Start Europa Gazprom im Kampf gegen niedrige Ölpreise

Gazprom im Kampf gegen niedrige Ölpreise

Gazprom informiert über Ölpreise und Gaspreise auf den Investorentagen in New York und London im Februar 2016.
Bildquelle: Gazprom

Der russische Gasmarktführer Gazprom informierte Investoren, wie er sich im Kampf gegen niedrige Ölpreise behaupten will. Auch wenn Gazprom-Vorstand Alexander Medwedew in London am 4. Februar 2016 hierbei einen unvermeidlichen Preiskampf auf dem Gasmarkt ausschloss, bereitet sich sein Konzern in der anhaltenden Talfahrt der Ölpreise vor und rechnet sein Budget bei einem Niveau im jahresmittel zwischen 25 und 20 US-Dollar je Barrel schon einmal durch. Darüber sprach Medienberichten zufolge Finanzmanager Igor Schatalow in New York. Außerdem verschob oder stellte Gazprom Projekte im Wert von etwa 20 Mrd. US-Dollar ein und kürzte dadurch Investitionen.

Ölpreise und Gaspreise im Ausblick

Erfahrungen mit Perioden mit niedrigen Ölpreisen, niedrige Förderkosten, enorme Vorräte und Infrastruktur zum Gastransport nach Europa gelten bei den Gazprom-Spitzen als Vorteil. Zurück in den USA nach einer zweijährigen Pause wegen des Ukrainekonflikts legten sie eine gemeinsame Präsentation mit aktuellen Zahlen vor. Darin ist im sogenannten Stressszenario für 2016 ein Exportpreis von 169 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas bei einem Ölpreisniveau von 35 US-Dollar je Barrel zugrunde gelegt. Bei 50 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas könnten es 199 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas werden. Zuletzt im Januar kostete russisches Gas an der deutschen Grenze noch 190 US-Dollar.

LNG aus Amerika für Europa unrentabel?

2015 zahlten die Europäer im Schnitt 243 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas, informierte Medwedew zum Exportgeschäft. Sie importierten 158,6 Milliarden Kubikmeter russischen Gas. Gazproms Martanteil sei so in Europa auf 31 Prozent gestiegen, stellte Medwedew heraus. Die Perspektive für amerikanische Flüssiggas-LNG-Transporte nach Europa, die im ersten Quartal 2016 beginnen sollen, schätzt er problematisch ein, weil sie nicht wirtschaftlich seien. Auch James Henderson vom Oxford Instituts für Energiestudien hält laut einem Bericht der russischen Tageszeitung Kommersant den Export von amerikanischem LNG nach Europa bei einem Gaspreis unter 180 US-Dollar je 1000 Kubikmeter für unrentabel. Gazprom könnte in dem Fall seine Exporte nach Europa soagr auf 190 Milliarden Kubikmeter Gas ausweiten.

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