Start Europa Bilanz der Ukraine nach Wien

Bilanz der Ukraine nach Wien

Gas muss eingespeichert werden.
Bildquelle: Ukrtransgaz

Wie der ukrainische Transporteur Ukrtransgaz am 1. Juli mitteilte, werde aktuell nur Gas aus der Slowakei geliefert. Dies seien 13,6 Millionen Kubikmeter Gas am Tag. Der Gasversorger Naftogaz Ukraine kündigte bereits am 30. Juni nach den ergebnislosen dreiseitigen Verhandlungen zu einem neuen Winterpaket in Wien an, dass die russischen Gasbezüge aus Russland mit dem Auslaufen des bis Ende Juni verlängerten Winterpaketes  ab Juli eingestellt werden. Am 1. Juli bestätigte Alexej Miller, Chef des russischen Gaskonzerns Gazprom, dass kein Gas mehr in die Ukraine geliefert werde. Im Juni bezog die Ukraine aus Europa insgesamt 789 Millionen Kubikmeter, davon 716 Millionen Kubikmeter aus der Slowakei und im ersten Halbjahr des laufenden Jahres 6,3 Milliarden Kubikmeter Gas. Aus Russland kamen von Januar bis Juni 2015 hingegen lediglich 3,7 Milliarden Kubikmeter Gas. Damit haben sich die Importe aus Europa gegenüber dem ganzen Jahr 2014 um über 23 Prozent erhöht, während die russischen Importe stark gefallen sind. In den ukrainischen Speichern befinden sich laut Ukrtransgaz derzeit rund 12 Milliarden Kubikmeter Gas.

Schritte für die Ukraine zur Wintersaison

Strittig ist der Preis in Höhe von 247,2 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas, den die russische Seite für Gaslieferungen auf Grundlage des Gasleifervertrages von 2009 und eines reduzierten Rabatts angeboten hat und die Ukrainer abgelehnt haben, weil sie mit einem niedrigeren Preis rechnen. Dazu blieb die Laufzeit zum Winterpaket strittig. Maros Sefcovic, Vizepräsident der Europäischen Kommission und verantwortlich für die Energieunion erklärte Medienberichten vom 1. Juli zufolge, dass auf beiden Seiten die Differenzen fortbeständen. Vereinbart sei, dass die Europäische Kommission im Sommer Schritte für Konsultationen zur nächsten Wintersaison vorbereitet. Um für eine normale Wintersaison gerüstet zu sein und den Transit nach Europa durchzuführen, müssten laut Europäischer Kommission 19 Milliarden Kubikmeter Gas in der Ukraine gespeichert werden. Die noch notwendigen 7 Mrd. m3 könne die Ukraine in den nächsten dreieinhalb Monaten entweder von Gazprom oder aus der EU beziehen oder selbst gefördertes Gas einspeichern, erläuterte der Kommissionsvizepräsident. Dazu erwartet die Kommission von Naftogaz und den ukrainischen Behörden einen Finanzplan zur Gasversorgung, machte Sefcovic in Brüssel am 1. Juli deutlich. “Wir möchten ebenso sehen, wie viel Gas auf Kosten der eigenen Produktion eingespeichert werden kann und wie sie planen, Geldmittel zu mobilisieren.” Eine Aufstellung über gewährte Finanzhilfen und ihre Verwendung sollte dabei nicht fehlen. Für den Transit nach Europa befürchten sowohl Miller als auch Sefcovic keine Probleme.