Start Gas Iran braucht zunächst Investitionen – Update

Iran braucht zunächst Investitionen – Update

Nach dem Aufheben der internationalen Sanktionen benötige der Iran für einen ernsthaften Ölförderanstieg mit weitreichenden Folgen auf die Weltwirtschaft zunächst Investitionen, äußerte Michail Leontjew, Vizepräsident und Sprecher bei Russlands Ölmarktführer Rosneft gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti am 17. Januar 2016. Doch dies dürfte angesichts des derzeitigen Preisniveaus schwierig sein, erklärte er und fügte hinzu: „Dort gibt es Vorkommen, die in den Markt eintreten können. Aber um die Produktion ernsthaft zu erhöhen, braucht der Iran Investitionen. Jedoch für ernsthafte Investitionen, ist eine Ölkonjunktur nötig, die sich von der gegenwärtigen unterscheidet. Grob gesagt heißt das, damit die Preise dank Iran fallen, müssen sie zuerst steigen.“ Folglich erwartet Leontjew hier keine Überraschung für den Markt. Am 16. Januar 2016 bestätigte die Internationale Atomenergieagentur IAEA in Wien, dass der Iran alle Auflagen zum Rückbau seines Nuklearprogamms erfüllt habe. Folglich hoben die Europäer und die USA ihre Wirtschafts- und Finanzsanktionen auf.

Iran setzt auf Investitionen

Jetzt nach dem Ende der Sanktionen will der Iran Medienberichten zufolge die täglichen Öllieferungen auf den Weltmarkt auf 500.000 Barrel erhöhen und in der Folgezeit bis auf 2 Millionen Barrel am Tag steigern. In der Zeit, als die Sanktionen in Kraft waren, exportierte der Iran nach China, Indien, Japan, Südkorea und in die Türkei in Summe 1 Million Barrel Öl am Tag. Nun steht dem Iran der europäische Markt wieder offen. Damit sich die Ölwirtschaft im Land infolge fehlender Investitionen wegen der Sanktionen wieder erholt, müssten 150 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2020 investiert werden, erklärte im letzten Dezember der Direktor vom Departement für strategische Planung beim iranischen Ölministerium Said Qavampur. Marktteilnehmer und Analysten zweifelten laut Ria Novosti daher an einem schnellen Wachstum iranischer Ölexporte. Zugleich arbeite der Iran seit dem Abschluss des Abkommens zur Beilegung des Nuklearkonflikts im Juli 2015 daran, alte Geschäftsbeziehungen wieder aufzunehmen und Investitionen ins Land zu holen. So reiste kürzlich Altkanzler Gerhard Schröder mit einer Wirtschaftsdelegation zu Gesprächen in den Iran.

Turbulenzen für Preise und Rubel

In Russland führte indessen das Sanktionsende für den Iran zu einem starken Rubelverlust gegenüber Dollar und Euro, berichteten russische Medien am 18. Januar 2016. Der Ölpreis der Marke Brent rutschte auf 28 US-Dollar je Barrel ab. Die lahmende Ölpreiskonjunktur verstärkte sich hierbei durch die Erwartung, dass aus dem Iran bis zu 1 Million Barrel am Tag auf dem Markt hinzu kommen könnten. Analysten von der Bank JP Morgen Chase korrigierten in einem aktuellen Bericht die Jahresprognose 2016 für den Ölpreis der Marke Brent von zuvor 51,5 auf nur noch 31,25 US-Dollar je Barrel und führten den Preisverfall am Ölmarkt in gleicher Ausrichtung auf das Aufheben der Sanktionen gegen den Iran zurück.

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