Start Europa Gaskrise in Europa praktisch unmöglich

Gaskrise in Europa praktisch unmöglich

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Quelle: Eurogas

Der Generalsekretär des Verbandes der europäischen Gasindustrie Eurogas, James Watson hält eine erneute schwere Gaskrise in der Europäischen Union praktisch für unmöglich. „Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass dies noch einmal passieren wird. Die letzte Krise war vor 10 Jahren, seitdem haben die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten in gewisser Weise daran gearbeitet, dass sich eine solche Krise nicht wiederholt“, sagte Watson in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Prime jetzt Anfang Oktober.

Maßnahmen gegen Gaskrise

Es gebe gute Gasvorräte und sehr gute Speichermöglichkeiten. Eine Diversifizierung der Versorgung habe stattgefunden. „Wir sehen jetzt mehr Lieferanten. Wir haben mehr in Infrastruktur wie LNG-Terminals investiert, um eine Diversifizierungsstrategie zu unterstützen (EU-Gasversorgungsquellen), erklärte Watson. Abhilfe brächten auch die seither eingeführten Entflechtungsregeln. Dies schaffe für die Verbraucher einen größeren Wettbewerb unter den Anbietern, so dass bessere Preise erzielt werden könnten. Das stehe einer Gaskrise entgegen.

Nord Stream 2 zum Wasserstofftransport

Zum Gasleitungsprojekt Nord Stream 2 in der Ostsee erklärte Eurogas-Generalsekretär Watson, dass wegen der noch ausstehenden Genehmigung aus Dänemark Unsicherheit vorherrsche. Wie die aktualisierte Gasrichtlinie für Infrastrukturprojekte gelten wird, sei abzuwarten. Seiner Ansicht nach wirkt sich indessen ein guter und liquider Markt, der sich aus diversifizierten Gasquellen und Infrastruktur zusammensetzt, positiv auf die Gesamtarbeit des Gasmarktes aus. „Was Nord Stream-2 betrifft, ist es für mich interessant, was ich aus Gesprächen mit Kollegen von Gazprom wusste, dass sie diese in Zukunft zur Versorgung mit Wasserstoff nutzen könnten“, hob Watson hervor. Anstatt nur Erdgas zu transportieren, könne Nord Stream-2 80 Prozent des Wasserstoffs transportieren. Wasserstoff werde in der Europäischen Union mit Blick auf ein starkes Dekarbonisierungsprogramm irgendwann Erdgas in einigen Teilen ersetzen.

Ziel auf angemessene Ergebnisse

Wie die russisch-ukrainsichen Konsultation zum Gastransit unter Vermittlung der Europäischen Kommission ausgehen, dazu wollte Watson keinen Kommentar abgeben. Die Gespräche sollten zu einem angemessenen Ergebnis führen, das den Interessen aller drei Parteien entspricht. Jeder müsse sehr hart arbeiten, damit es zu einer Einigung zu kommen. Eurogas fordere alle Parteien am Verhandlungstisch auf, sich für ein angemessenes Ergebnis einzusetzen. Zu den Beziehungen zu Russland sagte Watson: „Wir bekommen das Produkt, das wir brauchen. Russland bekommt dafür unser Geld. Natürlich können internationale Beziehungen, ob wirtschaftlich oder nicht, oft politisiert werden.“ Dennoch machten Russland und die EU immer noch Geschäfte miteinander. „Wirtschaftliche Beziehungen bestehen immer noch, das heißt, Politik stoppt nicht das Geschäft.“

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