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Pipeline-Ticker-II 2017

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Bildquelle: Nord Stream 2 / Wolfram Scheible

Im Pipeline-Ticker erfahren Sie Neues über laufende Gasleitungsprojekte

20. Oktober

Was ein Verhandlungsmandat der Europäischen Kommission mit Russland zum Pipeline-Projekt Nord Stream 2 angeht, seien sich die Mitgliedsländer nicht einig, erklärte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in einem Radiointerview. Viele Länder unterstützen solch ein Mandat, aber viele Länder hielten dies auch für unnötig. Zugleich reichte Polen im Oktober 2017 bei der Europäischen Kommission ein juristisches Gutachten ein, in dem die geplante zweite Ostseegasleitung unter die Norm des Europäischen Energiepaketes 3 gestellt werden soll, da sie Hoheitsgewässer von Mitgliedsstaaten passieren soll und Bauarbeiten zur Pipeline auf europäischem Gebiet erfolgten. Energiepaket 3 schreibt vor, dass an Gasleitungen auch Dritte Zugang bekommen sollen, sprich nicht nur der russische Gaslieferant Gazprom der exklusive Nutzer des Transportwegs durch die Ostsee sein soll.

18. Oktober

Der Aufsichtsrat der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung EBRD bewilligte für den Bau des Südlichen Gaskorridors einen Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar, teilte die Bank mit. Der Südliche Gaskorridor ist für Gastransporte von Aserbaidschan über Georgiern und die Türkei nach Europa vorgesehen. Die Kapazität ist auf 16 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt. 10 Milliarden Kubikmeter Gas sind ab 2020 für Europa vorgesehen. Die Türkei soll im nächsten Jahr erste Gaslieferungen erhalten.

Von der Gasleitung Kraft Sibiriens seien mehr als 1095 Kilometer vom ostsibirischen Gasfeld Chayandinskoye nach Blagoveshchensk an die ostchinesische Grenze verlegt, meldete der russische Gaskonzern Gazprom. Im September 2017 gab Gazprom-Manager Wsewolod Tscherpanow russischen Agenturen zufolge einen Überblick über die geplanten Gaslieferungen über Kraft Sibiriens nach China. So sollen im ersten Betriebsjahr 2020 zunächst 4,6 Milliarden Kubikmeter nach China exportiert werde und in den Folgejahren die Transporte sich schrittweise auf 38 Milliarden im Jahr Kubikmeter Gas im Jahr 2025 erhöhen. Auch die Bauarbeiten zur Schwarzmeergasleitung Turkish Stream laufen laut Gazprom auf vollen Touren. Das Bohren der Mikrotunnel und das Durchziehen der Rohre an der russische Schwarzmeerküste sei abgeschlossen. Von den zwei Strängen für Turkish Stream seien in Summe bereits 373 Kilometer Rohrlänge gebaut. Bis an den westtürkischen Bosporus sind es von Anapa an der russischen Schwarzmeerküste rund 900 Kilometer.

17. Oktober

Die Betreiber der Gasleitung Nord Stream erwarten im Jahr ihres fünfjährigen Bestehens eine 90-prozentige Auslastung der Transportkapazitäten. In Summe können die beiden Leitungsstränge im Jahr 55 Milliarden Kubikmeter von er russischen an die deutsche Ostseeküste durchleiten. Im letzten Jahr lag die Auslastung bei 80 Prozent.

15. Oktober

Die Europäische Kommission will Anfang November 2017 ein neues Gesetz zu Offshore-Gasleitungen vorlegen, berichteten Medien. Dann soll die geplante Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee laut Energiepaket 3 außer für Gazprom auch für andere Lieferanten zugänglich sein.

10. Oktober

„Aber in Zukunft muss man beobachten, wie sich die Situation im Fall einer Beteiligung Finnlands an Nord Stream 2 ändert. Vielleicht wird es dann notwendig sein, in dieser Frage auf die Meinung von Helsinki und nicht auf die von Berlin zu blicken“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Uniper, Klaus Schäfer, in einem Interview mit der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant am 9.Oktober 2017. Denn bei einer kompletten Übernahme seines Unternehmens durch den staatlichen finnischen Energieversorger Fortum, gingen auch die Verpflichtungen aus Abkommen zum Bau der Gasleitung Nord Stream 2 an die Finnen. Im September 2017 unterzeichneten Fortum und E.ON ein Abkommen zum möglichen Erwerb des 46,65 Prozent-Anteils an Uniper. Dieser Erwerb soll mit einem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot durch Fortum an alle Uniper-Aktionäre zu einem Preis von 22 Euro pro Aktie einhergehen. „Dieser Vorstoß kommt unaufgefordert und entspricht nicht unserer öffentlich kommunizierten Strategie“, kommentierte Schäfer das Abkommen. Uniper befinde sich derzeit weder in Gesprächen mit Fortum noch mit E.ON in Bezug auf die unaufgeforderten und nicht bindenden Transaktionsvorschläge beider Unternehmen.

