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Ukraine auf Partnersuche für Gastransportnetz

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Ukraine importiert Gas aus Europa . Ukrtransgaz ist Netzbetreiber.
Bildquelle: Ukrtransgaz

Interesse an einem Betreiberkonsortium für das ukrainische Gastransportnetz zeigten Belgien, Frankreich, Holland, Polen, die Slowakei, Spanien, Italien, Rumänien, Griechenland und Deutschland. Mit sieben Unternehmen sollen am kommenden 21. und 22. Februar Gespräche stattfinden, erklärte der ukrainische Vizepremier Volodymyr Kistion. Kistion ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die die ukrainische Regierung beauftragte, vorläufige Konsultationen mit internationalen Fernleitungsnetzbetreibern durchzuführen, die daran interessiert sind, das Gastransportsystems der Ukraine gemeinsam zu betreiben.

Noch Vorschläge für Gastransportnetz bis März

Bis zum 1. März 2018 könnten Unternehmen, die den Termin dafür am 1. Februar 2018 aus irgendwelchen Gründen verpasst hätten, beim Energieministerium noch Vorschläge einreichen“, sagte der Arbeitsgruppenvorsitzende Kistion. Nach den Gesprächen werde die Arbeitsgruppe die Ausschreibungsbedingungen formulieren und der Regierung und dem Parlament zur Prüfung vorlegen, um eine transparente Suche nach einem zuverlässigen internationalen Partner für den ukrainischen Gastransportnetzbetreiber MGU durchzuführen. Die Fernleitungsgesellschaft MGU wurde im April 2017 auf der Grundlage des Gasreformgesetzes 2016 eingerichtet. Sie übernimmt die Vermögenswerte und Unternehmensrechte von Ukrtransgaz, der Gasnetztochter des staatlichen Gasversorgers Naftogaz und soll jetzt im ersten Quartal die Arbeit zum Gastransportnetzbetrieb inklusive Transitleitungen vollständig aufnehmen.

Wieder Gasbezug aus Russland

Zugleich rechnet die Ukraine nach dem Schiedsgerichtsurteil zum Streit über Liefermengen und Preise mit dem russischen Gaskonzern Gazprom vom letzten Dezember mit günstigeren Preisen für Gasbezüge aus Russland als bei europäischen Lieferungen. Daher könne der Gasimport aus Russland im März nun wieder starten, erklärten Spitzenmanager von Naftogaz Medien zufolge im Februar 2918. Dazu ist die verpflichtende Mindestabnahmemenge von je 4 Milliarden Kubikmeter in diesem und nächsten Jahr überschaubar. Im Herbst hatte die Ukraine den russischen Gasimport komplett eingestellt und in den zwei Folgejahren mit Gas aus Europa abgedeckt. Dementsprechend stiegen nach Angaben von Naftogaz im Letzten Jahr die Importe von europäischen Lieferanten um 27 Prozent auf 14,1 Milliarden Kubikmeter Gas. Demgegenüber sank der Gasverbrauch im Land sank um 4 Prozent auf 31,9 Milliarden Kubikmeter. Die Gasproduktion im Land stieg im letzten Jahr um 2 Prozent auf 20,5 Milliarden Kubikmeter an.

Transitrekord mit Forderungen

Im Januar 2018 legte Ukrtransgaz dazu noch einmal Zahlen zum Transit von russischem Gas nach Europa und in die Türkei vor. Er erhöhte sich 2017 um 14 Prozent sich 93,5 Milliarden Kubikmeter und markierte im Vergleich zu den letzten Jahren einen Rekord. Allem Anschein war er ein Ergebnis aus dem Exportrekord von Gazprom im letzten Jahr. Knapp 195 Milliarden Kubikmeter exportierte der russische Gasmarktführer an seine Kunden in Europa und der Türkei und überbot seien Rekord aus dem Vorjahr um 8 Prozent. Sämtliche Exportgasleitungen, darunter die Transitleitungen durch die Ukraine waren folglich gut ausgelastet. Dennoch bleibt auch der Transitrekord unter den vertraglich zugesagten Mengen von Gazprom, die die Ukraine beim Schiedsgericht einklagt und hier Entschädigungen in Höhe von 16 Milliarden USA fordert. Ende Februar 2018 soll in dieser Frage eine Entscheidung fallen.

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