Start Erneuerbare Energien Solarstrom in Bayern Topp – Windstrom floppt

Solarstrom in Bayern Topp – Windstrom floppt

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Quelle: VBEW

Der Ausbau für mehr Solarstrom kommt in Bayern zügig voran. „Im Jahr 2022 wurden laut den Daten des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur (BNetzA) Anlagen mit einer Nennleistung von rund 2.100 MW installiert. Rein rechnerisch wird die PV im Jahr 2023 rund ein Fünftel des bayerischen Strombedarfs decken und dürfte damit neben dem Energieträger Erdgas zum größten Stromerzeuger – was außer der installierten Leistung auch die Strommenge betrifft – in Bayern aufsteigen“, konstatierte der Verband der Bayerischen Strom- und Wasserwirtschaft VBEW in diesem Januar.

Windkraftausbau muss schneller werden

Der Ausbau der Windkraft ist im letzten Jahr laut VBEW im Freistaat indes nicht entscheidend vorangekommen. Nach vorläufigen Zahlen aus dem Marktstammdatenregister seien lediglich 17 Anlagen mit einer Nennleistung von insgesamt 37 Megawatt 2022 in Betrieb gegangen. Die Windkraft insgesamt decke damit im Jahressaldo je nach Windangebot derzeit etwa 5 Prozent des Strombedarfs in Bayern. Beim Windkraftausbau müsse es in den nächsten Jahren in allen Regionen Bayerns deutlich schneller vorangehen, mahnte daher Detlef Fischer, Hauptgeschäftsführer vom VBEW.

Solarstrom braucht Ausgleich

Dem Solarstrom in Bayern bescheinigte Fischer im Vergleich zum Windkraftausbau erfreuliche Ergebnisse: „Bei der Photovoltaik konnte 2022 wenigstens schon das Flächenäquivalent von über 75 Fußballfeldern in der Freifläche und auf Gebäuden pro Woche hinzugebaut werden.“ Doch bei aller Freude sei nicht zu vergessen, dass die Photovoltaik „in den Wintermonaten etwa sechs- bis achtmal weniger Energie bereitstellt als in den Sommermonaten.“ Nachts stehe sie überhaupt nicht zur Verfügung. Andere eigene erneuerbare Stromquellen wie die Wind- und Wasserkraft, Speicher und Stromimporte müssten das ausgleichen, „sonst wird das alles physikalisch nicht funktionieren,“ so Fischer.

Solarstrom in Bayern reicht nicht

Zugleich hat Bayern das ehrgeizige Ziel, bis spätestens 2040 klimaneutral zu wirtschaften. Das schreibt das neue Bayerische Klimaschutzgesetz vor, das seit Jahresanfang in Kraft trat. Dementsprechnd steht der Ausbau der heimischen Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen an erster Stelle. Die Nutzung der Sonnenenergie für Wärme und Strom sowie die Windkraft müssen dafür die entscheidende Rolle spielen.

Die Kurzstudie „Energiewende jetzt!, die die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) im Auftrag des VBEW durchführte, legte Zahlen zum nötigen Ausbau vor. Demnach müssten wöchentlich etwa 130 Fußballfelder und 1.000 Wohngebäude mit PV-Anlagen bestückt werden. Bei der Windkraft seien zwei Anlagen pro Woche mit einer Nennleistung von jeweils 5,5 Megawatt nötig, um die avisierte Klimaneutralität zu erreichen. Die Ausbauzahlen für Solarstrom in Bayern vom letzten Jahr relativieren sich angesichts  dieser Zahlen deutlich. Ob und wie sich das beschleunigen lässt, ist zu klären.

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