Start Europa Gazprom dehnt Auktion für Gas auf Österreich aus

Gazprom dehnt Auktion für Gas auf Österreich aus

Quelle CEGH

Wie Gazproms Exportochter Gazprom Export am 14. Juli 2016 mitteilte, soll sich die neue Auktion für Gas am 31. August sowie am 1. und 2. September auch auf die Lieferpunkte Baumgarten in Österreich und Arnoldstein an der österreichisch-italienischen Grenze erstrecken. Erstmals versteigerte der russische Gaslieferant Gas für europäische Länder im September letzten Jahres. Im März 2016 fand die zweite Gasauktion eigens für die baltischen Länder statt. Bei der dritten Versteigerung könnten sich Gashändler zusätzliche Volumina an den Lieferpunkten Greifswald, Gaspool-VHP, und Olbernhau an der deutsch-tschechischen Grenze und in Österreich sichern. Dabei gehe es um bis zu 4 Milliarden Kubikmeter Gas. Dieses Volumen hatte Gazprom-Chef Alexej Miller Ende Juni 2016 auf der Pressekonferenz nach der Aktionärsversammlung in Aussicht gestellt. Im Vergleich dazu versteigerte Gazprom Export beim ersten Mal an den deutschen Handelspunkten lediglich 1,2 Milliarden Kubikmeter Gas und für das Baltikum 420 Million Kubikmeter Gas.

Baumgarten ist Zielmarkt für Auktion und Nord Stream 2

Der Virtuelle Gashandelspunkt CEGH bzw. Baumgarten sei für Gaslieferungen über die geplante Gasleitung Nord Stream 2 Zielmarkt, machte Miller auf der Pressekonferenz unmissverständlich klar. Insofern ist die Ausweitung der kommenden Auktion für Gas auf Österreich ein logischer Schluss. Von hier aus plant Gazprom, den südosteuropäischen Raum und Balkanländer mit zu versorgen. Ob im Schwarzen Meer eine Gasleitung an die bulgarische oder den westtürkischen Bosporus verlegt wird, ist indessen noch in der Diskussion. Russland hätte für eine dieser Varianten von der Europäischen Kommission gern eine schriftliche Unterstützungserklärung. Sieht Miller in Europa deutliche Kennzeichen für eine wachsende Nachfrage nach russischem Pipeline-Gas, hält die Rating-Agentur Fitch laut Medien es für möglich, dass Gazprom durch Flüssigerdgas-LNG-Lieferungen Marktanteile in Europa verliert und weitere Preiszugeständnisse machen muss.