6. Oktober

Die geplante Gasleitung Nord Stream 2 könnte rund 10 Kilometer länger werden, wenn Dänemark die Verlegung durch seine Hoheitsgewässer nicht genehmigt und eine Alternativroute genommen werden müsste, erklärte der technische Direktor von der Projektgesellschaft Nord Stream 2 Sergej Serdjukow. Für diesen Fall „wird es eine Alternative geben. Sie wird ausgearbeitet“, zitierte die russische Nachrichtenagentur 1Prime Serdjukow. Zudem sei die italienische Bank Intesa bereit, das Ausbauprojekt in der Ostsee finanziell zu unterstützen, erklärte Bankchef Antonio Fallico in einem Medieninterview am 5. Oktober 2017. Gazprom-Vizevorstand Alexander Medwedew zeigte sich zudem überzeugt, dass es keine Probleme mit der Projektfinanzierung geben und die neue Pipeline künftig auch ausgelastet werde.

Der aserbaidschanische Präsident Ilcham Alijew hält sein Land für die einzige neue Energiequelle für Europa. Dies bekräftigte er auf einem Treffen mit einer europäischen Delegation in Baku im Oktober 2017. „Wir führten alle Arbeiten durch, um eine moderne Verkehrsinfrastruktur zu schaffen. Unsere Vorräte sind bekannt, der Markt ist festgelegt. Der größte Markt für uns ist Europa, das zunehmend Gas braucht. Wir wissen, dass in Europa die Nachfrage nach Erdgas zunehmen wird, und Aserbaidschan ist die einzige neue Energiequelle für Europa“, zitierten Agenturen Alijew am 5. Oktober 2017. Über den südlichen Gaskorridor soll Europa aus der Kaspischen Region in Aserbaidschan ab 2020 über Georgien und die Türkei 10 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erhalten können.

4. Oktober

Die Gazprom-Pipeline-Tochter und Schweizer Projektgesellschaft Nord Stream 2 beauftragte Arthur D. Little mit einem Bericht zum geplanten Ausbau in der Ostsee, den das Beratungsunternehmen jetzt im Oktober veröffentlichte. Der Bericht bescheinigt der Gasleitung Nord Stream 2 positive Arbeitsplatzeffekte und Wirtschaftswachstum.

Quelle: Arthur D. Little

Demnach liege der gesamte wirtschaftliche Nutzen für die Europäische Union bei 5,15 Milliarden Euro für den Bau. Darüber hinaus entständen im Zuge der Investition über Jahre hinweg in der EU 31.000 Vollzeitjobs. Das Bruttoinlandsprodukt BIP werde um 2,25 Milliarden Euro über verschiedene Branchen hinweg wachsen, teilte Arthur D. Little zum Bericht mit.

Der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom Alexej Miller bekräftigte indes erneut, dass die Europäische Kommission keine rechtliche Handhabe für ein Verhandlungsmandat zum Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 habe. Dies erklärte Miller Medien zufolge im Rahmen der russischen Energiewoche. „Das Projekt ist rein wirtschaftlich. Am wichtigsten ist es, dass es vom Markt gefragt ist. Alle Lieferungen gehen im Grund nach Deutschland“, so Miller weiter. Seinen Worten nach soll Deutschland in diesem Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland importieren, womit die bestehende Pipeline Nord Stream allein gefüllt werden könnte. Im letzten Jahr bezog Deutschland 49,8 Milliarden Kubikmeter russisches Gas.

