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Windstrombrücke Thüringen in Berieb

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Bildquelle: 50hertz

Die 380-kV-Windstrombrücke von Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt über Erfurt-Vieselbach und Altenfeld in Thüringen nach Redwitz in Bayern ist nach der Inbetriebnahme des zweiten Stromkreises komplett. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff gab nach über zehn Jahren Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten bei der offiziellen Freischaltung das offizielle Schaltkommando aus der Berliner Unternehmenszentrale von 50Hertz in die Schaltwarte von 50Hertz in Neuenhagen bei Berlin, informierte Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz am 14. September 2017. Die Inbetriebnahme der Südwest-Kuppelleitung und der Netzausbau insgesamt liege im vitalen Interesse Sachsen-Anhalts. „Unser Bundesland ist nämlich ein Vorreiter der Energiewende mit einer sehr hohen installierten Leistung erneuerbarer Energien, vor allem Wind und Photovoltaik“, so Haseloff.

5000 Megawatt mehr Kapazität

Bereits im Dezember 2015 ging er erste Stromkreis in Betrieb. Die auch als Thüringer Strombrücke bekannte 380-kV-Leitung gilt als europäisches Vorrangprojekt und zentraler Bestandteil des Energieleitungsausbaugesetzes Die zweite Verbindungsleitung aus dem Nordosten Deutschlands nach Bayern entlastet so die bisher einzige Verbindung von Remptendorf in Thüringen nach Redwitz in Bayern in beträchtlichem Umfang. Die beiden Systeme bzw. Stromkreise der insgesamt knapp 200 Kilometern langen Südwest-Kuppelleitung verfügen nun über eine Übertragungsfähigkeit von rund 5.000 Megawatt. 161 Kilometer befinden sich im Netzgebiet von 50Hertz und 31 Kilometer im Netzgebiet von Tennet. Das Investitionsvolumen dieser Höchstspannungsleitung betrug für 50Hertz ca. 320 Millionen Euro.

Windstrombrücke fördert Energiewende

Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50Hertz, betonte, dass die Fertigstellung der Südwest-Kuppelleitung ein guter Tag für die Energiewende sei: „Mit dieser Leitung verbessert sich die Integration des erneuerbar erzeugten Stroms im Nordosten Deutschlands beträchtlich. Zudem wird mit der nun wesentlich höheren Übertragungskapazität in Richtung Süddeutschland eine wesentliche Voraussetzung für den Atomausstieg geschaffen, indem mehr Strom vom erzeugungsstarken Nordosten in den verbrauchstarken Süden Deutschlands transportiert werden kann. Die Leitung wird ebenfalls mit dafür sorgen, dass die Kosten für das Engpassmanagement trotz weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien auch in diesem Jahr voraussichtlich stabil bleiben“, so der 50Hertz-Chef.

Netzausbau senkt Kosten durch Engpässe im Netz

Rund 80 Prozent der aufgelaufenen Redispatchkosten waren in der Vergangenheit bei 50Hertz den Engpasssituationen an der bislang einzigen Verbindungsleitung aus dem 50Hertz-Gebiet nach Bayern (380-kV-Leitung Remptendorf – Redwitz) geschuldet. Die Inbetriebnahme des ersten Stromkreises der Südwest-Kuppelleitung Ende 2015 hatte im Folgejahr 2016 Einsparungen bei den Engpassmanagementkosten von rund 80 Millionen Euro bewirkt. „Man sieht also eines sehr deutlich: Netzausbau wirkt“, erklärte hierzu Schicht. Zudem verwies er auf die weiter steigenden Kapazitäten erneuerbarer Anlagen im Norden und Osten Deutschlands in den kommenden Jahren und Jahrzehnten. „Der Netzausbau in unserer Region, wie überall in Deutschland, ist noch mitten im Gange. Dies zeigen sowohl das Bundesbedarfsplangesetz als auch die Netzentwicklungspläne. Aber mit der heutigen Fertigstellung der Südwest-Kuppelleitung haben wir nun ein sehr wichtiges Etappenziel erreicht und einen Meilenstein bei der Umsetzung der Energiewende gesetzt.“

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