Start Europa Bremse für Ausbau Süd am Schwarzen Meer

Bremse für Ausbau Süd am Schwarzen Meer

Nord Stream contracted the Italian company Saipem S.p.A. to lay the natural gas pipeline across the Baltic Sea. Two pipelay vessels will start laying operations in early 2010. Depending on weather conditions, the pipelay vessels can lay up to three kilometres of pipeline per day.
Bildquelle: Nord Stream AG

Wie russische Medien jüngst berichteten, stoppe Gazprom die Investitionen in den Ausbau des Südlichen Korridors für die Turkish Stream Pipeline im Schwarzen Meer. War auf dem russischen Festland eine Jahrestransportkapazität von 63 Milliarden Kubikmeter Gas geplant, sollen jetzt nur noch jährlich 32 Milliarden Kubikmeter Gas zum Schwarzen Meer nach Anapa transportiert werden können, hieß es bei der russischen Tageszeitung Kommersant am 7. Juli.

Grafikquelle. Gazprom
Grafikquelle. Gazprom

Die 881 Kilometer der westlich gelegenen Gasleitung seien fast vollständig verlegt, während von den vier neuen Kompressorstationen eine noch ausgebaut werden müsse. Die Arbeiten an der östlich gelegenen Trasse mit 1626 Kilometer Länge und sechs Kompressorstationen befänden sich in der Anfangsphase. Hier habe Gazprom einen Stopp ab 1. Juli verfügt. Seit 2012 treibt Gazprom den Ausbau seines Transportleitungssystems am Südlichen Korridor zum Schwarzen Meer voran. Bis Dezember letzten Jahres war der Korridor Bestandteil des South-Stream-Gasleitungsprojektes. Damit die Investitionen dort nicht umsonst gewesen sind, will Gazprom sie für das neue Projekt Turkish Stream nutzen und seinen zweitgrößten Abnehmer Türkei auf diesem Weg künftig komplett direkt versorgen. Auch wenn Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow laut Agenturberichten hervorhebt, dass Griechenland seine Gaslieferungen bezahle, sind 47 Milliarden Kubikmeter Gas als Transitumfang von Turkish Stream über Griechenland doch eine über aus hohe Erwartung.

Ausbau Nord und Süd

Zugleich wird der russische Gaslieferant in den letzten Monaten nicht müde, immer wieder zu betonen, dass bei seinem größten Abnehmer Deutschland die Gasbezüge aus Russland im zweistelligen Prozentbereich steigen. Nicht nur das, auch beim Transport will Gazprom kräftig nachlegen und mit europäischen Partnern die Transportleistung der bestehenden Ostseepipeline auf 110 Milliarden m³ Gas verdoppeln. Möglicherweise hat das Abkommen hierzu mit dem internationalen Gas- und Ölmulti Shell, österreichischen Mineralölkonzern OMV und deutschen Konsortiumsmitglied von Nord Stream E.on Mitte Juni in St. Petersburg Gazprom bewogen, im Süden Europas das Tempo zu drosseln, ohne beim zweitgrößten Abnehmer Türkei Zweifel am Vorhaben aufkommen zu lassen. Der erste Leitungsstrang soll bis 2016 an den Bosporus verlegt werden. Das Pipeline-Verlegeschiff Castro Sei bereitet sich nach Auskunft der South Stream Transport AG, die für die Bauaufsicht im Schwarzen Meer zuständig ist, auf die Verlegearbeiten im flachen Wasser vor Anapa, dem Anlandepunkt von Turkish Stream an der russischen Küste, vor. Welche Wellen der Preisstreit über russische Gaslieferungen zwischen Gazprom und dem türkischen Partner Botas schlägt, ist momentan nicht absehbar.