1. Oktober

Die Europäische Union sei nicht befugt, anstelle ihrer Mitgliedstaaten über das Pipelineprojekt Nord Stream 2 mit Russland zu verhandeln, bestätigte laut Medien ein Gutachten des Juristischen Dienstes des Europäischen Rates. Die EU-Kommission hatte den Rat gebeten, ihr ein dementsprechendes Verhandlungsmandat zu erteilen. Im Juli 2017 wies die deutsche Bundesnetzagentur zum Netzentwicklungsplan Gas für 2026 unterdessen fünf Maßnahmen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Gasleitung Nord Stream ab, da ihrer Einschätzung nach noch zu unsicher ist, ob die beiden neuen Leitungsstränge von der russischen an die deutsche Ostseeküste verlegt werden. Erst wenn die Genehmigungen vorliegen, hält die Behörde eine Aufnahme in den Netzentwicklungsplan für angebracht, der alle zwei Jahre verabschiedet. Die zwei Leitungsstränge sollen bis Ende 2019 durch die Ostsee verlegt und wie die bestehende Gasleitung Nord Stream 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr transportieren können.

Quelle:Gazprom

Von der Schwarzmeergasleitung Turkish Stream seien knapp 300 Kilometer der über 900 Kilometer langen Gasleitung verlegt, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller Ende September zu seinem Türkeibesuch. Im März 2018 soll der erste Leitungsstrang für die Gaslieferungen in die Türkei und im Jahr 2019 der zweite Strang für Exporte nach Europa bereit stehen. Die Transportkapazität ist für beide Leitungsstränge auf je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt.

28. September

Der deutsche Botschafter Rüdiger von Fritsch in Russland bekräftigte, dass der Bau der Gasleitung Nord Stream 2 ein wirtschaftliches Projekt sei, berichteten russische Medien. Dazu gehe er davon aus, dass auch die Europäische Kommission den Ausbau in der Ostsee aus rein ökonomischer Sicht beurteile. Ende 2019 sollen die zwei neuen Leitungsträge verlegt sein und wie die bestehende Ostseegasleitung 55 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr durchleiten können. Aktuell laufen die dementsprechenden Genehmigungs- und Anhörungsverfahren in den Länder, durch deren Hoheitsgewässer Nord Stream 2 führen soll. Bis spätestens Juni 2018 sollen diese abgeschlossen sein.

26. September

Für Gespräche zum Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 sei es so kurz nach den Wahlen des deutschen Bundestages am 24. September 2017 zu früh, machte Präsidentensprecher Dmitrij Peskow russischen Agenturen zufolge deutlich. Noch sei in Deutschland keine neue Regierung gebildet. Erst wenn diese gebildet sei, gebe es etwas zu reden.

25. September

Bis zum Jahresende wollen der russische Gaslieferant Gazprom und Chinas Nationale Ölgesellschaft CNPC sich auf die Bedingungen zum Gasexport von der russischen Ostküste nach China einigen. Dies bestätigten nochmals Gazprom-Chef Alexej Miller und Wang Dongjin, Vizepräsident von CNPC und Präsident of PetroChina auf einem Arbeitstreffen in Peking, teilte Gazprom mit. Die Gaslieferungen von ostsibirischen Gasfeldern über die Gasleitung Kraft Sibiriens 1 sollen laut Zusatzabkommen zum Liefervertrag aus dem Jahr 2014 am 20. Dezember 2019 aufgenommen werden. Das Zusatzabkommen schlossen Gazprom und CNPC im Juli 2017.

24. September

Je einen Genehmigungsantrag für die Nutzung der finnischen ausschließlichen Wirtschaftszone und für den Bau und Betrieb der Pipeline in finnischen Gewässern reichte Nord Stream 2 bei den zuständigen Behörden ein, teilte die Projektgesellschaft am 22. September 2017 mit. Die 1.200 Kilometer lange Pipeline durch die Ostsee soll auf einem Abschnitt von 374 Kilometern durch die finnische ausschließlichen Wirtschaftszone führen. Sie befindet sich in internationalen Gewässern. Der Nutzungsantrag liegt seit 18. September 2017 dem finnischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit vor und muss von der Regierung abgesegnet werden. Den Genehmigungsantrag für den Bau und Betrieb erhielt die betreffende Behörde am Folgetag. Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) startete Anfang April und wurde im Juli 2017 abgeschlossen, nachdem die zuständige Behörde den UVP-Bericht als hinreichend anerkannte. Parallel laufen in Russland, Schweden, Dänemark und Deutschland die nationalen Genehmigungsverfahren, durch deren Gewässer die Pipeline führen soll.

