Start Europa Wiener Gespräche – Update am Abend

Wiener Gespräche – Update am Abend

Ukraine Flagge
Bildquelle: Wikimedia, Aleksej Leonov

In der österreichischen Donaumetropole Wien finden Gespräche zwischen den Energieministern der Ukraine und Russlands unter Vermittlung der Europäische Kommission statt, um ein zweites anschließenden Winterpaket über Gaslieferungen des russischen Gaskonzerns Gazprom in die Ukraine zu schnüren. Schon im Vorfeld haben die Beteiligten ihre Positionen ausgetauscht. So möchte die Ukraine ein Paket verhandeln, das bis zum Ende der Winterperiode 2016 läuft, während Russland zunächst das dritte Quartal 2015 im Auge hat. Auch beim Gaspreis herrschen auf beiden Seiten unterschiedliche Ansichten vor. So beschloss die russische Regierung am 29. Juni in Moskau, den Preisnachlass von 100 auf 40 Dollar zu senken, so dass der Gaspreis im dritten Quartal auf dem jetzigen Niveau von 247,2 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas verbleibt, während die ukrainische Regierung mit einem Preisrückgang auf bis zu 200 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas rechnet.

Differenzen in Wien

Die Entscheidung zum Preisnachlass treffe Russland und nicht die Ukraine, erklärt der russische Energieminister Alexander Nowak in Wien auf Presseanfragen vor den Gesprächen. Nach den Gesprächen ist die Rede von einer gemeinsamen Erklärung, heißt es bei der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Da nun nach jüngsten Medienberichten keine Einigung zum Gaspreis für ein zweites verlängertes Winterpaket vorliegt, sind die Verhandlungen vertagt, und der ukrainische Gasversorger Naftogaz will ab Juli die Gasbezüge aus Russland einstellen. Dennoch hält Minister Nowak die Konsultationen für nützlich, weil die Europäische Kommission Naftogaz für den Bedarfsfall finanzielle Hilfe anbot. “Es war gar nicht die Rede davon, dass wir heute irgendwelche Dokumente unterzeichnen sollten”, fasste Nowak zusammen.