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Pipeline-Ticker-II 2018

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Quelle: Nord Stream 2 / Axel Schmidt

16. Juli

Kremlsprecher Dmitri Peskow erwartet nicht, dass die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump auf ihrem Treffen in Helsinki die Gasleitung Nord Stream 2  auf die Tagesordnung setzen. Die jüngsten Äußerungen zum Projekt von Trump lösten Besorgnis aus. Doch handle es sich um ein internationales Projekt, an dem sich nicht nur russische und deutsche Unternehmen beteiligten, erklärte Peskow in einem Medieninterview.

13. Juli

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Maros Sefcovic rief die USA auf, keine Sanktionen gegen Unternehmen wegen der Gasleitung Nord Stream 2 zu verhängen. „Wir sollten Gespräche führen und unser Handeln abstimmen, so wie es in der Vergangenheit war“, so Sefcovic laut russischer Nachrichtenagentur Ria Novosti auf der Pressekonferenz zum EU-USA Energierat.

12. Juli

Unternehmen, die an der Gasleitung Nord Stream 2 und anderen Exportgasleitungen Russlands mitarbeiten, drohten Sanktionen, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums der USA laut Agenturen. Pipeline-Dollar für Russland hält Präsident Donald Trump für unakzeptabel, ließ er auf Twitter wissen. Seit seinem letzten Besuch hätten die Europäer zusätzliche Milliarden in den Verteidigungshaushalt der NATO eingezahlt, aber nicht genug. Die USA zahlten zu viel. Die Grenzen der Europäer seien schlecht.

11. Juli

„Deutschland zahlt an Russland jährlich Milliarden von Dollar, und wir verteidigen dieses Land vor Russland, sie bauen eine Gaspipeline, deren Ziel es ist, Milliarden von Dollars an die Staatskasse zu zahlen. Ich halte das für völlig inakzeptabel“, erklärte der amerikanische Präsident Donald Trump Medien zufolge auf einem Arbeitstreffen mit dem Generalsekretär der NATO Jens Stoltenberg vorm NATO-Gipfel in Brüssel. Außerdem arbeite der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder für die russische Projektgesellschaft. „Deutschland hätte das nicht zulassen dürfen. Deutschland wird komplett von Russland kontrolliert“, ergänzte Trump. Für die NATO wende Deutschland indessen lediglich mehr als 1 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt auf. Deutschland könne eine eigenständige Politik mache, hielt dem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel vor einem Gespräch mit Trump entgegen. „Wir stellen den größten Teil unserer militärischen Fähigkeiten in den Dienst der Nato. Und wir sind bis heute sehr stark in Afghanistan engagiert. Und damit verteidigen wir auch die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika.“ Der estnische Premier Jüri Ratas hält Deutschland laut estnischen Medien für einen starken Bündnispartner in der NATO, versteht aber nicht, warum Nord Stream 2 benötigt wird, wenn die Kapazität von Nord Stream 1 nicht genutzt wird.“

10. Juli

Auf dem Gipfel zwischen der Europäischen Union und der Ukraine am 9. Juli 2018 in Brüssel forderte der ukrainische Präsident Pjotr Petroschenko erneut den Stopp des russischen Gasleitungsprojektes Nord Stream 2 in der Ostsee. Es sei kein wirtschaftliches Projekt, sondern es soll die Ukraine schwächen. Petroschenko rief die EU auf, einen gemeinsamen Ansatz zu erarbeiten, um dieses Projekt zu stoppen. Gegen das Projekt sind ebenso Polen, Litauen und Lettland. Die Umsetzung des Projektes werde der Ukraine einen Verlust in Höhe von fast 3 Milliarden US-Dollar im Staatshaushalt bescheren, erklärte Petroschenko. Ende 2019 läuft der Transitvertrag zwischen dem russischen Gaskonzern Gazprom und dem ukrainischen Gasversorger Naftogaz aus. Wie es danach mit dem Gastransit weitergeht, soll am 17. Juli 2018 in Berlin zwischen Russland und Ukraine unter Vermittlung der Europäischen Kommission erörtert werden.

6. Juli

Nach Modellrechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW Berlin ist die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2 zur Sicherung der Erdgasversorgung unnötig. Deutschland und Europa verfügten bereits über ein gut ausgebautes Netzwerk von Pipelines und Lieferregionen, das weiter diversifiziert und darüber hinaus im Bedarfsfall durch Flüssiggaslieferungen ergänzt werden könne, informierte hierzu das DIW.

Quelle: DIW

„Die Erdgasversorgung ist sicher. Dank einer gut entwickelten Infrastruktur und einer Vielfalt an Lieferländern kann und wird es keine Versorgungsengpässe geben. Selbst ein unwahrscheinlicher Totalausfall der russischen Erdgaslieferungen könnte durch alternative Bezugsquellen und Effizienzsteigerungen ausgeglichen werden. Zudem zeigen Szenarien, dass der Erdgasbedarf eher zurückgeht“, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

5. Juli

Die Europäische Bank für Rekonstruktion und Entwicklung EBRD billigte zum Bau der Transadriagasleitung TAP einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro, teilte die Bank am 4. Juli 2018 mit. Die TAP ist die Anschlussgasleitung zum Weitertransport von 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Aserbaidschan über die Südkaukasusgasleitung und die transanatolische Pipeline quer durch die Türkei, die im Juni 2018 in Betrieb ging. Die 878 Kilometer lange Leitungstrasse führt von der türkisch-griechischen Grenze über Albanien und die Adria nach Italien. Das erste Gas soll die TAP 2020 transportieren. Die Baukosten liegen bei 4,5 Milliarden Euro. Insgesamt umfassen die Investitionen in den Südlichen Gaskorridor einschließlich die Erschließung des Gasfeldes Schah Deniz im Kaspischen Meer und den über 3500 Kilometer langen Leitungskorridor 40 Milliarden US-Dollar.

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