21. September

Steht die Gasleitung Nord Stream 2 bereit, könnten die Staaten der Europäischen Union mehr russisches Gas beziehen und müssten weniger teures Flüssigerdgas LNG importieren. Dies reduziere das Gaspreisniveau in allen 28 EU-Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt im September 2017 eine aktuelle Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts Energy Research & Szenarios (EWI ER&S) in Köln.

18. September

Der russische Ölkonzern Rosneft könnte sich über Investitionen in den Bau einer Gaspipeline in der autonomen kurdischen Republik im Nordirak am südlichen Gaskorridor beteiligen, berichteten Medien. Diese Gasleitung soll ab 2020 auch Gas nach Aserbaidschan zum Weitertransport über die Türkei bis nach Italien liefern. Im Gespräch ist eine Gasleitung mit einer Jahrestransportleistung von 30 Milliarden Kubikmeter Gas. Sie soll Gas für den inländischen Bedarf und den Export transportieren.

16. September

Durch den Bau der Gasleitung Turkish Stream werde die südliche Transitgasleitung in der Ukraine nicht mehr gebraucht, machte Andrej Koboljew, Chef des ukrainischen Gasimporteurs Naftogaz, auf der diesjährigen Jaltakonferenz in Kiew Mitte September deutlich. „Unsere südliche Route wird sterben, da die Türkei dieses Abkommen bereits geschlossen hat“, zitierten Medien Koboljew. Ende August 2017 waren 220 Kilometer von den zwei vereinbarten Leitungssträngen verlegt. Insgesamt liegen zwischen Anapa an der russischen Schwarzmeerküste und dem westtürkischen Bosporus rund 900 Kilometer. Die beiden Leitungsstränge mit einer jährlichen Transportkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas sollen bis Ende 2019 verlegt werden. Für unnötig hält zugleich die Europäische Kommission die geplante Gasleitung Nord Stream 2. Dies brachte Energiekommissar Miguel A. Canete laut Medienberichten am 15. September 2017 in Straßburg vorm Europäischen Parlament erneut zum Ausdruck. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Maros Sefcovic sicherte seinerseits auf der Konferenz in Kiew zu, dass der Gastransit über die Ukraine nach 2020 für die Europäische Union oberste Priorität habe.

13. September

Wegen der neuen Sanktionen der USA erwartet der Chef des österreichischen Mineralölkonzerns OMV Rainer Seele Änderungen beim Finanzierungsplan für den Bau der Gasleitung Nord Stream 2. Es gelinge seinen Worten nach offensichtlich nicht, die Projektfinanzierung für alle geplanten 70 Prozent Kosten zu organisieren. Die Projektteilnehmer müssten Mittel in russischen und asiatischen Banken auftun oder mehr eigene Mittel beisteuern. „Wir müssen allen noch klarer machen, dass wir dieses Projekt unterstützen“, zitierten Medien Seele. Die Situation mit der Finanzierung müsse wahrscheinlich überarbeitet werden. Doch die Verpflichtung der Unternehmen, das Projekt zu Ende zu bringen, bleibe bestehen.

8. September

Ein Teil der Gastransite über die Ukraine soll beibehalten werden, sofern dies günstiger sei, als über die neuen Gasleitungen Nord Stream 2 und Turkish Stream Gas zu liefern, erklärte der russische Energieminister Alexander Nowak in einem Fernsehinterview. Die neuen Gasleitungen sollen seinen Worten nach Ende 2019 betriebsbereit sein. Besonders vorteilhaft und kostengünstig seien künftige Gastransporte über Nord Stream 2, weil sich das Gasförderzentrum in Russland von Westsibirien nach Norden verlagere und somit die Route über die Ostsee zur kürzesten Exportvariante nach Europa werde.

7. September

Die Arbeit an dem Projekt der Transanatolischen Erdgas-Pipeline TANAP in Aserbaidschan und der Türkei sei nahezu abgeschlossen, erklärte der aserbaidschanische Außenminister Elmar Mammadyarov laut Medien am 6. September 2017 auf einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus der Türkei und Georgien. Die 1850 Kilometer lange Pipeline-Trasse verläuft von der türkischen Ostgrenze bis zum europäischen Teil des Landes. Die Pipeline soll rund 8,5 Milliarden Dollar kosten. 2018 sind erste Gaslieferungen in die Türkei geplant. Ab 2020 ist der veranschlagte Lieferstart bis an die türkisch-griechische Grenze zum Weitertransport über die Transadria-Gasleitung nach Italien.

