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Wasser- und Energieversorgung auf Gran Canaria

Soria Dam für sichere Wasser- und Energieversorgung

Startet im Sommer 2021 der Bau des Pumpspeicherkraftwerks zwischen den Stauseen Soria auf 608 Meter und Chira auf 901 Meter Höhe, geht das Jahrhundertprojekt zur Wasser- und Energieversorgung von Gran Canaria nach zehnjähriger Planung in die Umsetzung. Im Februar 2021 winkten die Fraktionen des kanarischen Parlaments das Vorzugsprojekt des Cabildo, der Inselregierung von Gran Canaria, durch.

2011 war die kanarische Tochter des spanischen Energieversorgers Endesa zunächst mit der Projektausarbeitung betraut. 2015 übernahm auf Basis eines Ministerbeschlusses der Übertragungsnetzbetreiber Red Eléctrica Española REE die Arbeit am Projekt und nahm in Sachen Standortdesign und Auslegung des Kraftwerkes Anpassungen vor. Hier fanden Vorschläge des Cabildo Berücksichtigung, so dass das künftige Speicherkraftwerk sich in die Decarbonisierungspläne bis 2040 einfügt. Im April 2021 soll der Bericht zur Umweltverträglichkeit vorliegen.

Bedarfsausgleich mit Speicherung

Derweil laufen Ausschreibungen, um Unternehmen mit Arbeiten in den jeweiligen Projektbereichen zu beauftragen. So ist etwa die kanarische Endesa-Tochter beauftragt, das unterirdische Kraftwerk nahe des Soria-Stausees mit Turbinen zu einer Gesamtleistung von 200 Megawatt zu einzurichten. Sie sollen aus dem Wasser des 300 Meter höher gelegenen Chira-Stausees Strom erzeugen, wenn erneuerbare Energiequellen wie Sonne oder Wind nicht genug liefern können.

Ist umgekehrt reichlich Ökostrom verfügbar, der über den Bedarf hinausgeht, kann dieser für das Hochpumpen von Wasser über ein Leitungssystem aus dem Soria-Stausee in den oberen Chira-Stausee genutzt werden. Dadurch steht dort Wasser sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Bewässerung der oberen Bergregionen zur Verfügung.

Genug Wasser aus dem Meer

Da Regen keine planbare Größe darstellt und zuweilen im Südteil der Insel rar ist, liegt der Schlüssel in einer Entsalzungsanlage unten an der Küste bei Arguineguin. Um das entsalzene Wasser zum Soria-Stausee zu transportieren, ist im Tal der Bau einer Pumpstation und das Verlegen einer zwanzig Kilometer langen Pipeline geplant. Das ermöglicht eine zuverlässige Wasser- und Energieversorgung.

Das Pumpspeicherkraftwerk gilt als essentiell, um eine größere Menge lokal produzierter Energie zu integrieren und den Überschuss erneuerbarer Energien zu nutzen. Geht 2027 das Kraftwerk in Betrieb, erhöht sich die Produktion erneuerbarer Energien auf der Insel um 37 Prozent. Die durchschnittliche jährliche Bedarfsdeckung durch erneuerbare Energieerzeugung steigt dann auf 51 Produzent. Bei günstigen Wetterbedingungen kann diese sogar viel höher sein. Dies wird zu einer zusätzlichen Reduzierung der jährlichen CO2-Emissionen um 20 Prozent führen.

Darüber hinaus senkt das Pumpspicherkraftwerk laut REE die Importabhängigkeit von teuren Brennstoffen und somit auch die Erzeugngskosten, die im Jahr 122 Millionen Euro betragen. Der Bau von 2021 bis 2027 werde 3500 Arbeitsplätze schaffen.

Noch liegt der Soria-Stausee in beschaulicher Lage und lässt keine Ahnung von anstehenden Bautätigkeiten aufkommen. Kraftwerksbau mit Turbinen und Pumpen, die Errichtung einer Kontrollstation, Leitungsverlegung und Tunnelarbeiten dürften im Gelände, wo heute ein kleines Schild den Weg zum Chira-Stausee weist, mit der Zeit Raum greifen.