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Russland für Deutsche wichtiger Wirtschaftspartner

Quelle: Forsa und Wintershall

Erst jüngst hat die Europäische Union die Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis 2016 verlängert, weil es in den Friedensbemühungen in der Ostukraine keine Fortschritte gibt. Doch bleibt Russland nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa für die meisten Deutschen weiterhin ein wichtiger Wirtschaftspartner. Herausgeber der Umfrageergebnisse ist die deutsche Wintershall Holding. Zur Untersuchung hat das Forsa-Institut mit 1001 Befragten ab 18 Jahren im Zeitraum 10. bis 12. Juni 2015 computergestützte Telefoninterviews durchgeführt. 71 Prozent der Befragten sind hier der Meinung, dass sich gute wirtschaftliche Beziehungen auf das politische Verhältnis, in diesem Fall zwischen Russland und Deutschland, positiv auswirken. Zugleich beunruhigt die Ukrainekrise 85 Prozent der befragten Deutschen sehr und etwas. Die Hälfte der Bundesbürger halten die Wirtschaftssanktionen gegen Russland für richtig, während 41 Prozent diese kritisch sehen. 9 Prozent gaben an, es nicht zu wissen.

“Während die Wirksamkeit der aktuellen Wirtschaftssanktionen gegen Russland von den Deutschen mehrheitlich kritisch gesehen wird, sind die meisten Bundesbürger überzeugt: eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland kann sich positiv auch auf die Politik auswirken und sollte intensiviert werden”, erklärt Prof. Manfred Güllner, Gründer und Geschäftsführer des Forsa-Instituts zu den Umfrageergebnissen.

Russland als verlässlicher Energielieferant

Immerhin ist Russland für 52 Prozent der Befragten ein verlässlicher Wirtschaftspartner und für 56 Prozent ein zuverlässiger Energie- und Gaslieferant:

Quelle: Forsa und Wintershall
Quelle: Forsa und Wintershall

“Die konkrete wirtschaftliche Zusammenarbeit mit russischen Partnerunternehmen läuft erfolgreich und gut”, erklärt Wintershall-Chef Mario Mehren. Das erfahre sein Unternehmen tagtäglich in den Joint Ventures in Russland.

“Hier gibt es Vertrauen. Hier gibt es ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit. Daran jeden Tag zu arbeiten, ist unsere Aufgabe als Unternehmen. Es ist eine Grundlage für eine auch künftig erfolgreiche Kooperation.”

Ob Mehren auch eine künftige Beteiligung am Projekt zur Verdopplung der Transportleistung der Ostseepipeline auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas einschließt, ist laut Presseberichten aus seiner Sicht und aus Sicht von Gazprom-Chef Alexej Miller noch im Gespräch. Selbst das abgesagte Aktientausch-Geschäft könnte wieder auf die Tagesordnung rücken.