6. September

Die Verlegung der Gasleitung Nord Stream 2 durch das russische Naturschutzgebiet Kurgalsky könnte gerichtlich entschieden werden. Über die öffentlichen Anhörungen zur Umweltverträglichkeitsprüfung in der Region Leningrad berichtete die russische Wirtschaftszeitung Kommersant. Schon zwei Wochen werde die Rechtmäßigkeit der Verlegung von Gaspipelines durch das Kurgalsky-Reservat (Kingisepp-Bezirk) vom Gericht geprüft. Greenpeace Russland versuche, die Entscheidung der Regierung der Region anzufechten, die die Hindernisse zur Pipeline-Verlegung durch das Naturschutzreservat aus dem Weg räumt. Naturschützer behaupteten, dass die russische Naturschutzbehörde Rosprirodnadzor kein grünes Licht für die Pipeline-Verlegung geben werde, wenn sie vom Gericht unterstützt werden.

Quelle: Nord Stream 2 AG

Der Projektbetreiber Nord Stream 2 sieht indessen keine Hindernisse: „Nord Stream 2 wird keine signifikanten negativen Auswirkungen auf das Kurgalski-Gebiet haben. Die Bautätigkeiten betreffen nur 0,14 Prozent der Naturschutzfläche an Land direkt.“ Informationen zur Pipeline-Verlegung hat Nord Stream 2 zusammengestellt und führt hier als Begründung für die Verlegung durch die Narwabucht an: „Insgesamt führt dies zu kürzeren Bauzeiten und baubedingten Beeinträchtigungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die größere Entfernung von zentralen Lebensräumen von Kegel- und Ringelrobben.“

31. August

220 Kilometer Rohrleitung seien in Summe für zwei Leitungsstränge von Turkish Stream im Schwarzen Meer verlegt, informierte laut Medien Gazprom-Chef Alexej Miller. Dazu seien die Bohrarbeiten für zwei Mikrotunnel und die Zuleitungen am russischen Festland abgeschlossen. Zwei Leitungsstränge sollen von hier aus an den rund 900 Kilometer entfernten westtürkischen Bosporus verlegt. Ihre Transportkapazität ist auf je 15,75 Milliarden Kuhmeter Gas im Jahr veranschlagt. Ein Strang ist für den türkischen Markt vorgesehen. Der zweite Strang soll Gas für Süd- und Südeuropa transportieren.

30. August

Im Juli erhielt die Schweizer Gazprom-Tochter Nord Stream 2 von den fünf europäischen Unternehmen Shell, OMV, Uniper, Wintershall und Engie 234 Millionen Euro, teilte der russische Gaskonzern in seinen Finanzbericht zum ersten Halbjahr 2017 mit. Dazu sollen die möglichen Auswirkungen der neuen Sanktionen der USA untersucht werden. Geplant ist, bis Ende 2019 die jährliche Transportkapazität in der Ostsee auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas zu verdoppeln. Aktuell laufen hierzu die Genehmigungsprozesse, die bis spätestens Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein sollen. In einer Telefonkonferenz erklärte der Leiter der Finanz- und Wirtschaftsabteilung von Gazprom, Alexander Ivannikow, dass die Sanktionen der USA die Umsetzung des Projektes Nord Stream 2 nicht störten. Gazprom und die Projektpartner bemühten sich um Eindeutigkeit. Auf den internationalen Finanzmärkten gebe es keine Begrenzungen zur Kreditaufnahme für Gazprom. Außerdem erwarte der russische Gaskonzern eine Erklärung von der Abteilung zur Kontrolle von Auslandsaktiva im US-amerikanischen Finanzministerium eine Erklärung zum Inhalt des neuen Sanktionsgesetzes gegen Russland.

21. August

Die Gasleitung Nord Stream 2 soll trotz der Sanktionen durch die USA fristgerecht gebaut werden, erklärte Medien zufolge am 18. August 2017 der russische Energieminister Alexander Nowak im Rahmen einer internationalen Messeveranstaltung in der türkischen Stadt Izmir.

