki. „Das ist ein sehr wichtiger Punkt in unseren Gesprächen mit den Vereinigten Staaten.“  Er sieht in Nord Stream 2 nicht nur eine Bedrohung für die Energiesicherheit Polens, sondern für die gesamte Region. Die Ukrainer würden von das Gaslieferungen abgeschnitten.

26. Januar

Nicht alle Mitgliedsgliedsstaaten der Europäischen Union unterstützten die Korrekturen zur Gasdirektive, die sich auch auf die geplante Gasleitung Nord Stream 2 richten, erläuterte der Vizepräsident der Europäischen Kommission und verantwortlich für die Energieunion, Maros Sefcovic, im Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti am 25. Januar 2018.  Rund die Hälfte der Mitgliedsländer befürworten seinen Worten nach sehr, wenn die Europäische Kommission ein Mandat für Verhandlungen mit Russland erhält und Meeresgasleitungen, die in die EU führen, dem europäischem Recht entsprechen. Zugleich setzte sich Sefcovic in seinem Gesprächen im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos mit dem russischen Energieminister Alexander Nowak und dem ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko für den Fortbestand des Transits von russischem Gas über die Ukraine nach Europa ein.

21. Januar

Die Türkei erteilte die Genehmigung, um den zweiten Strang der Gasleitung Turkish Stream in ihren Hoheitsgewässern im Schwarzen Meer bis zur türkischen Küste zu verlegen, teilte der russische Gaskonzern am 19. Januar 2018 mit. Damit sei sichergestellt, dass Turkish Stream planmäßig bis Ende 2019 fertiggestellt werden kann, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller. Von den zwei geplanten Leitungssträngen seien aktuell 760 Kilometer Rohrlänge verlegt. In der Türkei hätten die Bauarbeiten am Anlandeterminal begonnen.

18. Januar

Ein deutsches Rechtsgutachten bescheinigte keine Notwendigkeit zu Korrekturen der europäischen Gasdirektive durch die Europäische Kommission, die den Betrieb der geplanten Gasleitung Nord Stream 2  betreffen, berichteten russische Medien. Anfang November letzten Jahres hatte die Kommission Korrekturvorschläge zur europäischen Gasdirektive vorgelegt. Sie sollen den diskriminierungsfreien Zugang Dritter zu Gasleitungen, die in Länder der europäischen Union führen, regeln. Aktuell sind Offshore-Gasleitungen wie Nord Stream von diesen Regelungen ausgenommen.

15. Januar

Die Gasleitung Turkish Stream könne nach Europa verlängert werden. Zunächst werde nur der erste Strang für den Bedarf der Türkei gebaut. Der zweite Strang werde erst verlegt, wenn die Europäische Kommission zu 100 Prozent garantiert, dies nicht wie im Fall von Bulgarien mit South Stream zu torpedieren. Bulgarien habe sich indes bereit erklärt, die Lieferungen vom zweiten Turkish-Stream-Strang aufzunehmen, erläuterte der russische Außenminister Sergej Lawrow in seiner Jahrespressekonferenz in Moskau.

14. Januar

Die deutschen Umweltverbände NABU und WWF appellieren in einem offenen Brief an die Parteivorsitzenden und Chef-Unterhändler der Großen Koalition, Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Martin Schulz (SPD), das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zu stoppen, informierte der WWF Deutschland am 11. Januar. „Mit Blick auf die Sondierungsgespräche und die Regierungsbildung der Bundesrepublik Deutschland wenden wir uns mit großer Sorge um die Glaubwürdigkeit der deutschen Klimapolitik und die bevorstehende Genehmigung und Realisierung des Projektes der Gaspipeline Nord Stream 2 direkt an Sie: Stoppen Sie das Projekt Nord Stream 2. Die geplante Gaspipeline ist eine klimapolitische Sackgasse, bedroht das fragile Ökosystem der Ostsee und treibt einen Keil in die Solidarität innerhalb der Europäischen Union“, heißt es im betreffenden Brief von NABU-Präsident Olaf Tschimpke und WWF-Deutschland Vorstand Eberhard Brandes.

4. Januar

Mehr als 700 Kilometer Rohrlänge und somit rund 38 Prozent seien von den beiden Strängen der Gasleitung Turkish Stream im Schwarzen Meer verlegt, informierte Gazprom-Chef Alexej Miller russischen Medien zufolge. Die Transportkapazität jedes Leistungsstranges ist auf 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt. Ist ein Strang zur Belieferung des türkischen Marktes vorgesehen, soll der zweite Strang ab Ende 2019 für Exporte nach Europa zur Verfügung stehen. Dementsprechend stieg der Export in die Türkei im letzten Jahr um 17,3 Prozent auf 29 Milliarden Kubikmeter Gas. Insgesamt legten die Exporte nach Europa und in die Türkei um 8,1 Prozent auf 193,9 Milliarden Kubikmeter Gas zu. Gazproms größter Kunde Deutschland erhöhte seinen Gasbezug um 7,1 Prozent auf nunmehr 53,4 Milliarden Kubikmeter Gas. Auch Griechenland, Serbien, Bulgarien und Ungarn steigerten den Import von russischem Gas kräftig.

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