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Ukraine will höhere Transitgebühren durchsetzen

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Ukraine importiert Gas aus Europa . Ukrtransgaz ist Netzbetreiber.
Bildquelle: Ukrtransgaz

Naftogaz reichte beim Stockholmer Schiedsgericht einen aktualisieren Antrag zur Prüfung der vertraglichen Transitgebühren für russische Gaslieferungen nach Europa ein, teilte der ukrainische Gasversorger am 6. Juli 2018 mit. Ähnliche Forderungen lehnte das Schiedsgericht bereits im Februar 2018 ab. Daraufhin wandte sich Naftogaz im März an den russischen Gaslieferanten Gazprom, um höhere Transitgebühren vorm Hintergrund veränderter Marktbedingungen in Europa durchzusetzen und Vertragsverhandlungen einzuleiten.  Das Unternehmen fordert von Gazprom für den Gastransit weitere 11,6 Milliarden US-Dollar. Diese Forderungssumme ließe sich reduzieren, wenn Gazprom den Transitvertrag auf die Zeit nach 2019 verlängere und/oder Gastransite aus Mittelasien und Exporte anderer Unternehmen aus Russland nicht mehr blockiere, erklärte Yuri Vitrenko, kaufmännischer Direktor von Naftogaz Medien zufolge dazu.

Transitgebühren erhöhen den Transport

Vertreter und Juristen aus der Gasbranche räumten der neuen Klage von Naftogaz wenig Chancen auf Erfolg ein, berichtete die russische Wirtschaftszeitung Kommersant am 9. Juli 2018. Zum einen habe das Schiedsgericht die Klage der Ukrainer zur Prüfung der Transitgebühren aus dem Jahr 2014 abgelehnt. Zum anderen sei Gazprom zu einer Strafzahlung von 2,6 Milliarden US-Dollar verdonnert worden, weil der russische Gasexporteure zu wenig Gas nach Europa transportierte, als im Transitvertrag vereinbart. Im Vertrag sei nicht vereinbart, dass Gazprom den Return on Investment für das ukrainische Gasnetz garantieren müsse. Außerdem werde es für Naftogaz schwierig sein, die Notwendigkeit von Tariferhöhungen wirtschaftlich zu rechtfertigen, da der Transit über die Ukraine für Gazprom der teuerste Weg nach Europa sei. Geschätzt koste dieser 2,52 Dollar pro 1 000 Kubikmeter pro 100 km gegenüber 1,6 US-Dollar über Nord Stream. Der Transport mittels Jamal Europa über Weißrussland und Polen sei sogar noch günstiger. Die Ukraine bestehe darauf, die Transitgebühren um 33 Prozent erhöhen und gleichzeitig mindestens 110 Milliarden Kubikmeter pro Jahr über ihr Territorium nach Europa zu transportieren. Am 17. Juli 2018 soll in Berlin ein Treffen zwischen russischen und ukrainischen Vertreten mit Beteiligung der Europäischen Kommission stattfinden, um die Transitfrage nach 2019 zu beraten.

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