17. August

Der Export von russischem Erdgas in Länder, die künftig Gas über die Schwarzmeergasleitung Turkish Stream beziehen könnten, sei gestiegen, berichteten russische Medien. So legten die Lieferungen vom Jahresbeginn bis Mitte August im Vergleich zum Vorjahr in die Türkei um 22,4 Prozent zu. Griechenland erhielt 13,2 Prozent mehr Gas und Serbien sogar 40,8 Prozent. Die Lieferungen nach Bulgarien (11,1 Prozent) und Ungarn (24,4 Prozent) stiegen ebenfalls kräftig. Aktuell wird der erste Leitungsstrang von der russischen Schwarzmeerküste an den westtürkischen Bosporus verlegt. Die Transportleistung ist auf 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr veranschlagt und für den türkischen Markt vorgesehen. Der zweite Leitungsstrang ist für Lieferungen in süd- und südosteuropäische geplant.

3. August

Zur Unterzeichnung des Gesetzes zu den Sanktionen gegen Russland durch den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, erklärte der europäische Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker Gegenmaßnahmen an, falls die USA gegen Unternehmen in Europa vorgehen, die sich an russischen Gas- und Ölprojekten mit Russland beteiligen.  „Wir sind bereit und müssen unsere wirtschaftlichen Interessen gegenüber den USA verteidigen und werden das tun“, zitierten Medien Juncker.

29. Juli

Die Sanktionen der USA gegen Russland im Gesetzentwurf, den das Repräsentantenhaus jüngst beschloss, seien eine Bedrohung für die Umsetzung der beiden großen Gasleitungsprojekte Nord Stream 2 und Turkish Stream, berichtete die russische Nachrichtenagentur Primetass am 28. Juli 2017. Im Text stehe, dass die Administration der USA gegen Nord Stream 2 vorgehen soll, um die Energiesicherheit der Ukraine und der Europäischen Union zu schützen. Dies bedrohe beide Projekte und beunruhige Russland sehr, so der nicht genannte Gesprächspartner. Dazu könnte der französische Partner Engie im Fall von Sanktionen die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 nicht mehr weiter finanzieren. Dies äußerte laut Agenturen Spartenchef für Flüssiggas, Pierre Chareyre. Die derzeitige Beteiligung an dem Vorhaben sei hingegen nicht in Gefahr, da das geplante Gesetz nicht rückwirkend sei, hielt er zugleich entgegen. Im April 2017 hatten sich Engie, Uniper, Wintershall, OMV und Shell mit dem russischen Gaskonzern Gazprom geeinigt, 50 Prozent der Projektkosten von 9,5 Milliarden Euro zu übernehmen.

26. Juli

Die deutsche Bundesnetzagentur wies fünf Maßnahmen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Gasleitung Nord Stream ab, da ihrer Einschätzung nach noch zu unsicher ist, ob die beiden neuen Leitungsstränge von der russischen an die deutsche Ostseeküste verlegt werden. „Sie sollen erst dann in den Netzentwicklungsplan Gas aufgenommen werden, wenn Genehmigungen für den Bau der Nord Stream-Erweiterung vorliegen“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Bundesnetzagentur zum Netzentwicklungsplan Gas für 2026, den die Fernleitungsnetzbetreiber alle zwei Jahre erstellen und der Behörde zur Prüfung vorgelegen. 112 Maßnahmen im Plan mit einem Investitionsvolumen von ca. 3,9 Milliarden Euro hält die Bundesnetzagentur dagegen für erforderlich. Zu den neuen geplanten Sanktionsmaßnahmen der USA gegen Russland äußerte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes, dass sich der amerikanische Präsident mit den europäischen Partnern konsultieren müsse auch in der Frage russischer Energielieferungen nach Europa. Doch nach wie vor werde nicht akzeptiert, dass die Vereinigten Staaten unter dem Deckmantel von Sanktionen Industriepolitik zugunsten amerikanischer Energieversorger betrieben.

