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Stromnetze mit Blockchain stabilisieren

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Heimspeicher können zur Netzstabilisierung beitragen.
Quelle: sonnen

Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und Speicherhersteller sonnen zeigten in ihrem Pilotprojekt, dass mit der Blockchain vernetzte, dezentrale Heimspeicher Stromnetze stabilisieren können. Das Projekt startete 2017 und ging jetzt im Mai zu Ende. „Wir haben erstmals gezeigt, dass es technisch möglich ist, die Blockchain-Technologie zu nutzen, damit Haushalte über ihre Heimspeicher das Stromnetz stabilisieren können. Die Ergebnisse unseres Pilotprojekts sind so vielversprechend, dass wir dies nun in weiteren Blockchain-Projekten tiefer untersuchen wollen“, kündigte Manon van Beek, CEO von TenneT, an.  Zumeinsatz kam Blockchain-Lösung, die IBM auf Basis Hyperledger Fabric entwickelte. Hyperledger Fabric ist eine Blockchain Framework Anwendung. Sie ist eines der Hyperledger Projekte, die von The Linux Foundation gehostet werden.

Großes Potential

Batteriespeicher für die Flexibilisierung des Stromsystems hätten großes Potential, da es 2030 in Deutschland bereits dezentrale PV-Batteriespeicher mit einer Gesamtleistung von bis zu 10.000 Megawatt geben laut Netzentwicklungsplan NEP 2030/Version 2019 könnte, erläuterte van Beck weiter. Das sei mehr als die gesamte heute installierte Leistung aller Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland zusammen. Voraussetzung dafür, dass kleine dezentrale Flexibilitäten Stromnetze stabilisieren können, sei allerdings, so van Beek, dass sich der Regulierungsrahmen weiterentwickele und die richtigen Anreize für diese Flexibilitäten schaffe.

Noch mehr Batterien sollen Stromnetze stabilisieren

„Mit dem Projekt haben wir bewiesen, dass die vernetzten Speicher unserer sonnenCommunity nicht nur Primärregelleistung sondern auch Redispatch beherrschen. Da sich so eine virtuelle Batterie an nahezu jedem beliebigen Punkt im Stromnetz bilden kann und somit ortsunabhängig ist, ist diese Technologie ein Schlüssel für ein neues Energiesystem, das höchste Flexibilität benötigt. Im Stromnetz der Zukunft mit einem immer höheren Anteil von erneuerbaren Energie, werden Netzwerke aus Heimspeichern noch viel mehr Netzdienstleistungen übernehmen, für die heute hauptsächlich konventionelle Kraftwerken eingesetzt werden“, sagte Jean-Baptiste Cornefert, Geschäftsführer sonnen eServices.

Engpässe der Stromnetze ausgleichen

In dem Pilotprojekt stellte sonnen ein virtuelles Kraftwerk aus Heimspeichern bereit, die auf einer Blockchain-Lösung von IBM vernetzt wurden. TenneT testete, inwieweit sich damit bei Engpässen im Stromnetz Notmaßnahmen wie die Abregelung von Windparks reduzieren lassen. Dabei passte sich das intelligente Lademanagement der Batteriespeicher individuell der jeweiligen Situation im TenneT-Netz an und die Batteriespeicher nahmen je nach Bedarf überschüssigen Strom sekundenschnell auf oder gaben ihn ab. Kontinuierlich erstellte sonnen TenneT Angebote, wie viel Kapazität die Heimspeicher zusammen für den Redispatch gerade bereitstellen können. Nahm TenneT eines dieser Angebote an, luden die sonnenBatterien die überschüssige Energie in einer Region geladen, in der beispielsweise zu viel Windstrom war. Um das Gleichgewicht zu halten, entluden gleichzeitig andere sonnenBatterien die gleiche Menge Energie in einer Region, in der es einen Bedarf gab.

Echtzeitdokumentation in der Blockchain

Der gesamte Prozess ist in Echtzeit in der Blockchain dokumentiert. Die Messwerte aller teilnehmenden sonnenBatterien wurden dazu in die Hyperledger-Blockchain von IBM übertragen. Dementsprechend ist jede bereitgestellte Kilowattstunde, ob gespeichert oder entladen, eindeutig hinterlegt. Jede Kilowattstunde erhielt eine kryptografische Signatur, die eindeutig und transparent ist und für die Abrechnung genutzt werden kann. Das jetzt beendete Pilotprojekt zeigte, dass die Blockchain-Technologie eine Schlüsseltechnologie werden kann, wenn es um die effiziente Bereitstellung von netzstabilisierenden Maßnahmen aus Batteriespeichern und anderen dezentralen Speichern wie etwa E-Auto-Batterien zu werden. Transaktionen von Millionen einzelner Anlagen könnten automatisiert und mit geringen Transaktionskosten durchgeführt werden können. Das ermöglicht einen ebenso schnellen wie sicheren dezentralen Datenaustausch sowie auch eine Koordination des Flexibilitätseinsatzes mit den Verteilnetzbetreibern.

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