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Stromlücke mit Sonnenenergie schließen

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Bonner Marktforscher warnen in einer aktuellen Studie vor einer Stromlücke infolge des geplanten Atom- und Kohleausstiegs, eines wachsenden Strombedarfs im Mobilitäts- und Wärmesektor und eines zu geringen Zubaus von Erneuerbaren Energien. Eine Verdreifachung des Photovoltaikbestands bis 2030 und deutlich mehr Speicher könnten laut Solarbranche die Energieversorgung klimafreundlich sichern. Das Klimakabinett müsse am 20. September 2019 Weichen für einen starken Ökostromausbau stellen und Marktbarrieren schnell beseitigen, forderten der BSW – Bundesverband Solarwirtschaft e.V., das Marktforschungsinstitut EuPD Research und die Innovationsplattform The smarter E Europe am 13. September 2019 in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung zur Studie.

Stromlücke schon in wenigen Jahren

Bereits in wenigen Jahren drohe eine Stromlücke, warnen die Forscher. Nur wenn die Photovoltaik bereits ab 2020 deutlich stärker ausgebaut und von ausreichend Speicherkapazitäten flankiert werde, ließen sich Versorgungssicherheit und Klimaschutz gleichermaßen gewährleisten. Dies geht aus den ersten Studienergebnissen vom Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research hervor. Im Bereich Erneuerbarer Energien stehe mit Ausnahme der Photovoltaik keine Technologie zur Verfügung, die kurzfristig in größerer Menge zugebaut werden kann. Hürden langjähriger Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren wie im Windbereich beständen für Solaranlagen in der Regel nicht.

Verdreifachung der Solarstromleistung bis 2030

Mittels verschiedener Szenarien kommen die Bonner Marktforscher in ihrer Analyse Energiewende im Kontext von Atom- und Kohleausstieg – Perspektiven im Strommarkt bis 2040 zu dem Ergebnis, dass mit einer Verdreifachung der PV-Leistung bis 2030 die sich abzeichnende Stromlücke geschlossen werden könnte. Dies erfordere für das Jahr 2030 eine installierte PV-Leistung in Höhe von 162 Gigawatt. Gegenwärtig sind rund 1,7 Millionen Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von rd. 48 Gigawatt in Deutschland installiert, die rund acht Prozent des Stromverbrauchs decken. Eine gute Marktverfügbarkeit, niedrigste Stromgestehungskosten im Kraftwerksbereich, sehr hohe Akzeptanzwerte in der Bevölkerung und eine vergleichsweise kurze Installationsdauer ließen einen deutlich schnelleren Ausbau der Photovoltaik zu.

Ausbauziele aufheben

„Klimakrise oder Stromlücke? Diese Frage stellt sich nicht, wenn Marktbarrieren für die Solarenergie eingerissen und die Ausbauziele für die Photovoltaik schnell angehoben werden. Dann kann der Solarenergie-Ausbau mit dem Atom- und Kohleausstieg Schritt halten und gemeinsam mit anderen Er- neuerbaren Energien sowie deutlich größeren Speicherkapazitäten die Versorgungssicherheit klima- freundlich sicherstellen,“ zeigt sich Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer vom BSW, überzeugt. Von der Bundesregierung fordert er, am 20. September im Rahmen des Klimakabinetts dementsprechende Beschlüsse zu fassen und endlich den 52 Gigawatt-Solardach-Deckel im EEG ersatzlos zu streichen. Dieser würde sonst im kommenden Jahr erreicht.

Photovoltaik kosteneffizient und weit entwickelt

„Unsere Studie liefert den Beleg, dass die Photovoltaik die zentrale Rolle als erneuerbare Energie- quelle im Rahmen der Energiewende in Deutschland innehat. Photovoltaik ist technologisch weit entwickelt, im Massenmarkt verfügbar und kosteneffizient einsetzbar wie die Ausschreibungsergebnisse der vergangenen Jahre eindrucksvoll aufzeigen. Als einer der ältesten Solarmärkte weltweit verfügt Deutschland über umfangreiche Erfahrungen sowohl beim Handwerk als auch bei Anwendern und weist dennoch erst eine geringe Sättigungsquote auf“, erläutert Markus Hoehner, Gründer und Geschäftsführer EuPD Research, die zukünftige Rolle der Photovoltaik.

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