Das Repräsentantenhaus der USA stimmte am 25. Juli 2017 dem Gesetzentwurf über neue Sanktionen gegen Russland zu. Auf der Liste steht weiterhin das Gasleitungsprojekt Nord Stream 2, das der russische Gasmarktführer Gazprom mit Investitionen der europäischen Partnerunternehmen Wintershall, Uniper, Shell, OMV und Engie in der Ostsee umsetzen will. Geplant ist, bis Ende 2019 zwei Leitungsstränge von der russischen an die deutsche Ostseeküste zu verlegen. Die Transportkapazität verdoppelt sich dann auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. Bereits Ende Juni 2017 hatte der Senat einen dementsprechenden Gesetzentwurf verabschiedet. Appelle dagegen von der Europäischen Kommission blieben erfolglos. Im Raum steht, dass die USA sich mittels Sanktionsgesetz Russland als Kontrahenten für Gaslieferungen nach Europa vom Hals schaffen und mit Flüssiggas punkten will. Erste LNG-Tanker aus den USA legten im Juni 2017 in Holland und Polen an. Litauen soll im nächsten Monat folgen. „Sanktionen sollten nicht als Element der Förderung eigener wirtschaftlicher Interessen verwendet werden, beispielsweise für den Verkauf von amerikanischem LNG“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Primetass den Vorstandsvorsitzenden von Wintershall, Mario Mehren.

23. Juli

Die Gasnetzbetreiber von Griechenland DESFA S.A., Bulgarien Bulgartransgaz EAD, Rumänien SNTGN Transgaz, Ungarns FGSZ LTD und das Gemeinschaftsunternehmen ICGB AD, das den Bau des Gasinterkonnektors zwischen Griechenland und Bulgarien auf der Agenda hat, unterzeichneten in der rumänischen Hauptstadt Bukarest zum Zusammenschluss ihrer Gasnetze, teilten Desfa und ICGB am 19. Juli 2017 mit. Im September letzten Jahres einigten sich die Energieminister der Länder, diesen Vertikalen Gaskorridor einzurichten. Er ist für den Weitertransport von aserbaidschanischem Gas in die südosteuropäische Region vorgesehen. Das Gas soll auf dem Vertikalen Korridor in beide Richtungen transportiert werden können.

20. Juli

Die Türkei werde in der zweiten Jahreshälfte 2018 erstes Gas aus der zweiten Ausbaustufe des aserbaidschanischen Shah Deniz Feldes bekommen, erklärte Rownag Abdullajew, Präsident von Aserbaidschans Nationaler Ölgesellschaft Socar, laut lokalen Agenturen. Die Bauarbeiten der transanatolischen Gasleitung Tanap quer durch die Türkei seien bereits zu 77,3 Prozent abgeschlossen. Insgesamt sind auf diesem Transportweg für die Türkei jährlich 6 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan vorgesehen. Nach Europa sollen ab 2020 über die Tanap und die Transadria-Anschlussleitung 10 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr vom Kaspischen Meer in Aserbaidschan nach Italien geliefert werden können.

11. Juli

Die Türkei und der russische Gaskonzern Gazprom hätten sich zur Finanzierung der Gasleitung Turkish Stream auf dem türkischen Festland geeinigt, erklärte russischen Medien zufolge der Generaldirektor der staatlichen türkischen Pipeline-Gesellschaft Botas, Burhan Özcan, im Rahmen eines Energiekongresses in Istanbul. Zahlen nannte er jedoch nicht. Auch die Gespräche zur Genehmigung des zweiten Leitungsstranges von Turkish Stream verliefen positiv. Es lägen keine Steine im Weg. Zu Gerüchten, dass Gazprom den türkischen Inlandsmarkt verlassen werde, äußerte Öczan: „Wir haben bislang keine solche Information.“ Zu den Abschnitten von Turkish Stream auf dem türkischen Festland sollen demnächst Dokumente unterzeichnet werden, erklärte Russlands Energieminister Alexander Nowak am 10. Juli 2017 im Fernsehinterview mit Russland 24. Am 23. Juni 2017 habe Präsident Wladimir Putin am Start der Tiefseeverlegung des ersten Leitungsstranges im Schwarzen Meer teilgenommen. Aktuell seien von der russischen Küste aus 50 Kilometer verlegt. Bis zum westtürkischen Bosporus sind es über 900 Kilometer. Geplant ist, dass bis Ende 2019 zwei Leitungsstränge mit einer Transportkapazität von je 15,75 Milliarden Kubikmeter Gas betriebsbereit sind. Die Verlegung des ersten Stranges soll im kommenden März abgeschlossen sein.

