Start Erneuerbare Energien Erster Offshore-Windstrom von Sandbank

Erster Offshore-Windstrom von Sandbank

Bildquelle: Vattenfall

Das Kraftwerk Sandbank 90 Kilometer westlich der Insel Sylt speiste jetzt den ersten Offshore-Windstrom von der Nordsee in das deutsche Stromnetz ein, teilten die Stadtwerke München SWM und der schwedische Energieversorger Vattenfall am 7. September mit. Die 72 Windenergieanlagen sollen nun Anlage für Anlage sukzessive ans Netz gehen, so dass Sandbank voraussichtlich im Frühjahr 2017 komplett am Netz sein wird und die volle Leistung liefern kann. Ende Juli 2016 ging es mit der Errichtung der ersten Windenergieanlage von Sandbank los. 21 Windenergieanlagen konnten nach Angaben der Unternehmen in den vergangenen Wochen bereits erfolgreich installiert werden. Die veranschlagte jährliche Strommenge im Dauerbetrieb des Windparks entspricht rechnerisch dem Bedarf von 400.000 deutschen Haushalten.

Schneller zu Offshore-Windstrom

„Wir freuen uns sehr, dass die Errichtung der Windenergieanlagen so reibungslos vonstattengeht und dass bereits 21 Turbinen stehen“, sagt Hergen Stolle, zuständiger Teilprojektleiter für die Windenergieanlagen bei Vattenfall. „Die Inbetriebnahmearbeiten zeigen, dass es möglich ist, innerhalb kurzer Zeit nach Errichtung einer Turbine mit der Stromproduktion beginnen zu können. Das belegt, dass die Offshore-Technologie weiter an Reife gewinnt. Und es zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen allen Projektpartnern sehr gut klappt.“ Durch den Einsatz des kombinierten Hotel- und Transferschiff „Acergy Viking“  sei eine Zeitersparnis gegenüber den ursprünglichen Planungen um rund drei Monate möglich. Das Schiff verfüge über ein spezielles Gangway-System, von dem aus die Inbetriebnahme-Teams direkt auf die Windturbinen übersteigen könnten. Dadurch entfalle ein Zwischentransport mit einem separaten Schiff. Durch das neue Konzept erhöhe sich eben so die Sicherheit der am Bau beteiligten Teams. Zudem könne im 24-Stunden-Betrieb gearbeitet werden. Der Einsatz des Spezialschiffs im Projekt Sandbank ist für die Inbetriebnahme eines Windparks in der deutschen Nordsee ein Novum.

Kooperation zahlt sich aus

Christian Moldan, Leiter Wind-Offshore-Projekte bei den SWM bestätigt: „Die bisher planmäßig verlaufende Bauphase des Projekts Sandbank beweist, dass die Offshore-Branche die Erfahrungen aus den ersten deutschen Projekten genutzt hat, um sich weiterzuentwickeln. Das gleiche gilt auch für uns, die Projektpartner Vattenfall und Stadtwerke München. Wir konnten unser Know-how aus dem ‚Schwesterprojekt‘ DanTysk erfolgreich auf Sandbank übertragen und unsere Kooperation erfolgreich fortsetzen.“ Der produzierte Offshore-Windstrom wird zunächst im parkinternen Offshore-Umspannwerk gesammelt und dort von einer Spannungsebene von 33 Kilovolt auf 155 Kilovolt transformiert. Dann wird der Strom zu einer Offshore-Konverterstation weitergeleitet, um schließlich als Gleichstrom über eine Distanz von 165 Kilometer an Land nach Büsum in Schleswig Holstein zu gelangen. Das Investitionsvolumen für den Offshore-Windpark Sandbank liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro.

Offshore-Windstrom für Ausbauoffensive

An der Projekt- und Betreibergesellschaft Sandbank Offshore Wind GmbH hält Vattenfall 51 Prozent, die SWM haben 49 Prozent der Anteile inne. Die Leistung von Sandbank ist auf 288 MW veranschlagt. Sandbank ist bereits das zweite gemeinsame Offshore-Windprojekt von Vattenfall und den SWM. Der Windpark entsteht in Nachbarschaft des Offshore-Windparks DanTysk mit 288 Megawatt, der Anfang 2015 in Betrieb ging. Mit einem gemeinsamen Portfolio von 576 Megawatt installierter Windkraftleistung zählen Vattenfall und die SWM zu den größten Betreibern von Offshore-Windkraftwerken in Deutschland. Die SWM preisen ihre Projektanteile in ihre Ausbauoffensive Erneuerbare Energie ein. Dementsprechend wollen sie bis 2025 in eignen Anlagen deutschland- und europaweit so viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, wie ganz München verbraucht. Offshore-Windstrom spielt hier für die Münchner eine entscheidende Rolle. Bald können die SWM eigenen Angaben zufolge schon 50 Prozent des Münchner Strombedarfs decken.

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