Start Erneuerbare Energien Münchner auf großer Fahrt in der Nordsee

Münchner auf großer Fahrt in der Nordsee

SWM und Vattenfall bauen vor Sylt ihr Windenergiepotential aus.
Bildquelle: Vattenfall

Für die Stadtwerke München SWM markiert 2015 das Windkraftjahr auf hoher See. Nach der Inbetriebnahme der zwei Offshore-Windparks DanTysk und Gwynt y Môr in diesem Jahr ist jetzt das erste Stahlfundament des Windparks Sandbank 90 Kilometer vor der Nordseeinsel Sylt gesetzt und gerahmt und damit am 8. Juli der offizielle Baustartschuss gefallen.

Vattenfall und SWM bauen Windpark Sandbank
Bildquelle: Vattenfall

Wie beim Schwesterprojekt DanTysk sind die Münchner Stadtwerke zu 49 Prozent an diesem Großprojekt in der Nordsee vor Sylt beteiligt. 51 Prozent hält die deutsche Tochter des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. Errichtet werden an diesem Standort 72 Siemens-Windenergieanlagen der 4-Megawatt-Klasse mit einer installierten Leistung von 288 MW. “Mit einem gemeinsamen Portfolio von dann 576 MW installierter Leistung zählen Vattenfall und die SWM zu den größten Betreibern von Offshore-Windkraftwerken in Deutschland”, heißt es bei Vattenfall zum Baustart. Das Projekt Sandbank sei Teil von Vattenfalls  “Offshore-Cluster-Strategie mit dem Ziel, die Merkfähigkeit der Offshore-Technologie weiter zusteigen”, unterstreicht Gunnar Groebler, verantwortlich bei Vattenfall für den Geschäftsbereich Wind. Kosteneffizienz ständen bei Planung, Bau und Betrieb dieser Windkraftwerke absolut im Vordergrund. Auch der Leiter des Beteiligungsmanagements von den SWM Christian Vogt unterstreicht, dass die Offshore-Windkraft das größte Potential habe und sogar grundlastfähig sei. Von dieser vergleichsweise jungen Technologie mit großer Lernkurve erwartet er mit Blick auf das Sandbank-Projekt nochmals deutliche Synergieeffekte. Das Investitionsvolumen beträgt für Sandbank nach Unternehmensangaben 1,2 Milliarden Euro.

Münchner Ausbaupläne

An Gwynt y Môr in der irischen See sind die SWM zu 30 Prozent beteiligt. Dieser Windpark weist eine installierte Leistung von 576 MW auf. Ihn haben die drei Betreiber RWE, SWM und Siemens jüngst Mitte Juni offiziell eingeweiht. Mit Global Tech 1 befindet sich 180 km vor Bremerhaven in der Nordsee ein viertes Projekt dieser Größenordnung in der Phase der Inbetriebnahme. Hier geht es um eine installierte Leistung von 400 Megawatt. Auf SWM entfallen 25 Prozent der Projektanteile. Geht Sandbank wie geplant 2017 ans Netz, können die Münchner entsprechend ihrer Anteile an vier Offshore-Windparks gute 2 Milliarden Kilowattstunden Strom in ihrer Stromerzeugungsbilanz aus erneuerbaren Energien verbuchen. Dies entspricht rund einem Drittel der Strommenge, die ganz München im Jahr verbraucht. “Weitere Windenergie-Projekte sowohl Offshore als auch Onshore sind im Gespräch”, bekräftigt Stadtwerke-Chef Dr. Florian Bieberbach. In der laufenden Ausbauoffensive Erneuerbare Energien seines Unternehmens spiele Windenergie die zentrale Rolle, da diese Technologie die kosteneffizienteste unter den erneuerbaren Energien sei und über das größte Potential verfüge. Aktuell erzeugen die SWM in eigenen Anlagen deutschland- und europaweit  aus erneuerbaren Energiequellen etwa 2,5 Milliarden Kilowattstunden Strom, darunter neben Offshore Wind, Onshore Wind, Solarenergie, Wasser, Biomasse und Geothermie. Insgesamt benötigt München im Jahr circa 7 Milliarden Kilowattstunden Strom. Diese Menge Strom aus erneuerbaren Energiequellen haben sich die SWM haben bis 2025 vorgenommen.