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Speicher am Regelenergiemarkt

Anbieter von Speichersystemen nehmen Kurs auf den Regelenergiemarkt. Auf der diesjährigen Intersolar Europe informierten Unternehmen wie Fenecon, Deutsche Energieversorgung – Senec und Sonnenbatterie über ihre laufenden Projekte in diesem Sektor. So hat Fenecon in München mit seinem Schweizer Partner Ampard seinen Energiepool präsentiert. Im Energie-Pool sind PRO Hybrid Speicher von Fenecon zur Vermarktung von Regelleistung in einem virtuellen Kraftwerk vernetzt, die mit dem Energie-Management-System Ampard Local Intelligence ausgestattet sind. Die von Ampard entwickelte Steuerungssoftware sorgt für einen optimierten Eigenverbrauch der Betreiber, so dass freie Leistungsreserven für die Netzstabilisierung zur Verfügung stehen und als Regelleistung vermarket werden können. Regelleistung wird für ein stabiles Stromnetz benötigt und von Übertragungsnetzbetreibern in Form von Primär-, Sekundär- und Minutenleistung über den Regelleistungsmarkt bezogen. Fenecon und Ampard haben sich insbesondere die Primärleistung vorgenommen. Die Präqualifizierung ist in Deutschland hierfür in Arbeit. Senec will seine Kunden mittels Einbindung in das Econamic Grid am Regelenergiegeschäft beteiligen. Die Verträge mit Transportnetzbetreibern seien unter Dach und Fach. Die Präqualifizierung laufe noch, um zunächst bei der Sekundärleistung mitbieten zu können, heißt es bei Senec in Leipzig Mitte Juli. Eben so zielen Sonnenbatterie und Lichtblick auf den Regelenergiemarkt und arbeiten daran, im Schwarm genug Batterieleistung von Betreibern einzubinden.

Präqualifizierte Anbieter von Regelenergie

Bei den vier Transportnetzbetreibern 50Hertz, amprion, TenneT und TRANSNET BW sind Anfang Juli über 50 präqualifizierte Anbieter insgesamt gelistet. Darunter sind die Stadtwerke München SWM, die die dementsprechenden technischen Voraussetzungen erfüllen und auf dieser Grundlage präqualifiziert sind, bei den Ausschreibungen der Transportnetzbetreiber zur Primär-, Sekundär- und Minutenregelleistung mitzubieten. Die Münchner haben seit Neuestem im Portfolio ihres virtuellen Kraftwerks die weltweit größte Power-to-Gas-Anlage eingebunden. Die etwa 6 Megawatt starke Anlage gehört der AUDI AG und steht im niedersächsischen Werlte. Nach der Präqualifikation durch den verantwortlichen Netzbetreiber nimmt sie als erste Power-to-Gas-Anlage dieser Größe am deutschen Sekundärregelleistungsmarkt teil. Allerdings weisen hier die Preise seit 2010  eine rückläufige Tendenz auf.

Quelle: Next Kraftwerke
Quelle: Next Kraftwerke

Auch Next Kraftwerke in Köln, Betreiber eines der größten virtuellen Kraftwerke Deutschlands, bearbeitet aktuell Anfragen von Speicherbetreibern, die für den Regelleistungsmarkt infrage kommen und sich in der Präqualifizierungsphase befinden. Im Next Pool in Köln sind über 2500 Anlagen erneuerbarer Energien und flexible Stromverbraucher miteinander vernetzt, die über eine Gesamtleistung von mehr als 1,5 Gigawatt verfügen.

Nur steuerbare Lasten dabei

Die Kapazität der Anlagen mit steuerbaren Lasten, die für den Regelleistungsmarkt präqualifiziert sind, bewegt sich nach Unternehmensangaben im dreistelligen Megawatt-Bereich. Das sind wie bei den SWM in erster Linie Wasserkraftwerke, Biogasanlagen, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Blockheizkraftwerke BHKWs.

Quelle: Next Kraftwerke
Quelle: Next Kraftwerke

Ministerpräsidentin von Nordrhein Westfalen Hannelore Kraft hat Next Kraftwerke im Rahmen ihrer Sommertour „NRW 4.0“ kürzlich im Juli besucht und den innovativen Gründergeist des jungen Kölner Unternehmens gewürdigt. Beide, die SWM und Next Kraftwerke wurden für ihre virtuellen Kraftwerk ausgezeichnet.