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Weniger Last durch Abregelung

Wasserstoff aus Windenergie
Bildquelle: WIND-Projekt

Durch die bedarfsgerechte Abregelung von rund 3.000 Megawatt Windstrom aus vermarkteten Windparks entlastete Statkraft die deutschen Stromkunden jüngst um über 5 Millionen Euro, meldete die deutsche Tochter des norwegischen Stromversorgers Statkraft mit Sitz in Düsseldorf am 13. Mai 2016. So sei es am Sonntag, den 8. Mai 2016 an der Strombörse zu acht aufeinanderfolgenden Stunden mit negativen Strompreisen von bis zu -374 Euro je Megawattstunde im kontinuierlichen Intraday-Handel gekommen. Eine niedrige Stromnachfrage und zugleich hohe Einspeisung aus Wind- und Solarenergie verursachten dies. Daher regelte Statkraft in der Spitze die Windstrom-Erzeugung um rund 3.000 Megawatt ab. Bereits am Vortag hatte der Stromdirektvermarkter entsprechend angepasste Vortags-Gebote an der Börse platziert, da der Strompreis schon auf -130 Euro je Megawattstunde abgerutscht war. “Durch diese Maßnahme hat alleine Statkraft die EEG-Umlage um über 5 Millionen Euro entlastet und gleichzeitig zur Erhöhung der Systemstabilität beigetragen”, stellt das Unternehmen als Ergebnis hieraus fest.

Mit Abregelung Last steuern

“Die Regelung in dieser Größenordnung zeigt, dass wir als Direktvermarkter in diesen Überschusssituationen reagieren und die Einspeisung reduzieren. Erneuerbare Energien sind in der Lage, bedarfsgerecht zu erzeugen und so zur Systemstabilität beizutragen”, erklärt Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer der Statkraft Markets. “In einem System, das in den kommenden Jahren immer stärker von fluktuierender Erzeugung dominiert wird, ist Windkraft eine tragende Säule und steuert zur Systemsicherheit bei.” Aktuell regelt sein Unternehmen im virtuellen Kraftwerk über 7.700 Megawatt Wind- und knapp 700 Megawatt Solarenergie in Deutschland. Seit letzten Februar bietet Statkraft insgesamt eine Leistung von 60 MW zur negativen Minutenreserve an. Darunter sind Windräder des Windpark-Komplexes Werder-Kessin nördlich von Neubrandenburg in Mecklenburg, die Statkrafts Partner WIND-projekt betreibt. Robert Vogt, Projektverantwortlicher von WIND-projekt geht davon aus, dass die Vermarktung von Regelleistung in Zukunft ebenso selbstverständlich ein Teil des Betriebs von Windenergieanlagen sein wird, wie es heute die Stromeinspeisung ist. Daher erwartet er, dass andere nachziehen werden. Statkraft arbeitet jetzt am Rollout und will in allen vier Regelzonen der Übertragungsnetzbetreiber Pools für Minutenreserve aus Wind in die Präqualifikation geben. Auch die Stadtwerke-Kooperation Trianel arbeitet unter Hochdruck daran, dass Windparks mittels Abregelung negative Minutenreserve erbringen und dadurch Stromnetze und Stromkunden entlasten können. Die negative Sekundärreserve haben sowohl Statkraft als auch Trianel im Visier. Beide Unternehmen hoffen darauf, dass die Bundesnetzagentur festlegt, dass die Sekundärreserve künftig nicht mehr wöchentlich, sondern wie die Minutenreserve täglich ausgeschrieben wird.

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