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Trübe Aussichten für Pipelinerohre

Quelle: Gazprom

Politische Spannungen und COVID 19 drücken auf Pipelinerohre, geht es dabei um Nord Stream 2 in der Ostsee, Turkish Stream im Schwarzen Meer oder Kraft Sibiriens zum Export nach China. Alle drei Gasleitungen sind milliardenschwere Investitionsprojekte des russischen Gaskonzerns Gazprom, die Sorge bereiten.

Das Hickhack um die unvollendete Gasleitung Nord Stream 2 in der Ostsee scheint kein Ende zu nehmen. Neue Sanktionen der USA gegen Unternehmen, die Serviceleistungen für russische Pipelineverlegeschiffe ausführen, hängen wie ein Damoklesschwert über dem transatlantischen Verhältnis zwischen Europa, Deutschland und den USA.

Durch Nord Stream 2 verdoppelt sich die Transportkapazität in der Ostsee auf 110 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr. Bei schwacher Nachfrage fallen weniger Transporte über die Ukraine und Polen an. Dazu ist die Lieferalternative über das Schwarze Meer weit fortgeschritten.

Waterloo an der bulgarischen Schwarzmeerküste

Die Schwarzmeergasleitung Turkish Stream hat ihr Waterloo bereits hinter sich. Gelagerte Pipelinerohre für die Gasleitung South Stream an der bulgarischen Küste drohten ein Grab zu werden, als das Projekt zum Erliegen kam. Mit der möglichen Anlandung von zwei Pipelinesträngen an den westtürkischen Bosporus lebte das Projekt wieder auf, allerdings nur noch im halb so großen Maßstab.

Im Januar 2020 feierten der türkische und russische Präsident die offizielle Inbetriebnahme der zwei Leitungsrohre von Turkish Stream. Ist ein Leitungsrohr für die Türkei vorgesehen, können Bulgarien und Griechenland nun russisches Gas über das Schwarze Meer und die Türkei beziehen. In Summe liegt die Transportkapazität bei 31,5 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr.

Pipelinerohre in Quarantäne

Auch Kraft Sibiriens ging im letzten Dezember in Betrieb. Endlich starteten die viel beschworenen Exportlieferungen nach China. Den Vertrag hierzu schlossen Chinas Nationale Öl- und Gasgesellschaft CNPC und Gazprom im Jahr 2014. Der Vertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren sieht vor, 38 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr nach Blagoweschtschensk an die ostchinesischen Grenze zu liefern. Dort entsteht auf dem Gelände des Gasverarbeitungswerks Amur aktuell eine Corona-Klinik.

Wie russische Medien kürzlich berichteten, brach bei Arbeitern im Amur-Werk und am 2200 Kilometer entfernten Gasfeld Tschjandinskoje COVID 19 aus. Das ostsibirische Gasfeld ist derzeit die wichtigste Ressourcenbasis für Kraft Sibiriens. Hinzu kommen unzureichende Fördermengen, da einige Bohrlöcher kein Gas aufweisen. Folglich war es nötig, die Lieferungen zwischenzeitlich auszusetzen.