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Türkei blockiert Bohrschiff vor Zypern – Update

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Bildquelle: ©Uwe Schlick/pixelio.de

Die türkische Marine hinderte am 8. Februar 2018 das Bohrschiff Saipem 12000 von der italienischen Eni-Tochter Saipem an der Fahrt zum neuen Einsatzort südöstlich vor der Küste Zyperns. Sie verlängerte nun die Blockade bis zum 10. März 2018, berichteten Medien jüngst im Februar. Das Bohrschiff ist beauftragt, die Erkundungsarbeiten fortzuführen. Tage zuvor hatte Eni über seinen Gasfund in Block 6, Calypso 1, in den griechischen Hoheitsgewässern vor Zypern berichtet. Eine intensive und detaillierte Datensammlung sei an der Bohrung in knapp 4000 Meter Tiefe erfolgt. Calypso 1 gilt bei Eni als ein vielversprechender Gasfund. Er bestätige die Erstreckung des Zohr-Vorkommens vor der ägyptischen Küste bis in die ausschließliche Wirtschaftszone Zyperns. Weitere Studien sollen durchgeführt werden, um den Umfang der vorhandenen Gasmengen zu bewerten. Eni ist der Betreiber von Block 6 mit 50 Prozent Beteiligung, während Frankreichs Total über die restlichen Prozent verfügt. Aktuell befindet sich die Saipem etwa 50 Kilometer von der geplanten Bohrstelle im Areal Block 3.

Friedliche Lösung ist gefragt

Die Türkei schickte Marineschiffe, um den Transfer des Bohrschiffes von Block 6 zu Block 3 zu verhindern, ließ ein Eni-Sprecher Medien zufolge wissen. Der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk appellierte am 12.Februr 2018 nach seinem Telefonat mit Zyperns Präsident Nikos Anastasiades per Twitter an die Türkei, „Bedrohungen oder Aktionen gegen EU-Mitglieder zu vermeiden und sich stattdessen für gutnachbarschaftliche Beziehungen, friedliche Streitbeilegung und die Wahrung der territorialen Souveränität einzusetzen.“ Auch das italienische Außenministerium verfolgt die Ereignisse der Seeblockade und will alle möglichen diplomatischen Schritte nutzen, um eine Lösung herbeizuführen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte jetzt Medien zufolge die Republik Zypern und Griechenland und forderte sie auf, „nicht die Grenze zu überschreiten.“ Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern im Süden lenkt die Regierung. Sie ist seit 2004 EU-Mitglied und wird von der Türkei nicht anerkannt. Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns scheiterten im Juli 2017.

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