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Wasserstoff aus Windstrom zum Heizen

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Quelle: Thüga-Gruppe

Die Thüga-Gruppe beteiligt sich am Reallabor „Westküste 100“ und will Wasserstoff aus Windstrom zum Heizen vefügbar machen. Ziel sei der Aufbau einer regionalen Wasserstoffwirtschaft im industriellen Maßstab zur Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Wärme, informierte die Münchner Thüga kürzlich Anfang April.

Das Projekt „Westküste 100“ gehört zu den Gewinnern des Ideenwettbewerbes „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Herzstück im Projekt ist der ganzheitliche Forschungs- und Entwicklungsansatz, aus Offshore-Windenergie grünen Wasserstoff zu produzieren und die dabei entstehende Abwärme, den Wasserstoff und den Sauerstoff zu verwenden. Der Wasserstoff aus Windstrom soll für die Produktion klimafreundlicher Treibstoffe für Flugzeuge genutzt und auch in Gasnetze eingespeist werden.

Für die Treibstoffherstellung soll Wasserstoff aus der Elektrolyse und unvermeidbares CO2 aus der regionalen Zementproduktion in Schleswig-Holstein für den Herstellungsprozess eingesetzt. Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen Stadtwerke Heide und der Thüga Erneuerbare Energienbeteiligt sich die Thüga Aktiengesellschaft an dem Projekt, in dem weitere acht Unternehmen branchenübergreifend zusammenarbeiten.

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir das vorhandene Gasnetz nutzen, um dekarbonisierte Gase wie zum Beispiel grünen Wasserstoff aus Windstrom für die Industrieproduktion sowie das Heizen unserer Wohnungen und Häuser bereit zu stellen“, erklärt Michael Riechel, Vorsitzender des Vorstands der Thüga AG. „Die technischen Lösungen sind vorhanden, jetzt kommt es darauf an, die Umsetzung im industriellem Maßstab voran zu bringen“, so Riechelweiter.

20 Prozent Wasserstoff aus Windstrom im Erdgasnetz

Bereits 2014 nahmen die Unternehmen der Thüga-Gruppe die weltweit erste Demonstrationsanlage in Betrieb, die durch Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und in das kommunale Gasverteilnetz einspeiste. Im Projekt „Westküste 100“ planen Thüga, Thüga Erneuerbare Energien und das Partnerunternehmen Stadtwerke Heide, unter realen Bedingungen zu testen, inwieweit eine Wasserstoffbeimischung in das bestehende Gasnetz für das Betreiben von Heizungen machbar ist. In einem Netzabschnitt mit mehr als 200 Endkunden sollen dafür bis zu 20 Volumenprozent Wasserstoff beigemischt werden. „Die Ergebnisse dieses Reallabors werden der Thüga-Gruppe mit ihren knapp 100 kommunalen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Es kann somit als Blaupause für den Transit in Richtung dekarbonisierte Gasnetze dienen“, ergänzt Dr. Matthias Cord, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Thüga AG.

Die branchenübergreifende Projektpartnerschaft aus EDF Deutschland, Holcim Deutschland, Open Grid Europe, Ørsted Deutschland, Raffinerie Heide, Stadtwerke Heide, Thüga AG und thyssenkrupp Industrial Solutions plant, bis zum Jahr 2025 ein Elektrolyseur mit einer Leistung von rund 30 MW aufzubauen, später sollen sogar 700 MW Leistung erreicht werden.

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