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Renditen für Stromnetze zu Lasten der Verbraucher

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Quelle: LichtBlick

„Verbraucher müssen auch weiterhin die hohen Renditen der Stromnetzbetreiber finanzieren“, kritisierte der Ökostromanbieter LichtBlick im März 2018 zum jüngsten Urteil der Netzentgelte. Im Urteil sprach sich das Oberlandesgericht Düsseldorf gegen den Vorstoß der Bundesnetzagentur, die Garantiezinsen für Stromnetzbetreiber zu kürzen, aus. Vor dem Hintergrund der geplanten Bündelung der Netzgeschäfte erwarteten Eon und RWE mit Spannung diese Düsseldorfer Gerichtsentscheidung. „Eon würde damit künftig rund ein Drittel des deutschen Stromverteilnetzes kontrollieren“, so LichtBlick.

Renditen teuerster Posten

Die Garantierenditen seien Teil der Netzentgelte, die mit durchschnittlich 287 Euro im Jahr der teuerste Posten auf der Stromrechnung eines Familienhaushaltes sind. Dazu erklärte Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft beim Ökostrom-Marktführer LichtBlick: „Das ist ein trauriger Tag für die Verbraucher. Das Oberlandesgericht hat sich ohne Not dem Druck der einflussreichen Kläger um Eon und RWE gebeugt. Die Richter haben sich als Mediator zwischen Branche und Behörde betätigt, statt geltendes Recht konsequent anzuwenden und durchzusetzen.“

Quelle: LichtBlick

„Die Bundesnetzagentur muss jetzt vor den Bundesgerichtshof ziehen. Denn die Renditen im risikofreien Geschäft der Netz-Monopolisten sind auch angesichts niedriger Marktzinsen viel zu hoch. Überhöhte Netzentgelte gefährden das Vertrauen in die Branche und die Energiewende“, ergänzte Lücking. LichtBlick beteiligte als einziger netzunabhängiger Energieanbieter an dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht. Laut einer Auswertung von LichtBlick genehmigte die Bundesnetzagentur im Jahr 2017 Netzentgelte in Höhe von 25 Milliarden Euro. Viele Netzbetreiber erzielten mit ihren Investitionen in einem weitgehend risikofreien Monopolgeschäft sehr hohe Eigenkapitalrenditen von 20 bis 30 Prozent.

Steigende Entgelte für Stromkunden

Während die Netz-Investitionen in Deutschland seit 2011 stabil geblieben seien, hätten sich die Entgelte für Stromkunden seitdem um 28 Prozent erhöht, lautet die Kritik bei LichtBlick. Die Bundesnetzagentur habe eine moderate Senkung der Renditen beschlossen, wodurch Stromkunden in den Jahren 2019 bis 2023 um rund 2,1 Mrd. Euro entlastet würden. Doch der vom Oberlandesgericht bestellte Gutachter Dr. Jonas sehe dagegen nur eine Senkung von rund 1,3 Mrd. Euro vor. „Zwei von LichtBlick beauftragte Gutachten – u.a. von Prof. Wein – ermittelten bei einer konsequenten Anwendung des gesetzlichen Rahmens hingegen eine mögliche Kostensenkung um rund 4 Mrd. Euro, ohne den Netzausbau zu gefährden.“

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