Start Erneuerbare Energien Zweite Geothermieanlage für Fernwärmevision

Zweite Geothermieanlage für Fernwärmevision

Die Geothermieanlage in der Schäftlarnstraße ist nach der Anlage in Freiham das zweite Projekt, das die Stadtwerke München SWM im Rahmen ihrer Fernwärmevision realisieren wollen. Darüber informierten die SWM am 20. Juli 2016. Bis 2040 soll München laut Vision die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag für die Ökowärme soll Geothermie liefern. Nach Freiham haben sich die SWM die Geothermieanlage auf dem Gelände des Heizkraftwerks Süd an der Schäftlarnstraße vorgenommen und kündigten hierfür die ersten vorbereitenden Maßnahmen noch im Sommer an.

Geplante Schritte für Geothermieanlage

Auf dem Baufeld für die Geothermieanlage müssten zunächst die alten, für den Kraftwerksbetrieb nicht mehr benötigten Öltanks rückgebaut werden, so die SWM. Die ersten Vorarbeiten hierzu würden in Kürze beginnen, während der Abriss der Tanks selbst im Frühjahr 2017 erfolgen soll. Ab Herbst 2017 werde der Bohrplatz vorbereitet, damit Anfang 2018 die Bohrungen starten könnten. Vier Bohrungen, eine Doppeldublette aus 2 Förder- und 2 Injektionsbohrungen, sind geplant, die alle von einem Sammelbohrplatz aus abgeteuft werden und eine Länge zwischen 3.700 und 4.300 Metern haben. Die SWM erwarten hier eine Thermalwassertemperatur von rund 95 Grad Celsius. Bis zu 30 Megawatt könnten damit in die Netze Innenstadt, Sendling und Perlach eingespeist werden. Im Jahr 2019 soll die Anlage in Betrieb gehen. Das erste Geothermieprojekt der Fernwärmevision Freiham nimmt noch in diesem Herbst den Betrieb auf.

Einbindung in Fernwärmenetz

Um die Wärme in die Fernwärmenetze einzubinden, wird nach Angaben der SWM auf dem Gelände ein kleines neues Gebäude errichtet, in dem Wärmetauscher und Pumpen untergebracht werden. Das Thermalwasser werde aus den Förderbohrungen über Leitungen zum Wärmetauscher geführt, um hier einen Teil seiner Wärme an die Fernwärmenetze abzugeben. Danach werde es völlig unbehandelt über die Injektionsbohrungen wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt. Außerdem planen die die SWM, im Zuge des Ausbaus des Energie-Standorts HKW Süd einen Wärmespeicher zu errichten. Damit könne die Geothermie noch besser ausgenutzt und die Fahrweise des Energieerzeugungs-Anlagenparks flexibilisiert werden. Die genaue Größe und die Leistung des Speichers ständen jedoch noch nicht fest. Darüber hinaus haben die SWM im Gebäude des Heizkraftwerks eine Fernkälteanlage eingeplant, die ihre Energie u.a. aus dem Werkkanal bezieht, um zunächst das Gebiet der Großmarkthallen mit effizient und umweltschonend erzeugter Fernkälte zu versorgen.

Vorheriger ArtikelStromverbrauch in Bayern steigt weiter
Nächster ArtikelLNG für Europa aus den USA zum Winter