10. Juli

Wie Medien berichteten, kritisierten die europäischen Partnerunternehmen des russischen Gaskonzerns Gazprom die USA, da diese androhten, in die Sanktionen gegen Russland auch das Projekt Nord Stream 2 mit einzuschließen. So äußerte die Generaldirektorin des französischen Partners Engie, Isabel Kocher die Hoffnung, dass die EU-Staats- und Regierungschefs der Regierung und dem Präsidenten der USA auf dem G20-Gipfel in Hamburg erklärten, wie unklar diese Idee sei. Dies sei eine Einmischung in die Angelegenheiten der europäischen Länder und nicht akzeptabel, ergänzte sie. Ähnlich sehen es die vier Partnerunternehmen Uniper, Wintershall, OMV und Shell. Sie finanzieren zur Hälfte den Ausbau in der Ostsee, durch den sich die Transportleistung auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr erhöht.

Quelle: Nord Stream 2 AG

Die deutsche Bundeskanzlerin und Gipfelgastgeberin Angela Merkel machte ihrerseits deutlich, dass in ihrer Anwesenheit nicht über Nord Stream 2 gesprochen worden sei. Im Juni hatte der Senat der USA einen Gesetzentwurf verabschiedet, der Sanktionen gegen wichtige russische Wirtschaftssektoren vorsieht. Im Gesetzentwurf hieß es auch, dass die Vereinigten Staaten sich dem Bau der Nord-Stream-2-Gaspipeline weiter widersetzen sollten, da sie einen negativen Einfluss auf die Energiesicherheit der EU habe. Das europäische Bestreben, für die Mitgliedsstaaten die Verhandlungen zu Nord Stream 2 mit Russland zu führen, hält der russische Energieminister Alexander Nowak für eine Einmischung in die wirtschaftlichen Beziehungen von Unternehmen und sieht darin einen Sabotageakt.

9. Juli

Der aserbaidschanische Außenminister Elmar Mammadyarov ist sicher, dass sich mehr Balkanländer am Projekt des Südlichen Gaskorridors beteiligen werden, berichteten Medien am 8. Juli 2017. Auf dem Südlichen Gaskorridor sollen ab 2020 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan über Georgien, die Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien transportiert werden. Am Projekt beteiligt seien Aserbaidschan, Georgien, Türkei, Bulgarien, Griechenland, Albanien und Italien. „Wir sind zuversichtlich, dass sich ein Russland auch zu einem späteren Zeitpunkt auch andere Balkanländern dem Projekt anschließen“, so der Außenminister. Ziel sei es, die rechtzeitige Inbetriebnahme der Transanatolischen Gasleitung Tanap und Transadria-Pipeline TAP sicherzustellen,

6. Juli

Auf ihrem Arbeitstreffen am 5. Juli 2017 in Moskau verständigten sich Gazprom-Chef Alexej Miller und der ungarische Außenminister Péter Szijjártó über Gaslieferungen aus dem Süden und unterzeichneten hierzu ein Abkommen. Die neue Gastransportroute über Serbien und Bulgarien soll bis Ende 2019 fertig sein, um bei Bedarf 8 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr nach Ungarn zu transportieren. Für den Minister ist der Anschluss an den südlichen Gaskorridor in Kooperation mit Russlands Gaskonzern Gazprom die wahrscheinlichste Variante, der aktuell im Schwarzen Meer die Verlegerarbeiten der Gasleitung Turkish Stream durchführt. Dagegen befinde sich das LNG-Terminal von Kroatien noch nicht im Bau. Auch rumänische Gaslieferungen könnten nicht in beide Richtungen ausgeführt werden. Zum Anschluss im Süden und Ausbau des Pipelinenetzes hätten Bulgarien und Serbien erforderliche Abkommen unterzeichnet.

4. Juli

Gazprom und Chinas Nationale Ölgesellschaft CNPC einigten sich, im Dezember 2019 die Gaslieferungen über die Gasleitung Kraft Sibiriens nach China aufzunehmen, teilte der russische Gasmarktführer mit. Im Mai 2014 schlossen beide Unternehmen einen Liefervertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Der Vertrag sieht vor, dass Gazprom im Jahr 38 Milliarden Kubikmeter Gas nach China exportiert. Die Gasleitung ist rund 3000 Kilometer lang. Die Route führt von ostsibirischen Gasfeldern zum Grenzübergabepunkt Blagoweschtschensk im Osten des Landes. Über 800 Kilometer seien verlegt und mehr als 1050 Rohrleitung verschweißt, informierte Gazprom-Chef Alexej Miller zur Aktionärsversammlung Ende Juni.

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