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Windkonnektor-Insel in der Nordsee

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Quelle: Tennet

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet präsentierte Mitte Juni 2016 seine Vision, in der seichten Dobberbank in der Nordsee eine Windkonnektor-Insel aufzuschütten. Die Insel soll 6 Quadratmeter groß sein und den Strom von umliegenden Offshore-Windparks einsammeln und in Gleichstrom umwandeln. Als künftiges Verteil- und Drehkreuz für Offshore-Windstrom im europäischen Stromnetz könnten hier mehrere Windparks angeschlossen und deren erzeugter Windstrom an Nordseeländer, z.B. die Niederlande, Großbritannien, Belgien, Norwegen, Deutschland und Dänemark, über Gleichstromkabel verteilt und übertragen werden. Dieselben Gleichstromkabel dienen Tennet zufolge als Interkonnektoren zwischen den Strommärkten der genannten Länder und verteilen somit nicht nur den erzeugten Windstrom, sondern fungieren zugleich für den internationalen Stromhandel als internationale Stromübertragungsleitungen. Der Standort Dobberbank biete eine relativ hohe und stabile Windgeschwindigkeit.

Gemeinsame Wende in der Nordsee

Mel Kroon, CEO der TenneT Holding, erklärte: „Tennet ist in Deutschland und seit kurzem auch in den Niederlanden mit der Erschließung und dem Betrieb des Offshore-Netzes betraut. Aufgrund dieser Verantwortung haben wir einen realistischen und ausführbaren Plan für die weitere Erschließung der Nordsee entwickelt. Der Erfolg der Energiewende hängt in hohem Maße von der koordinierten Bündelung unserer Anstrengungen in Europa ab. Die Zusammenarbeit zwischen den Regierungen, den Regulierungsbehörden, der Offshore-Windindustrie, den Netzadministratoren sowie den Natur- und Umweltschutzorganisationen der einzelnen Länder ist eine Voraussetzung für das Erreichen der europäischen Umweltschutzziele. Die von uns präsentierte Vision unterstreicht die Relevanz der Zusammenarbeit in der Nordsee.“ Die betreffenden sechs europäischen Nordsee-Anrainerstaaten müssten dabei ihre Ziele zu gegebener Zeit von Landesgrenzen trennen und akzeptieren, dass offshore erzeugte Elektronen nicht zwangsläufig in ihr eigenes Land übertragen werden.

Vorteile der Windkonnektor-Insel

Eine Windkonnektor-Insel mit Konverternstationen inmitten von Nordsee-Windparks in relativ geringem Abstand würde für die auf hoher See erzeugte Windenergie die gleichen Kostenvorteile bieten wie für die küstennah erzeugte Windenergie, heißt es bei Tennet. Für diese geringeren Abstände zwischen den Offshore-Windparks und der Insel könnten günstigere Wechselstromverbindungen genutzt werden, die sich für längere Entfernungen wegen zu hoher Übertragungsverluste nicht eigne. Bei küstenfernen Windparks kämen zur Anbindung ans Festland daher im Verhältnis teurere, einzelne Gleichstromleitungen zum Einsatz. Außerdem könnten Windpark- und Infrastruktur-Bauunternehmen die Insel als gemeinsame dauerhafte Basis inklusive dauerhafte Unterkünfte für das Personal nutzen und Komponenten wie z. B. Turbinen, Rotorblätter, Masten, Hochspannungsanlagen lagern. Dadurch ließen sich Transportkosten einsparen. Da der von den Windparks erzeugte Wechselstrom von den Konverterstationen auf der Insel für die Übertragung auf das Festland zu einem der Nordsee-Anrainerstaaten in Gleichstrom umgewandelt wird, müssten keine Konverterstationen auf Offshore-Plattformen gebaut werden, was die Kosten eben so reduziert.

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