Start Erneuerbare Energien Schluss mit Etikettenschwindel beim Strom

Schluss mit Etikettenschwindel beim Strom

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Quelle: Lichtblick

Schluss mit dem Etikettenschwindel beim Strom aus erneuerbaren Energiequellen fordert ein Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe, Robin Wood, Greenpeace Energy, EWS Schönau, NATURSTROM und LichtBlick. Aus Anlass eines Treffens deutscher Energieunternehmen auf der „Leitveranstaltung zu den Erneuerbaren Energien“ des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin jetzt Februar, appellieren die Bündnispartner an die 1.100 Versorger und den BDEW, sich für eine Reform der Stromkennzeichnung stark zu machen. „Die Verbraucher werden in die Irre geführt. Die gesamte Branche sollte sich für eine transparente Stromkennzeichnung einsetzen und den Etikettenschwindel beenden. Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit und des Verbraucherschutzes“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick.

Verbraucher wollen keinen Etikettenschwindel

Wie Lichtblick am 22. Februar 2017 mitteilte, wollten 62 Prozent der Verbraucher wissen, ob ihr Versorger Atom-, Kohle- oder Ökostrom liefert. Zwei Drittel erwarteten, dass sie Anbieter und Tarife anhand der gesetzlichen Stromkennzeichnung transparent vergleichen können. Dies zeige eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov unter 2030 Bundesbürgern.  Da Versorger deutlich weniger Kohle- und Atomstrom in ihrem Energiemix angeben müssten, als sie für ihre Kunden einkaufen, ständen die gesetzlichen Vorschriften zur Strom-Etikettierung in der Kritik. „Die tatsächliche Beschaffungspolitik eines Stromanbieters wird von der Stromkennzeichnung immer weniger abgebildet“,  heißt es in einem  Gutachten des Hamburg Instituts vom letzten September. Laut der gesetzlichen Stromkennzeichnung müssten die Versorger zur Herkunft der gelieferten Energie bis zu 46 Prozent EEG-Strom angeben, den sie aber gar nicht für ihre Kunden beschafften. Im Gegenzug sinke der Anteil von Strom aus fossilen und nuklearen Quellen – allerdings nur in der Strom-Etikettierung, nicht aber im Energieeinkauf der Unternehmen.

Ökostrom ist gefragt

Dabei lege mehr als die Hälfte der Verbraucher großen Wert auf klimafreundliche Energie. 26 Prozent gaben in der Umfrage an, bereits Ökostrom zu beziehen, weitere 28 Prozent überlegen, zu Ökostrom-Tarifen zu wechseln. Lediglich 32 Prozent ist die Herkunft der Energie egal. „Auch für Strom gilt – es darf nur draufstehen, was auch drin ist. Nur anhand einer transparenten Kennzeichnung können Verbraucher Anbieter vergleichen. Die Kennzeichnung muss wieder zu 100 Prozent die Strom-Einkaufspolitik der Versorger abbilden“, sagt Oliver Hummel, Vorstand von NATURSTROM. Stromkunden sollten künftig genauer darüber informiert werden, wie sie durch die Zahlung der Umlage des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) allgemein den Ausbau der erneuerbaren Energie fördern.

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