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Grüner Wasserstoff braucht Geschäftsmodelle

Quelle: TenneT

Für den Norden Deutschlands bietet grüner Wasserstoff hohes Wertschöpfungspotential, wenn passende Geschäftsmodelle entstehen. Darüber informiert der Industrieverband für Offshore-Windindustrie und grünen Wasserstoff, WAB, in der aktuellen Studie Wertschöpfungspotenziale Wasserstoffproduktion und Offshore Windenergie in Norddeutschland von trend:researchIndustrieverband, die er im Rahmen eines Parlamentarischen Abends mit weiteren Partnern jetzt Anfang März vorstellte.

Umsatz und Beschäftigte für die Region

Demnach wächst laut Studie die Bedeutung der Wasserstoffproduktion zur Energiebereitstellung sektorenübergreifend, um die energieintensive Industrie, Teile der Mobilität wie beispielsweise die Schifffahrt und weitere Sektoren zu dekarbonisieren. Wegen regionaler Alleinstellungsmarkmale bringe dies für Norddeutschland große Chancen mit sich, Vorreiter bei der Industrialisierung des Wasserstoffs in Deutschland und Europa zu werden und damit Wertschöpfungspotentiale und insbesondere Beschäftigung für die Region zu sichern. Im günstigsten Fall prognostizieren die Studienautoren 45.000 Beschäftigte und über 20 Milliarden Euro jährlichem Umsatz. Auftraggeber der Studie sind neben der WAB PwC Deutschland, Erneuerbare Energien Hamburg sowie die Bundesländer Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Grüner Wasserstoff für die Schifffahrt

In der öffentlichen Wahrnehmung spielt der WAB zufolge die Maritime Energiewende, sprich die grüne Schifffahrt eine noch eher untergeordnete Rolle und wird nicht sofort mit grünem Wasserstoff verbunden. Bis heute verursachten Frachtschiffe mit Dieselantrieb knapp drei Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Grüner Wasserstoff könne hier die Grundlage für die Herstellung kohlenstoffarmer Treibstoffe bilden. Nachhaltige Antriebskonzepte seien ein Baustein. Der Klima- und Meeresschutz für die besonders vom Klimawandel betroffenen Meere Nord- und Ostsee ließe sich nur mit einer erfolgreichen Energiewende an Land und auf See umsetzen.

Kleine- und mittelständische Unternehmen mit Innovation

„Es ist davon auszugehen, dass für eine nachhaltige Nutzung des vorhandenen Wertschöpfungspotenzials auch bundesweit, die Geschwindigkeit des Markthochlaufs entscheidend ist. Der Anschluss im internationalen Wettbewerb kann nicht über die Förderungslandschaft allein gesichert werden. Hierfür muss es wirtschaftlich mögliche Geschäftsmodelle geben, die besonders den innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen einen raschen Markteintritt ermöglichen“, bringt es WAB-Geschäftsführerin Heike Winkler auf den Punkt. Die WAB hat die hohen Potentiale der Wasserstoffproduktion aus Offshore Windenergie seit 2016 im Blick.

Grüner Wasserstoff aus Offshore Windenergie

Die grüne Wasserstoffwirtschaft befinde sich noch in einem frühen Stadium. Wesentliche infrastrukturelle und regulatorische Bedingungen fehlen laut Winkler. Projekte zur Erzeugung und zum Transport liefen, befänden sich aber zum größten Teil noch in der Umsetzung. Aktuell seien in Norddeutschland fast 500 Marktteilnehmer in die Wasserstoffwirtschaft involviert, die mit ca. 4.100 Beschäftigten im Jahr 2020 mehr als eine Milliarde Euro erwirtschafteten. Nun komme es darauf an, Projekte zu fördern, bei denen mit Offshore Windenergie direkt auf See oder via Transport an Land Wasserstoff produziert wird, lautet die Empfehlung in der Studie.

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