Start Erneuerbare Energien Postenergiewende in München

Postenergiewende in München

Die Postenergiewende ist zu gestalten.
Bildquelle: © SV-Veranstaltungen

Wie ist der Kurs in der Postenergiewende? So oder ähnlich lautete das Motto auf dem Deutschen Energiekongress in München in diesem Jahr. Ruhe vorm Sturm scheint die Energielandschaft zu beherrschen. Leise Töne sind nach dem Beschluss verschiedener Gesetze zu vernehmen, die den Weg der Energiewende bestimmen sollen. Neues Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG und Digitalisierung sind beschlossen. „Smart Meter sind endlich Pflicht für jeden“, mag dieser oder jener denken. Doch wie geht es praktisch weiter und das vor allem mit Blick auf den Beschluss zur Dekarbonisierung in Paris vom letzten Dezember. Der Ausstoss von deutlich weniger Schadstoffemissionen ist auch für Deutschland ein Muss, um nicht an Zielvorgaben vorbei zu rauschen.

Wirklich weniger CO2 in der Postenergiewende

Wenig sei hier in den letzten Jahren passiert, monierte die Gasbranche in München. Dabei hätte gerade sie durchschlagende Lösungen parat, um den CO2-Ausstoss merklich nach unten zu bringen. Ob Strom, Wärme oder Verkehr, Erdgas weist niedrigere Schadstoffe auf als Kohle oder Diesel, so die Stoßrichtung der Spitzenvertreter der Gaswirtschaft. „Wenn wir die Klimabeschlüsse von Paris wirklich ernst nehmen wollen, dann können wir nicht so weiter machen wie bisher. Wir müssen CO2 sparen. Und das funktioniert mit Kohle nicht. Bezogen auf den Kohlenstoffgehalt liefert Erdgas mehr Energie als die anderen konventionellen Energieträger und emittiert etwa 50 Prozent weniger CO2 pro Kilowattstunde als Stein- oder Braunkohle. Der zukünftige Energiemix wird daher ein Mix sein aus erneuerbaren Energien und Erdgas“, fasste Gerhard König, Geschäftsführer des deutschen Gasimporteurs und Tochter des russischen Gaslieferanten Gazprom Wingas die Lage zusammen.

Zukunft ohne Kohle

Schützenhilfe bekam König von Patrick Graichen von der Agora Energiewende, der anerkannte: „An Erdgas kommen wir nicht vorbei.“ So in etwa kommt es auch in den 11 Eckpunkten zum Kohlausstieg, die die Agora-Experten in diesem Jahr vorlegten, zum Ausdruck. „Die Energiewirtschaft braucht einen eigenen Kohlekonsens“, forderte Graichen ganz auf dieser Linie. „Nicht nur aus Klimaschutzgründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn kein Kraftwerk verdient Geld und eigentlich müsste eine Marktbereinigung anstehen – stattdessen schaut jeder auf den Anderen, wer länger durchhält. Das ist unverantwortlich.“ Dem hielt Bernd-Uwe Haase, Kaufmännischer Geschäftsführer der Mitteldeutschen Braunkohle Gesellschaft (Mibrag) entgegen, dass ein Ersatz von Kohle durch Gas höhere Strompreise verursachen würde. „Das muss man den Stromkunden dann auch sagen.“ Er plädierte dafür, nicht nur auf die Braunkohle zu achten. Auch andere Bereiche müssten für weniger CO2-Austoss sorgen. Die vielfach beschworene Sektorkopplung sei begrenzt, gab Timm Kehler von der Initiative Zukunft Erdgas später hierauf zu bedenken.

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