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Flächenstreit für Windräder in Bayern

Quelle: StMWi/E.Neureuther

Bayerische Minister liefern sich aktuell einen handfesten Flächenstreit für Windräder. So will Energieminister Hubert Aiwanger in den bayerischen Wäldern mehrere hundert neue Windräder initiieren, um die Ausbauziele der Energiewende voranzutreiben. Mit Umweltminister Thorsten Glauber stellte er jüngst im Oktober seine Pläne in einem Windpark in Creußen (Landkreis Oberfranken) vor.

Aiwanger betonte: „Wir müssen bei der Windkraft jetzt vorankommen. Dafür braucht es eine Windoffensive Wald. 37 Prozent der Landesfläche in Bayern sind Wald. Da können wir mehr Windkraft realisieren als bisher, ohne den Lebensraum von Mensch und Natur zu beeinträchtigen. Wir haben 300 geeignete Standorte in den Wäldern lokalisiert, in denen ohne große Probleme teils mehrere Windkraftanlagen gebaut werden könnten. An jedem Standort ist die Errichtung von ein bis fünf Anlagen möglich.“

Flächenstreit auch mit Ampel

Gegenwind kommt indes von der bayerischen Landwirtschafts- und Forstministerin Michaela Kaniber. Sie „warnt davor, die bayerischen Wälder unkontrolliert mit Windrädern voll zu pflastern“, teilte ihr Ministerium am 25. Oktober 2021 mit. Die Ministerin fordere vom Energieminister gezielte und gut durchdachte Regelungen als Ausnahmen von der 10-H-Regel für den Ausbau der Windenergie. Einfach möglichst viele Windräder in Bayerns Wäldern zu errichten, seien schöne Worte ohne wirkliche Lösung.

„Wer die heimischen Wälder dabei einfach hinter energiewirtschaftliche Interessen zurückstellt, opfert unsere Wälder und damit unsere Heimat. Wald ist ein unglaublich wertvolles Ökosystem. Wir dürfen es – bei allem berechtigten Interesse am Ausbau erneuerbarer Energien – nicht allein nach ökonomischen Kriterien beurteilen“, so die Forstministerin weiter: „Wenn Windkraft nachhaltig und akzeptiert sein soll, funktioniert der Ausbau nur gemeinsam mit den Bürgern und den Kommunen vor Ort und nicht am Reißbrett im Büro“.

Mehr Ausnahmen von der Abstandsregelung, Vorrangflächen in Regionalplänen und Truppenübungsplätze seien stärker zu berücksichtigen. Die Idee von Aiwanger und Glauber, gerodete Waldflächen für Windräder durch Aufforstungen an anderer Stelle auszugleichen, nehme weitere landwirtschaftliche Produktionsflächen weg. Das erhöhe erneut den Flächendruck für die ohnehin flächenknappe, kleinstrukturierte Landwirtschaft in Bayern.

Ebenso stoßen die Pläne der Ampelkoalitionäre in Berlin in Sachen Windräder auf wenig Gegenliebe. „Einfach zwei Prozent der Landesfläche mit Windrädern vollzustellen, bringt rund so viel Flächenverbrauch wie Deutschland in den letzten 20 Jahren zu verzeichnen hatte“, sagte Kaniber. Und zu den zwei Prozent kommen auch noch weitere Flächen für breite Wirtschaftswege zu den Windrädern hinzu.