Start Erneuerbare Energien Wasserstoffsignale im Konjunkturpaket

Wasserstoffsignale im Konjunkturpaket

Wasserstoffsignale und Klimaschutzmaßnahmen im Konjunkturpaket
Quelle: CDU

Neun Milliarden Euro sind im 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket für den klimaschonenden Brennstoff veranschlagt, was klare Wasserstoffsignale aussenden soll. „Die Bundesregierung wird kurzfristig die Nationale Wasserstoffstrategie vorlegen“, heißt es im Beschlusspapier. 21 Stunden tagte die Große Koalition, bis sie die Ergebnisse zum Konjunktur in einer Pressekonferenz in Berlin noch spät abends am 3. Juni bekannt gab. „Wir haben nicht nur ein klassisches Paket aufgelegt, sondern haben einen Schwerpunkt auf Zukunftsthemen gelegt“, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das soll helfen, die Folgen der Corona-Krise zu bewältigen.

Wasserstoffsignale im In- und Ausland

Wasserstoff gilt den Koalitionären als Energieträger der Zukunft, für den sie sich stark machen wollen. Dementsprechend ist geplant, bis 2030 industrielle Produktionsanlagen von bis zu 5 Gigawatt Gesamtleistung einschließlich der dafür erforderlichen Offshore- und Onshore-Energiegewinnung in Deutschland zu installieren. Bis 2035 und 2040 sollen jeweils 5 Gigawatt hinzu kommen. Auch der Aufbau von Partnerschaften mit Ländern, in denen Wasserstoff effizient produziert werden kann, ist im Beschlusspapier als Extrapunkt aufgeführt. Dadurch könnten betreffende Länder von fossilen Energieträgern unabhängig werden und Deutschland seinen heimischen Bedarf an Wasserstoff decken.

Windenergieverband für schnelles Handeln

Der Bundesverband WindEnergie begrüßte die Wasserstoffsignale im Konjunkturpaket der Großen Koalition, fordert aber auch zeitnahes Handeln. „Wir fordern, dass die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff bereits 2020 startet. Für einen schnellen Anlauf kann hier auf die ab 2021 aus der EEG-Systematik fallenden Kapazitäten der Windenergie an Land zurückgegriffen werden. Die Bestandsanlagen sollten die Chance erhalten für die Wasserstoffproduktion im System zu bleiben“, erklärt Wolfram Axthelm, Geschäftsführer des Bundesverbands WindEnergie.

„Wenn die Leistung der ab 2021 aus der EEG-Förderung fallenden Bestandsanlagen zur Wasserstoffherstellung nutzbar wird, könnte die Produktion zeitnah beginnen. Damit kann zugleich ein Zeitpuffer erschlossen werden, bis ausreichend Genehmigungen für neue Anlagen bereitstehen. Eine Win-Win-Situation, die die Bestandsanlagen im Markt erhält und eine sofortige Umsetzung der Wasserstoff-Strategie ermöglicht“, so Axthelm weiter.

Bis 2026 fielen an Land Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 7 Gigawatt aus der EEG-Förderung. Diese Kapazität ließe sich für den sofortigen Start der ambitionierten Wasserstoffstrategie der Bundesregierung nutzen. „Wenn Bestandsanlagen für 5 oder 10 Jahre im Markt gehalten werden, um grünen Strom in Elektrolyseure zu bringen, schafft dies einen schnellen und geordneten Einstieg in die klimaneutrale Wasserstoffwirtschaft“, sagt Axthelm. Im Positionspapier „Wind-to-Gas zeigte der BWE bereits, wie Windenergie eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von Wasserstoff einnehmen kann.