Start Erneuerbare Energien CO2-Fußabdruck bis 2035 drastisch minimieren

CO2-Fußabdruck bis 2035 drastisch minimieren

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CO2-Fußabdruck einer dreiköpfigen Familie lässt sich um 92 Prozent
Quelle: Lichtblick

In einem Experiment zeigt der Ökostromversorger Lichtblick, wie sich der CO2-Fußabdruck einer dreiköpfigen Familie und eines Single-Haushaltes drastisch senken lässt. Zehn politische Klimareformen könnten helfen, dass die Familie im Jahr 2035 den Teil ihres persönlichen CO2-Fußabdrucks, der auf Energie und Mobilität entfällt, um 92 Prozent und der Single um 93 Prozent ohne Komfortverluste reduziert.

Wie das funktioniert, ist im Report Klimaneutral leben 2035, den Lichtblick jetzt im März vorstellte. „Wir wechseln mit unserem Report die Perspektive und leiten die politischen Ziele aus dem Alltag der Menschen ab“, sagt Dr. Enno Wolf, Geschäftsführer des Klimaschutz-Unternehmens LichtBlick. Den Report erstellte das Berliner Forschungsinstitut arepo im Auftrag von LichtBlick. Die Berechnung der CO2-Fußabdrücke führten die Experten und Expertinnen von KlimAktiv durch.

Energie und Mobilität zentral

Mit ihrem durchschnittlichen Lebensstil erzeugt heute im Jahr die dreiköpfige Familie, die am Rand einer Großstadt lebt, rund 32 Tonnen Klimagase pro Jahr. Der Fußabdruck des berufstätigen Singles liegt bei 15 Tonnen. Fast 40 Prozent, bei der Kleinfamilie sogar über 50 Prozent des CO2-Fußabdrucks stammen dabei aus der Nutzung von Strom, Wärme und Verkehr. Damit leben sie wie die meisten heutzutage weit über ihren Klimaverhätnissen.

Fünf Handlungsfelder, mit denen der Gesetzgeber den Menschen das umweltfreundliche Leben und damit die Veränderung des persönlichen Lebensstils erleichtern kann, greift der Report auf. Dazu gehören sauberer Strom, Stromnetze, Mobilität, Wärme und Dienstleistungen. Hier könne etwa die Politik schrittweise dafür sorgen, dass erneuerbare Energien billiger und fossile Energien teurer werden. Die Energiesteuer könne zur Klima-Steuer werden und der CO2-Preis auf zunächst 60 Euro pro Tonnen steigen. Die EEG-Umlage ließe sich abschaffen. Ein Bürgergeld soll zudem in der Übergangszeit steigende Energiekosten ausgleichen.

Solarstrompflicht puscht reduzierten Fußabdruck

Als Königsdisziplin für klimaneutrales Leben im Jahr 2035 gilt das Inkrafttreten eines Solarstromgesetzes Mitte der 2020 Jahre. Es soll einen optimalen Rechtsrahmen für kleine Solaranlagen schaffen. Inbegriffen sei hier auch der sichere Weiterbetrieb der Altanlagen, die nach 20 Jahren nicht mehr vom EEG erfasst waren. Solaranlagen bei Neubauten und Sanierungen sollen ebenfalls Pflicht sein. Anmeldung, Netzanschluss und Betrieb von Haus-Photovoltaikanlagen und Speichern ließen sich durch das Solarstromgesetz radikal vereinfachen.

Die Elektromobilität bildet laut Report für das Erreichen der Klimaziele im Verkehr den Eckpfeiler. Das Tanken von Ökostrom zu transparenten Preisen und Bedingungen an jeder Ladesäule überall im Land verhelfe Elektroautos zum Durchbruch. Hinzu kämen ein massiver Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und ein 365-Euro-Ticket für seine Nutzung.

Zu den zehn Klimareformen zählen im Report außerdem ein Verbot neuer Gasheizungen ab 2028, die unbürokratische Förderung energetischer Sanierungen und klare Rahmenbedingungen für eine wirksame Kompensation unvermeidlicher CO2-Emissionen. Unvermeidliche Emissionen fallen bei der Familie und dem Single im Jahr 2035 in den Lebensbereichen Ernährung, Konsum und Freizeit inklusive Flugreisen an. Wie hoch die sind, dazu liegen keine Berechnungen vor. Daher machten die Autoren hierzu keine Angaben.