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Russland startet mit Turkish Stream

Turkish Stream kommt in Gang

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Bildquelle: South Stream Transport

„Ja, heute ist Gazprom zur Bauphase des Meeresabschnittes der Gasleitung Turkish Stream übergegangen“, bestätigte der Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom Alexej Miller auf Nachfrage im russischen Fernsehen am 8. Mai.

Am Vortag hatte er sich mit dem türkischen Energieminister Taner Yildiz geeinigt, erste Gaslieferungen über Turkish Stream im Dezember 2016 aufzunehmen. Ganz auf dieser Linie teilte der italienische Konstrukteur Saipem ebenfalls am 8. Mai mit, dass Gazproms Tochter South Stream Transport die Einstellung der Vertragsarbeiten aufhebe und Saipem beauftragt habe, mit den Arbeiten zum Leitungsabschnitt im Schwarzen Meer zu beginnen. Seit einem halben Jahr warten die Verlegeschiffe im Hafen von Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste auf ihren Einsatz.

Bildquelle: South Stream Transport
Bildquelle: South Stream Transport

Nun sollen die Pipeline-Rohre an Board der Castoro Sei zunächst in russischen Hoheitsgewässern des Schwarzen Meeres endlich verlegt werden.

Turkish Stream statt South Stream

Als Gazprom Ende letzten Jahres sein Gasleitungsprojekt South Stream auf Eis legte und die Alternative Turkish Stream aus der Taufe hob, erhielt Saipem den Auftrag, alle Vertragsarbeiten für South Stream einzustellen. Die Alternative Turkish Stream soll im Schwarzen Meer 660 Kilometer der einstigen South-Stream-Route folgen und 250 Kilometer bis zur türkischen Küste führen. Von dort sind es auf dem türkischen Festland bis zur griechischen Grenze etwa 200 Kilometer.

Für die rund 1100 Kilometer lange Gasleitung hat Gazprom im Endausbau wie bei South Stream eine jährliche  Transportkapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Gas veranschlagt. Um Engpässe durch das Auslaufen des Transitvertrages mit der Ukraine im Jahr 2019 zu vermeiden, drängt der russische Gaslieferant auf eine möglichst frühe Fertigstellung von Turkish Stream. 47 Milliarden Kubikmeter Gas sind für Europa und der Rest für die Türkei vorgesehen. Griechenland hat Gazprom jüngst im April Hoffnungen gemacht, von künftigen Transiteinnahmen profitieren zu können. Die Europäische Kommission ihrerseits will laut Medienbereichen Wirtschaftlichkeit und Rechtslage von Turkish Stream prüfen. Sie hatte Bulgarien seinerzeit angewiesen, von Baumaßnahmen für South Stream abzusehen, weil diese mit dem europäischen Energierecht nicht übereinstimmten.

 

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